aus Newsletter vom 06.11.20 von "Menschen für Tierrechte" <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;

Dänemark tötet Millionen Nerze //
Rheinland-Pfalz: Studium ohne Tierverbrauch // Tiertransporte

­ ­ ­
­   ­
­ ­ ­
Besuchen Sie hier dieWebversion.
­ ­ ­
­ Newsletter Nr. 20/20 vom 06. November 2020 ­
­ ­ ­
­ ­ ­
­ Inhalt
  • Corona: Dänemark tötet 17 Millionen Nerze
  • EU-Agrarpolitik: Neuausrichtung gründlich misslungen
  • Erfolg für Studium ohne Tierverbrauch
  • Hamburg kippt Tierversuchs-Initiative
  • Tiertransporte: Bayern verschärft Vorschriften
  • Bundesjagdgesetz: Wo bleibt das Staatsziel Tierschutz?
  • Sieg für den Veggie Burger
  • Die Stadttaube: Kandidatin für den „Vogel des Jahres“
  • In eigener Sache: Geschäftsbericht 2019
  • Medientipps
­
­ ­ ­
­ ­ ­
­
­
Liebe Leserinnen und Leser,

am Mittwoch wurde bekannt, dass Dänemark derzeit 17 Millionen Nerze tötet. Der Grund: Eine Mutante des Corona-Virus ist von infizierten Tieren auf den Menschen übergesprungen. Virologen schlagen Alarm, weil solche Mutationen im schlimmsten Fall zur Wirkungslosigkeit von zukünftigen Impfstoffen führen können. Die Niederlande hatten nach ähnlichen Ausbrüchen Anfang Juni ebenfalls alle Tiere auf betroffenen Farmen töten lassen. Dies verdeutlicht abermals: Die industrielle Tierhaltung ist der Nährboden für krankmachende Keime – egal, ob es sich um Pelzfarmen, Geflügel- oder Schweinemast handelt. Das ist die zentrale Lehre aus der Pandemie.
­
­
­
­
­
­
Leider sieht Dänemark, anders als die Niederlande, aktuell keinen Anlass, die tierquälerischen Pelzfarmen generell zu verbieten. Der Bundesverband wird sich an die Dänische Regierung wenden und sie auffordern, die Pelzfarmen nach den Nottötungen nicht wieder in Betrieb zu nehmen.
­
­ ­ ­
­
­ ­ ­
­
EU-Agrarpolitik: Neuausrichtung gründlich misslungen
Leider ist auch auf EU-Ebene kein Ende der industriellen Tierhaltung in Sicht. Ende Oktober stimmten EU-Agrarminister und EU-Parlament für eine Beibehaltung der schädlichen flächenabhängigen Direktzahlungen. Das ist eine schlechte Nachricht. Denn diese begünstigen weiterhin die industrielle Tierhaltung und damit auch den Klimawandel und die Gefahr weiterer Pandemien. Mehr dazu unter: www.tierrechte.de
­
­ ­ ­
­
­
­ ­ ­
­
­ ­ ­
­
­ ­ ­
­
Erfolg für Studium ohne Tierverbrauch
In Rheinland-Pfalz trat am 7. Oktober ein novelliertes Hochschulgesetz in Kraft. Dieses stellt ein Studium ohne Tiereinsatz und ohne Nachteile für die Studierenden sicher. Der Bundesverband hatte im Vorfeld zusammen mit seinem Landesverband Forderungen zum Schutz der Tiere und für die Gewissensfreiheit der Studierenden eingebracht. Die Neufassung ist ein großer Fortschritt für die Studierenden und den Tierschutz, denn das Gesetz ermöglicht den Studierenden ihr Hochschulstudium erfolgreich zu absolvieren, ohne an Tierversuchen oder Tierverbrauch teilnehmen zu müssen. Lesen Sie dazu unsere Pressemitteilung unter www.tierrechte.de
­
­ ­ ­
­
­
­ ­ ­
­
­ ­ ­
­
­ ­ ­
­
Hamburg kippt Tierversuchs-Initiative
Das Hamburger Auftragslabor LPT dürfte Ende des Sommers unter Auflagen wieder Tierversuche durchführen. Nachdem die erteilte Betriebserlaubnis für das Skandal-Labor für viel negatives Echo gesorgt hatte, verkündete der Hamburger Senat den Start einer Bundesratsinitiative für mehr Tierschutz in Laboren. Unter anderem sollten Kontrollen verschärft und die Labore verpflichtet werden, selbst an Alternativen zu forschen. Die Initiative des Hamburger Senats sollte noch im Herbst in den Bundesrat gehen. Doch kurz vor der Abstimmung zog der Senat die Initiative zurück. Es ist ein Armutszeugnis, was mit fortschrittlichen Initiativen auf Bundesebene passiert, wenn sie nicht genügend Rückendeckung von den Ländern bekommen.
­
­
­ ­ ­
­
­ ­ ­
­
Tiertransporte: Bayern verschärft Vorschriften
Bayern will Tiertransporte in 18 außereuropäische Drittstaaten endgültig unterbinden. Nach einem neuen Erlass dürfen bayrische Veterinärämter künftig Transporte ins EU-Ausland und innerhalb Deutschlands untersagen, wenn ein Weitertransport in ein sogenanntes Risikoland nicht ausgeschlossen ist. Damit reagiert Bayern auf einen Fall aus Mühldorf am Inn, bei dem 30 trächtige Rinder über Ungarn nach Usbekistan transportiert worden waren.
­
­ ­ ­
­
Foto: istockphoto/cstar55
­
­ ­ ­
­
­
