aus Mitteilung des NDR vom 17.09.21

Ein Mastschwein steht in seinem Stall. © picture alliance/Andreas Arnold/dpa Foto: Andreas Arnold

Schweinegipfel mit Klöckner: Halter sehen positives Signal

Stand: 16.09.2021 09:04 Uhr

Nach dem digitalen Schweinegipfel, zu dem Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner am Mittwoch Halter, Handel und Lebensmittelerzeuger eingeladen hatte, ist die Branche verhalten zufrieden.

Nach der Sitzung sieht die Interessengemeinschaft der Schweinehalter (ISN) in Damme (Landkreis Vechta) ein "positives Signal". Die Betriebe brauchten einen schnellen Ausweg aus der "desaströsen Preiskrise", sagte ISN-Geschäftsführer Torsten Staack. Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) hatte am Mittwoch Hilfen für die Schweinehalter angekündigt: So soll unter anderem die Antragsfrist für Corona-Überbrückungshilfen bis Ende Dezember verlängert werden. Außerdem erklärte sie, sich bei der EU dafür einsetzen zu wollen, dass der Höchstbetrag für Beihilfen erhöht wird. Das Land Niedersachsen will Landwirten außerdem Steuerstundungen ermöglichen. Mit dem Handel habe man zudem über Sonderaktionen beim Verkauf von Schweinefleisch gesprochen, sagte Klöckner.

Klöckner erteilt Ausstiegsprämie eine Absage

Landwirte, die eher alternativ wirtschaften, sowie Umweltschützer warnen indes vor solchen Werbeaktionen - und fürchten eine Verramschung von Schweinefleisch. Sie fordern stattdessen weniger Fleisch zu produzieren. Über eine sogenannte Ausstiegsprämie wurde bei dem Gipfeltreffen auch diskutiert. ISN-Sprecher Staak sagte, dass es allenfalls in viehdichten Region wie in Südoldenburg sinnvoll sei, einigen Haltern den Ausstieg und anderen dafür den Ausbau zugunsten von mehr Tierwohl zu erleichtern. Klöckner erteilte einer Ausstiegsprämie am Mittwoch eine Absage.

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