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Tierversuchskommissionen: Behörden stärken, statt Tierschutz zu schwächen

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­ Newsletter Nr. 21/20 vom 20. November 2020 ­
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­ Inhalt
  • Berliner Tierversuchskommissionen: Behörden stärken, statt Tierschutz zu schwächen
  • Umstritten und vermeidbar: Krebsversuche an Tieren
  • Neue Zirkusverordnung: Nachbesserungen nötig
  • Mitmachen: Online-Umfrage „Stadttauben 2020“
  • Vorbildlich: Niederlande bieten Ausstiegsprämie für „Nutztierhalter“ an
  • Briefaktion: Nerzzuchten in Dänemark schließen
  • Gutachten fordert Reform des Tierschutzkriminalstrafrechts
  • Neue Tierschutzbeauftragte in Berlin
  • Medientipps
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Liebe Leserinnen und Leser,

im aktuellen Streit um die Besetzung der Berliner Tierversuchskommissionen hat sich der Bundesverband heute zu Wort gemeldet. In einer Pressemitteilung begrüßten wir ausdrücklich die Initiative von Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) für eine transparente und ausgewogene Besetzung der Kommissionen mit Wissenschaftlern und Tierschützern. Ihm war zuvor von Wissenschaftseinrichtungen und Pharmaunternehmen vorgeworfen worden, dass dies u.a. die Corona-Impfstoffentwicklung in Berlin gefährden würde. Auf diesen Vorwurf entgegneten wir: „Behrendt vorzuwerfen, dass er die Medizinforschung blockiert, ist schlicht Populismus.
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Mäuse sind die am häufigsten im Tierversuch eingesetzten Tiere. Foto: iStock/filo
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Die Kommissionen können praktisch keinen beantragten Tierversuch verhindern!“. Wir machten darauf aufmerksam, dass die der eigentliche Skandal die einseitige Besetzung der Kommissionen und die unzureichende Ausstattung der Genehmigungsbehörden ist. In der Regel sind in den Kommissionen die Tierversuchsbefürworter in der Mehrheit. Behrend hatte lediglich versucht, dieses Ungleichgewicht zu korrigieren. Wir forderten Regierungschef Müller dazu auf, die Behörden zu stärken, statt den Tierschutz zu schwächen. Eine aktuelle Analyse des Bundesverbandes zeigt, dass das Tierversuchsgenehmigungsverfahren zahlreiche gravierende Missstände aufweist.
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Umstritten und vermeidbar: Krebsversuche an Tieren
In seiner Serie „Ersatzverfahren des Jahres“ beschäftigt sich der Bundesverband in diesem Jahr mit Tierversuchen zur Testung des Krebsrisikos (Karzinogenitätstests). In den teilweise hochbelastenden Tests werden vornehmlich Ratten und Mäuse eingesetzt. Im Jahr 2017 waren es EU-weit 12.493 Tiere. Dabei sind sich Regulationsbehörden, Industrie und Wissenschaft mittlerweile weitgehend einig, dass derartige Tests mit lebenden Tieren nicht mehr zwingend notwendig sind. Doch bisher wurden die qualvollen Tests nicht aus den europäischen Richtlinien gestrichen.
Mehr zum diesjährigen „Ersatzverfahren des Jahres“ und die ausführliche Broschüre als PDF finden sie auf tierrechte.de.
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Neue Zirkusverordnung: Nachbesserungen nötig
Gestern wurde der neue Verordnungsentwurf zu Wildtieren im Zirkus vorgestellt. Danach sollen zukünftig keine weiteren Elefanten, Großbären, Primaten, Giraffen, Nashörner und Flusspferde mehr von Zirkussen angeschafft werden.
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Dies ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, der Bundesverband kritisierte jedoch, dass Großkatzen, wie Tiger und Löwen weiterhin erlaubt bleiben sollen. Enttäuschend sei zudem, dass bei der Erstellung des Gesetzes die Expertise der Tierschützer außen vorgelassen wurde. Mit einem gemeinsamen Schreiben an die Ministerin forderten wir Nachbesserungen. Mehr lesen Sie in der Pressemitteilung.