Hintergrund ist, dass Tierhändler seit Monaten die Transportverbote in Risikostaaten umgehen, indem sie die Transportwege verschleiern. Der Vorstoß Bayerns ist hilfreich, um die direkte Umgehung der Transportverbote zu verhindern. Andere Bundesländer sollten dem guten Vorbild Bayerns folgen.  Mehr zum Thema unter: www.tierrechte.de
­
­ ­ ­
­
­ ­ ­
­
Bundesjagdgesetz: Wo bleibt das Staatsziel Tierschutz?
Am Mittwoch beschloss das Kabinett die Reform des Bundesjagdgesetzes (BJagdG). Tier- und Artenschutzorganisationen sehen die Novelle kritisch, denn sie berücksichtigt die Staatsziele Tierschutz und Umweltschutz nicht ausreichend. Stattdessen konnten sich die großen privaten Waldbesitzer mit ihrer Devise „Wald vor Wild“ durchsetzen. Zukünftig werden nicht mehr die Behörden eine Abschussplanung vorgeben. Stattdessen sollen sich Waldbesitzer und Jäger vor Ort auf einen jährlichen „Abschusskorridor“ verständigen. Das Gesetz ermöglicht zudem nun auch nachts die Jagd auf Wildschweine. Außerdem soll die Bejagung von Rehwild erheblich ausgeweitet werden. 15 Tier- und Artenschutzorganisationen hatten Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) aufgefordert, die Novelle konstruktiv zu nutzen, um das Jagdrecht endlich an die im Grundgesetz verankerten Grundsätze des Umwelt- und des Tierschutzes anzupassen.
­
­ ­ ­
­
­
­ ­ ­
­
­
Schlechte Nachrichten kommen auch aus Niedersachsen: Dort soll in der kommenden Woche die Aufnahme des Wolfs in das Jagdrecht beschlossen werden.
­
­ ­ ­
­
­ ­ ­
­
Sieg für den Veggie Burger
Ein kleiner Erfolg: Das EU-Parlament hat sich im Oktober gegen ein Verbot der Vermarktung von Fleischersatzprodukten unter Begriffen wie „Veggie Burger“ oder „vegane Wurst“ ausgesprochen. Die Abgeordneten lehnten einen entsprechenden Antrag der Agrar-Lobby ab. Dieser hätte Bezeichnungen, welche ursprünglich für Fleisch und Produkte tierischen Ursprungs verwendet werden, für die Vermarktung von pflanzlichen Produkten verbieten sollen.
­
­ ­ ­
­
­
­ ­ ­
­
­
Allerdings soll die Vermarktung von Ersatzprodukten für Milcherzeugnisse weiter eingeschränkt werden. Schon seit 2017 dürfen rein pflanzliche Produkte nicht mehr als Pflanzen-„Milch“ oder „-Käse“ verkauft werden. Dieses Verbot soll nun auf Bezeichnungen wie „-geschmack, -ersatz, o.ä. ausgeweitet werden.
Mehr dazu lesen Sie auf tagesschau.de.
­
­ ­ ­
­
­ ­ ­
­
Die Stadttaube: Kandidatin für den „Vogel des Jahres“
Auf Initiative des NABU und LBV kann momentan für den „Vogel des Jahres“ abgestimmt werden. Sehr gute Gewinnchancen hat die Stadttaube. Sie steht als eine von 307 Vogelarten bis zum Teilnahmeschluss am 15. Dezember zur Vorwahl. Während viele Vogelarten aufgrund zunehmender Zerstörung ihres Lebensraums als gefährdet und daher besonders schützenswert gelten, blickt die Stadttaube auf die wohl ambivalenteste Beziehung zum Menschen zurück.
­
­ ­ ­
­
­
­ ­ ­
­
­
Gehasst und geliebt – dies trifft auf die Haustaube wie auf kaum eine andere Vogelart zu. Aufgrund jahrhundertelanger Zuchtselektion legen die Tiere ein Verhalten an den Tag, das ihnen zum Verhängnis wurde. Hundertausende von Stadttauben leben derzeit ein unwürdiges Leben. Durch die Nominierung zum Vogel des Jahres 2021 erhoffen wir uns mehr Aufmerksamkeit für die Stadttiere, geknüpft an unseren unermüdlichen, dringlichen Appell zur Etablierung tiergerechter Stadttaubenkonzepte. Eine breitere Akzeptanz sowie bundesweites Interesse an der Stadttaube spielt dem Taubenschutz in die Hände und macht sie daher zu unserer Lieblingskandidatin. Helfen Sie mit und stimmen Sie für die Stadttaube.
­
­ ­ ­
­
­ ­ ­
­
In eigener Sache: Geschäftsbericht 2019
Am 11. Oktober 2020 fand die diesjährige Mitgliederversammlung des Bundesverbandes statt. Corona-bedingt wurde sie als Videokonferenz durchgeführt. Es gab eine Veränderung in der Vorstandsaufstellung: Da eine stellvertretende Vorsitzende aus beruflichen Gründen ihr Vorstandsamt abzugeben wünschte, musste eine Stellvertretung nachgewählt werden. Vorgeschlagen und einstimmig gewählt wurde die Juristin Judith Reinartz, die bereits die Geschäfte des Verbands führt. Interessierte können sich den Geschäftsbericht des Bundesverbandes als PDF herunterladen unter: www.tierrechte.de
­
­ ­ ­
­
­
­ ­ ­
­
­ ­ ­
­
­ ­ ­
­
Medientipps
­
­ ­ ­
­
­
­
­ Interviewserie auf Freies Radio Wüste Welle: