aus Newsletter vom 01.03.21 von "Deutsches Tierschutzbüro e.V." <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;

Werde aktiv auch nach dem Tag des Schweins, der am 01.03.21 stattfand

01. märz 2021
Unterschätzt und ausgebeutet - Heute ist der Tag des Schweins!

In den USA feiert man heute den Tag des Schweins. Auch wir möchten diesen 1. März zum Anlass nehmen, um ihn den sensiblen Tiere zu widmen.

Schweine sind ausgesprochen neugierige und intelligente Tiere. Man weiß inzwischen, dass sie über ein Ich-Bewusstsein verfügen und sogar intelligenter sind als die meisten Hunde.

Trotzdem werden in Deutschland jährlich rund 26 Millionen Schweine in etwa 20.500 Betrieben zum Zweck der Fleischproduktion gehalten. Allein in Deutschland werden jährlich ca. 53.000.000 Schweine getötet und gegessen.

Durch unsere Undercover-Recherchen machen wir das Leid der Schweine sichtbar und bringen ans Licht, was die Fleischindustrie versucht zu vertuschen. Schweine wollen ein glückliches Leben führen - genau wie der Mensch und jedes andere Lebewesen!
 
HIER ERFÄHRST DU MEHR ÜBER UNSERE LETZTE RECHERCHE ZUM LEID DER SCHWEINE!
Kein Braten, sondern glückliche Jahre auf dem Lebenshof!
Auch Schwein Jan sollte wie die meisten Schweine für den Menschen getötet werden. Nach kurzer qualvoller Mastzeit sollte sein Leben als Spanferkel enden. Wir fanden ihn isoliert in einem völlig heruntergekommenen Schweinestall. Durch seine Rettung vor einigen Jahren konnten wir ihm ein glückliches Leben ermöglichen. Auf dem Lebenshof werden er und seine persönlichen Bedürfnisse geachtet.
UNTERSTÜTZE JANS LEBEN IN FREIHEIT MIT EINER TIERPATENSCHAFT!
So kannst Du Schweinen helfen!
Jede*r Einzelne von uns kann täglich etwas gegen Schweine-Quälerei tun! Wer nicht auf den gewohnten Geschmack tierischer Produkte verzichten möchte, kann sich den Umstieg durch vegane Ersatzprodukte erleichtern. Deswegen haben wir unsere Community bei Instagram nach ihren liebsten pflanzlichen Alternativen zu Schweinefleisch gefragt. Mit diesen Tipps überzeugst Du alle, die behaupten, “niemals auf Schweinefleisch verzichten zu können”.

Viele davon sind mittlerweile in jedem Supermarkt zu finden!
Platz 1: Vegane Schnitzel von Rügenwalder Mühle, Like Meat und Vivera
Platz 2: Würstchen von Beyond Meat und Like Meat
Platz 3: “Pulled Pork” aus Jackfruit
Platz 4: Soja Medaillons von Vantastic Foods und Veganz

PS: Dich vegan zu ernähren reicht Dir nicht? Mit den Anti-Fleisch-Flyern aus unserem Shop klärst Du aktiv gegen Tierleid auf!
UNDERCOVER-RECHERCHEN
Wir öffnen den Menschen mit unseren Recherchen die Augen!
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aus Newsletter vom 20.02.21 von "Menschen für Tierrechte" <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;

Ausstiegsplan in die Wahlprogramme // Fleischparadox

 
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­ Newsletter Nr. 03/21 vom 20. Februar 2021 ­
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­ Inhalt
  • Briefaktion: Ausstiegsplan in die Wahlprogramme
  • Erfolg: Einspruch gegen Patent auf „Parkinson-Affen“
  • Tiertransporte: Bundesrat fordert mehr Tierschutz
  • Neuer Bericht: COVID-19-Risiko auf Pelzfarmen
  • Fleischparadox: Warum töten wir Tiere?
  • Petition: Klimakiller-Deal Stoppen!
  • Medientipps
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Liebe Leserinnen und Leser,

im Rahmen unserer Gemeinschaftskampagne „Ausstieg aus dem Tierversuch. JETZT!“ mobilisieren wir alle Kräfte. Um einem Ausstiegskonzept aus dem Tierversuch einen Platz in den Wahlprogramme aller Parteien zu sichern, haben wir Briefe und Forderungen geschickt. Nun sind Sie an der Reihe, um mit Ihrer Stimme ebenfalls Aufmerksamkeit für dieses wichtige Thema zu erzeugen. Schicken auch Sie Emails oder Briefe an die Parteien und fordern Sie, dass die Parteien den Ausstiegsplan in die Wahlprogramme aufnehmen. Hilfestellung und relevante Adressen finden Sie auf unserer Kampagnenseite.

