aus Newsletter vom 20.03.21 von "foodwatch | Andreas Winkler" <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;

Petition: Helfen Sie uns dabei, das Sponsoring der EU-Ratspräsidentschaft zu stoppen!

Aktuelle EU-Ratspräsidentschaft lässt sich erneut durch Unternehmen sponsern! > Online anzeigen

© foodwatch

Finden Sie es normal, wenn ein Außenminister davon spricht, dass es nichts Außergewöhnliches ist, als Regierung zum Beispiel mit großen Unternehmen aus der Lebensmittelwirtschaft zu kooperieren? Und dann auch noch, wenn man die derzeitige EU-Ratspräsidentschaft inne hat? Wir finden: Das ist skandalös. Doch genau das hat der portugiesische Außenminister als Reaktion auf unsere Kritik am Sponsoring der Ratspräsidentschaft Portugals durch eine Getränkefirma und eine Papierfirma gesagt. Das sei völlig normal. Dabei handelt es sich um Unternehmen, die progressiver Ernährungs- und Klimapolitik entgegenstehen und mit ihren Produkten Übergewicht und Monokulturplantagen fördern. Wir fordern ein Ende dieser unverfrorenen Lobbyarbeit und rufen zu einem europaweiten Protest gegen das Sponsoring wichtiger EU-Gremien auf! Unterschreiben Sie jetzt unsere E-Mail-Aktion!

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fragen Sie sich nicht auch, was es so schwierig macht auf das EU-Sponsoring zu verzichten? Warum können die EU-Mitgliedstaaten ihre Ratspräsidentschaft, also eine Regierungstätigkeit, nicht einfach selber finanzieren?

Offenbar können sie schon. Deutschland hat dies im letzten Jahr bewiesen und sich nach der Kritik von foodwatch von keinem Unternehmen sponsern lassen. Doch Portugal sieht das Sponsoring anscheinend als Chance, portugiesische Marken bei einem breiteren und einflussreichen Publikum zu bewerben. In diesem Fall handelt es sich um Sumol + Compal, ein Getränkeunternehmen, das zum Beispiel Zuckergiganten wie PepsiCo und Lipton oder die Chipsmarke Lay‘s vertreibt. Das andere Unternehmen ist Navigator Paper, ein Unternehmen für Papierprodukte, das von Umweltorganisationen mit Monokulturplantagen und Waldbränden in Portugal sowie Landgrabbing in Mosambik in Verbindung gebracht wird. Und das alles während im Rat der Europäischen Union die Mitgliedstaaten über wichtige Zukunftsfragen unseres Kontinents entscheiden – vom Klimaschutz über Landwirtschaft bis hin zu Gesundheitspolitik. Nach Aussagen des portugiesischen Außenministers würden diese Sponsoren-Verträge nicht dazu führen, dass die entsprechende Politik beeinflusst werden würde. Wir finden: Es darf niemals der Fall sein – und auch nicht der Anschein erweckt werden –, dass ein Unternehmen Einfluss auf die politische Agenda der EU hat! Wenn eine der wichtigsten politischen Institutionen in Europa durch Unternehmen gesponsert wird, ist das schlichtweg inakzeptabel.

Leider ist das Sponsoring der portugiesischen EU-Ratspräsidentschaft kein Einzelfall, denn im Jahr 2019 hat Coca-Cola als offizieller Partner die rumänische Ratspräsidentschaft finanziert. Das Sponsoring von Coca-Cola war nicht zuletzt deshalb problematisch, weil in Europa zu dieser Zeit intensiv über eine Lebensmittelampel und eine Sonderabgabe für die Hersteller stark zuckerhaltiger Getränke diskutiert wurde – Regulierungen, gegen die sich Coca-Cola seit Jahren mit massiver Lobbyarbeit wehrt.

Unterstützen Sie uns dabei, dies zu unterbinden und der portugiesischen Regierung zu zeigen, dass das EU-Sponsoring die Glaubwürdigkeit der EU beschädigt und deshalb endlich beendet werden muss!

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Vielen Dank für Ihre Unterstützung

Herzliche Grüße
Andreas Winkler