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Tiertransporte: Bayern verschärft Vorschriften
Mitmachen: Online-Umfrage „Stadttauben 2020“
Heute startete der Bundesverband eine Online-Umfrage zur Situation der Stadttauben in Deutschland. Ziel ist, das Stadttaubenmanagement im Sinne des Tierschutzes zu optimieren, um engagierten Personen das Rüstzeug für ein erfolgreiches Stadttaubenkonzept an die Hand zu geben.
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Die Befragung richtet sich an Veterinär- und Ordnungsämter, Tierschutzvereine sowie Privatpersonen, die an der Verwaltung, Betreuung und Planung von Taubenschlägen beteiligt sind.
Fühlen Sie sich angesprochen? Dann laden wir Sie herzlich zur Teilnahme ein!
>Hier geht’s zur Befragung
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­ Vorbildlich: Niederlande bieten Ausstiegsprämie für „Nutztierhalter“ an
Die Niederlande haben ein Programm zum freiwilligen Herauskauf von Tierhaltungen aufgelegt. Mit 100 Mio. Euro richtet sich dieses zunächst an Betriebe mit einem hohen Stickstoffausstoß, die in der Nähe von Schutzgebieten liegen. Ab 2021 sollen weitere 200 Mio. Euro bereitgestellt werden. Dann sollen auch Milchvieh-, Schweine- und Geflügelbetriebe die Stilllegungsförderung beantragen können. Insgesamt stellt die Regierung in den nächsten zehn Jahren 1,9 Mrd. Euro zur Verfügung, um eine nachhaltigere Landwirtschaft zu unterstützen. Mehr dazu lesen Sie hier.
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Briefaktion: Nerzzuchten in Dänemark schließen
Die Pelzindustrie als Corona-Hotspot: In Dänemark hat sich eine neue Mutation des COVID-19-Virus in Nerzfarmen ausgebreitet. Deswegen werden aktuell über 15 Millionen Nerze getötet. Kürzlich wurde bekannt, dass es bei der  Massentötung zu Tierschutzverstößen gekommen sei.
Unser Fazit: Wir brauchen die unnötige und grausame Pelzindustrie nicht. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die dänischen Nerzfarmen für immer zu schließen.
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Bitte werden Sie aktiv und schreiben Sie jetzt an die dänische Botschaft.
Hier finden Sie ein Musterschreiben und Adressen. Vielen Dank!
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Gutachten fordert Reform des Tierschutzkriminalstrafrechts
Ein kürzlich veröffentlichtes Rechtsgutachten fordert, die Straftatbestände wegen Tierquälerei in das Strafgesetzbuch zu überführen. Ziel ist, dass die Strafverfolgungsbehörden den Tierschutz endlich ernst nehmen. Der Verfasser Prof. Dr. Jens Bülte sieht darin den entscheidenden Hebel, die erheblichen Vollzugsdefizite bei Kontrolle und Strafverfolgung von Tierschutzvergehen anzugehen. Der Bundesverband begrüßt das Rechtsgutachten. Er prangert die massiven Vollzugsdefizite seit Langem an, unter anderem in seinem Magazin tierrechte.
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­ Neue Tierschutzbeauftragte in Berlin
Eine gute Nachricht aus der Hauptstadt: Kathrin Herrmann ist die neue Tierschutzbeauftragte in Berlin. Als Landestierschutzbeauftragte soll die engagierte Tierärztin Institutionen unterstützen, die „innovative tierfreie Forschungsmethoden entwickeln und nutzen“. Herrmann lehrt und forscht seit 2017 am Zentrum für Alternativen zu Tierversuchen der Johns Hopkins Universität in den USA. Mit Blick auf die Beratung von BürgerInnen will sie den Fokus auf die Zusammenhänge zwischen Tierschutz, Ernährung, Pandemien und Klimawandel legen. Lesen Sie mehr dazu hier.
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Medientipps
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