Da sich Politiker bekanntermaßen auch gerne auf twitter tummeln, starten wir am Montag zudem eine 2-wöchige Twitter-Aktion. Montag bis Freitag schicken wir täglich Forderungen an die Parteien, damit das Thema endlich seinen Platz auf der politischen Agenda findet. Auch hier können Sie uns tatkräftig unterstützen, indem Sie unsere Tweets retweeten oder auch selbst Nachrichten mit den vorbereiteten Grafiken verfassen. Einfach auf unseren Kanal schauen und die Forderungen teilen! Danke für Ihre Unterstützung!
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Erfolg: Einspruch gegen Patent auf „Parkinson-Affen“
In einem Beschwerdeverfahren am Europäischen Patentamt (EPA) hat unser Partnerverein Testbiotech einen wichtigen Erfolg erzielt: Ein Patent der Max-Planck-Gesellschaft wird so abgeändert, dass alle Ansprüche auf gentechnisch veränderte Wirbeltiere gestrichen werden. Ursprünglich wurden im Patent viele Tierarten, von Mäusen bis hin zu Menschenaffen, beansprucht. Die Tiere sollten als sogenannte Tiermodelle in der Parkinson-Forschung eingesetzt werden. Ausschlaggebend für die Entscheidung des EPA waren ethische Gründe.
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Doch dem zu erwartenden Tierleid stünde kein nachgewiesener wesentlicher medizinischer Nutzen gegenüber, wie er nach den Regeln des europäischen Patentrechts verlangt wird. Bereits 2020 hatte das EPA zwei Patente der Firma Intrexon auf gentechnisch veränderte Schimpansen aus ethischen Gründen für ungültig erklärt. Diese Entscheidungen könnten ein Wendepunkt sein, um solche Patente auf Tiere zu verhindern. Wir stehen auch in Zukunft bei weiteren Einsprüchen und Beschwerdeverfahren unterstützend zur Seite.
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Neues Tierversuchsrecht: Wachsweiches Reförmchen statt großer Wurf
Tiertransporte: Bundesrat fordert mehr Tierschutz
Am 12. Februar forderte der Bundesrat die Bundesregierung dazu auf, Rindertransporte in weit entfernte Drittstaaten zu verbieten, sofern zu befürchten sei, dass die Tiere dort tierschutzwidrig behandelt oder unzureichend versorgt werden. Die Bundesregierung soll sich auf EU-Ebene für strengere Regeln einsetzen, um Tiere bei langen Transporten in Nicht-EU-Länder zum Beispiel vor Kälte- bzw. Hitzestress, überlangen Transfers, Verletzungen und unnötigen Leiden zu schützen.
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Zwar gibt es Gesetze, die Transporte unter tierquälerischen Bedingungen verhindern sollen, doch diese werden häufig missachtet, sowohl von Behörden, die solche Fahrten überwachen sollen, als auch von Zucht- und Transportunternehmen. Die besten Gesetze nützen nichts, wenn sie nicht durchgesetzt werden können. Die EU-Kommission hat die Vorschriften für Tiertransporte seit 2005 deutlich verschärft. Doch ob diese Regeln in den Mitgliedsstaaten eingehalten werden, ist höchst fraglich. Grundsätzlich ist der Beschluss positiv. Dies allein bringt den Tieren jedoch noch nichts, denn die Initiative des Bunderates wird der Bundesregierung zwar zugeleitet, sie entscheidet jedoch allein darüber, ob und wann sie die Anliegen der Länder aufgreift. Mehr dazu lesen Sie hier.
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Bericht: COVID-19-Risiko auf Pelzfarmen hoch
Eine diese Woche veröffentlichte Risikobewertung der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu SARS-CoV-2 bei „Pelztieren“ zeigt hohe Risiken für Europa. Das Gutachten kommt zu dem Schluss, dass innerhalb von Pelzfarmen ein hohes Risiko der Einschleppung und Ausbreitung von SARS-CoV-2 besteht.
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Foto: Otwarte Klatki
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Darüber hinaus stellen Pelzfarmen auch eine ernstzunehmende Gefahr bei der Übertragung des Virus auf Menschen und Wildtierpopulationen dar. Auch ein neuer Bericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) warnt vor diesen Entwicklungen. Seit April letzten Jahres wurde COVID-19 auf mehr als 400 Nerzfarmen in der EU gefunden. Millionen Tiere wurden in Massenaktionen getötet und einzelne Staaten haben ein Ende der Pelztierzucht angekündigt. Andere arbeiten an Impfungen für die Tiere, anstatt den Ausstieg als logische Konsequenz zu sehen. Die EU sollte die aktuellen Erkenntnisse zum Anlass nehmen, die grausame Pelzproduktion im Sinne der öffentlichen Gesundheit und des Tierschutzes in der EU endlich zu verbieten.
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Fleischparadox: Warum töten wir Tiere?
Wer über Umweltschäden und Klimawandel spricht, kommt um den Fleischkonsum nicht herum. Die Liste der Verheerungen sich schier endlos. Zum Beispiel die gesundheitlichen Folgen: Der Einsatz von Antibiotika führt zu multiresistenten Keimen. Die industrielle Tierhaltung bedingt die Vernichtung von Ökosystemen und diese wiederum führt zu einem munteren Austausch von Viren zwischen Mensch und Tier. Doch die Informationen über Umweltschäden und gesundheitliche Risiken durch Fleischkonsum führen weniger zu Verhaltensänderungen als die moralischen Bedenken. Der Sozialpsychologe Benjamin Buttlar forscht zu diesem sogenannten Fleischparadox. Den spannenden Artikel lesen Sie hier.
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Petition: Klimakiller-Deal Stoppen!
Wir unterstützen Greenpeace dabei, damit das EU-Mercosur-Abkommen nicht zustande kommt. Hierfür wurde schon ein wichtiger Meilenstein erreicht: Der Deal wurde in der letzten Versammlung der EU-AußenministerInnen nicht weiter vorangebracht – aber auch nicht endgültig abgelehnt. Daher müssen wir weiter am Ball bleiben. Hier können Sie die Petition unterzeichnen.
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Mdientipps

aus Newsletter vom 18.02.21 von "foodwatch" <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;

Sieg gegen Amazon!

 
© Adobe Stock/BillionPhotos.com/Amazon/Montage: foodwatch
 

wir melden uns mit einer brandaktuellen und sehr guten Nachricht: Wir haben gegen Amazon geklagt – und heute Vormittag den Gerichtsprozess gewonnen! Das Oberlandesgericht München hat entschieden, dass sich auch Online-Lebensmittelhändler an die Kennzeichnungsregeln halten müssen.

Ist doch selbstverständlich, denken Sie vielleicht – doch Amazon war wohl der Meinung, für Online-Riesen müsse es eine Extrawurst geben. Nein, urteilte das Gericht heute ganz klar – auch der Megakonzern aus dem Silicon Valley, der mit seinem Online-Shop „Amazon Fresh“ auf dem Lebensmittelmarkt mitspielt, ist an die gesetzlichen Kennzeichnungsvorgaben gebunden – genauso wie jeder kleine Supermarkt um die Ecke.

Das ist eine sehr gute Nachricht für uns Verbraucher*innen. Denn der Online-Handel ist auf dem Vormarsch, die Corona-Krise hat die Nachfrage nach gelieferten Lebensmitteln deutlich erhöht. Es ist deshalb wichtig, dass auch auf virtuellen Marktplätzen die Gesetze eingehalten werden. Im konkreten Fall hatte Amazon für Obst und Gemüse die Vorgaben für die Herkunftskennzeichnung missachtet. Anstatt konkret zu benennen, woher angebotene Früchte und Gemüse stammen, hatte Amazon bis zu 13 (!) mögliche Herkunftsländer angegeben. Dabei sind Lebensmittelhändler dazu verpflichtet, bei den meisten frischen Obst- und Gemüsesorten das genaue Herkunftsland anzugeben. Und Umfragen zeigen immer wieder, dass die Herkunft von Lebensmitteln vielen Verbraucher*innen besonders wichtig ist. Amazon argumentierte zunächst, eine eindeutige Herkunftsangabe sei im Online-Handel „nahezu oder ganz unmöglich“. Die Gerichte stellten aber klar, dass diese faule Ausrede nicht gilt!

Das Urteil ist ein Erfolg für die Verbraucherrechte! Und ein Signal an die Politik, die Lebensmittelüberwachung endlich zeitgemäß zu organisieren. Denn der Fall Amazon Fresh hat gezeigt, dass auch die Lebensmittelkontrolle endlich im Onlinezeitalter ankommen muss. Wir bleiben dran – und werden es auch in Zukunft nicht scheuen, uns mit den Großen anzulegen!

Herzliche Grüße

Ihr foodwatch-Team

aus Newsletter vom 17.02.21 von "Rettet den Regenwald e.V." <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;

Petition von Rettet den Regenwald: Lasst sie frei! - Mehrere Dorfbewohner wegen Palmöl-Protest festgenommen

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Mitglieder von RIAO-RDC mit Einwohnern der Gemeinde Bongemba / Yahuma

Lasst sie frei! - Mehrere Dorfbewohner wegen Palmöl-Protest festgenommen

Liebe Freundinnen und Freunde des Regenwaldes,

die Einwohner zahlreicher Dörfer in der Demokratischen Republik Kongo leiden seit Jahrzehnten unter den Palmölplantagen. Immer wieder kommt es zu Gewalt: 2019 wurde der Dorfbewohner Joel Imbangola erschlagen, 2015 starb ein Ehepaar, dem der Diebstahl einiger Palmölfrüchte vorgeworfen worden war.

Jetzt wurden mehrere Personen nach einem Protestmarsch festgenommen, darunter örtliche Mitglieder der Menschenrechtsorganisation RIAO-RDC. Anlass für den Protest war der Besuch des neuen Besitzers der Firma Feronia-PHC, Herrn Mpinga.

Den Dorfbewohnern wird vorgeworfen, eine Revolte initiiert zu haben. Außerdem werden ihnen Fotoaufnahmen und Interviews mit Journalisten zum Vorwurf gemacht. Zwei von ihnen wurden dem Vernehmen nach auch mit dem Tod bedroht.

Wir fordern:

- Die Festgenommenen müssen sofort freigelassen werden.

- Gewalt, Kriminalisierung und Landraub müssen ein Ende haben.

- Die von den Plantagen betroffenen Einheimischen müssen endlich zu ihrem Landrecht und dem Recht auf freie Zustimmung kommen.

- Europäische Entwicklungbanken müssen bei ihrem Kunden Feronia-PHC auf die Erfüllung dieser Forderungen drängen.

Friedliche Meinungsäußerung darf nicht in willkürlicher Verhaftung und Gewalt enden.

Bitte unterstützen Sie diese Forderungen mit Ihrer Unterschrift.

ZUR PETITION  

Freundliche Grüße und herzlichen Dank

Bettina Behrend
Rettet den Regenwald e. V.

Freunde direkt aufmerksam machen:
 Facebook    Twitter    WhatsApp    E-Mail
 
Eine voll beladene Piroge ist auf dem Kongo-Fluss unterwegs

100 Jahre Landraub Leiden – Aktivisten kämpfen gegen Ausbeutung, Gewalt und Umweltzerstörung

Jean-François Mombia Atuku hat im Jahr 2006 die Organisation RIAO-RDC gegründet, deren Direktor er auch heute noch ist. Sein Ziel ist es, die Rechte der Dorfbewohner durchzusetzen. Jahrelang musste er im Exil leben, zuletzt im Senegal, davor in Congo-Brazzaville und in Uganda. Ende 2020 ist er mit seiner Familie nach Kinshasa zurückgekehrt, trotz aller Gefahren, die ihm in seinem Heimatland drohen.

Die Aktivisten von RIAO-RDC dokumentieren die Missstände in den Feronia-PHC-Konzessionen, informieren die Dorfbewohner über ihre Rechte, unterstützen sie bei deren Wahrung und organisieren Proteste und Demonstrationen. Um in die einzelnen Dörfer zu gelangen, müssen die Mitarbeiter von RIAO-RDC Motorrad-Taxis oder Bootsmieten bezahlen. Für ein Motorrad-Taxi fallen dabei bis zu 100 Euro an.

Bitte unterstützen Sie die Arbeit von RIAO-RDC und Jean-François Mombia Atuku mit einer Spende. Jeder Euro zählt.

aus Newsletter vom 18.02.21 von "Sven Giegold" <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;

Naturschutz: EU-Kommission verklagt Bundesregierung wegen Tatenlosigkeit bei Natura 2000

Deutschland wird verklagt! Im EU-Umweltrecht gehört Deutschland zu den größten Rechtsverletzern in Europa. Gerade im Naturschutz hinkt Deutschland weit hinter den europäischen Anforderungen hinterher. Am heutigen Donnerstag, 18. Februar, hat die EU-Kommission endlich entschieden, die Bundesregierung vor dem Europäischen Gerichtshof zu verklagen. Das ist ein großer Erfolg für den Naturschutz! Mich freut das besonders, weil ich mich seit der Europawahl systematisch für die konsequente Durchsetzung des EU-Umwelt-  und Naturschutzrechts einsetze.

Die europäische Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie verpflichtet Deutschland, besondere Schutzgebiete auszuweisen, um den guten Zustand natürlicher Lebensräume und wildlebender Tier- und Pflanzenarten zu erhalten oder wiederherzustellen. Für jedes Gebiet müssen bestimmte Ziele zum Schutz der Arten und Lebensräume festgelegt werden. So soll ein europaweites Netz aus Schutzgebieten für den Erhalt besonders gefährdeter Arten aufgebaut werden - das sogenannte Natura-2000 Netzwerk. Die Frist für die Durchführung dieser Schritte in Deutschland ist in einigen Fällen vor mehr als 10 Jahren abgelaufen. Viele der zu schützenden Gebiete wurden jedoch immer noch nicht als solche ausgewiesen. Diese Gebiete werden nicht ausreichend geschützt und gepflegt. So nimmt die Artenvielfalt vielerorts weiter ab. Gerade Insekten und Vögel nehmen in Schutzgebieten ab. Für das Rebhuhn wird beispielsweise ein Bestandsrückgang von 88-99% zwischen 1990 und 2009 angenommen. Ähnliche Zahlen sind für Kiebitz oder Lerche und allgemein für viele Feldvögel zu beobachten, die aufgrund der aktuellen Landnutzung ihren Lebensraum verlieren.

Darüber hinaus gibt es bei allen 4606 Natura 2000-Standorten in allen Bundesländern eine allgemeine und anhaltende Praxis, keine ausreichend detaillierten Schutzziele festzulegen. Ohne Ziele können auch keine wirksamen Erhaltungsmaßnahmen getroffen werden. Deutschland hat damit die Grundlage für effektiven Naturschutz auch fast 30 Jahre nach dem Beschluss der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie nicht umgesetzt. Das führte heute endlich zur Klage vor dem Europäischen Gerichtshof. 

Die heutige Entscheidung ist ein wichtiger Schritt. Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs wird den Druck auf die Bundesregierung weiter erhöhen. Jetzt müssen bald auch die zahlreichen weiteren Verfahren vor den Gerichtshof gebracht werden. Die Liste der deutschen Vertragsverletzungen findet ihr hier. Ergänzt bitte weiter eure Informationen zu Fällen, in denen Deutschland EU-Umweltrecht mangelhaft oder gar nicht umsetzt.  

Doch dieses Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland läuft bereits seit Anfang 2015. Die mangelhafte Umsetzung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ist also seit fast auf den Tag genau sechs Jahren bekannt und dokumentiert. Dass es bis heute gedauert hat, ein Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof anzustrengen, ist nicht akzeptabel. In Zukunft muss die EU-Kommission bei solchen offensichtlichen Vertragsverletzungen mit schwerwiegenden Auswirkungen auf Umwelt und Natur viel schneller reagieren. Erst vor zwei Wochen diskutierten wir die mangelhafte Umsetzung von EU-Umweltrecht in unserem Webinar unter anderem mit dem verantwortlichen Direktor der EU-Kommission. Dabei mussten wir mit erschrecken hören, dass in der EU-Kommission nur 23 Angestellte die Umwelt-Vertragsverletzungen aller 27 Mitgliedstaaten bearbeiten. Dieser Mangel an Personal muss fast zwangsläufig zu Engpässen und Verspätungen führen. Deshalb schreibe ich einen Brief an Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, mit der Bitte, mehr Personal zur Verfügung zu stellen. Dieses Problem geht uns alle an. Deshalb würde ich mich sehr freuen, wenn möglichst viele von Euch den Brief gemeinsam mit mir unterschreiben würden. Je mehr wir sind, desto lauter unsere Forderung! Unterschreibt hier bis Sonntag, 21. Februar, und ladet andere dazu ein. 

P.S. Petition: Digitalsteuer Jetzt! - Geschäfte schließen, Amazon & Co machen Riesengewinne, zahlen aber kaum Steuern: Die Digitalsteuer muss jetzt kommen! Gemeinsam haben wir die Chance, die Blockade bei der Digitalsteuer endlich zu überwinden: Bitte unterschreibt unsere Petition und teilt sie mit Euren Kontakten!  https://www.change.org/digitalsteuer-jetzt

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Pressemitteilung der EU-Kommission zur Klage gegen Deutschland: https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/ip_21_412

Liste der deutschen Vertragsverletzungen: https://docs.google.com/document/d/1SfkwY7X3BWx1eCJQzZ-hpyTv1QjPc7DKq6HQhwWCO04/edit#

Mein Brief an die EU-Kommission: https://actionnetwork.org/petitions/brief-rechtsdurchsetzung

Aufzeichnung unseres Webinars zur Rechtsdurchsetzung: https://sven-giegold.de/europe-calling-vertragsverletzungen-eu-umweltrecht/