WDR Lokalzeit Berg.Land: Wtal ohne Tierheim

Sie können sich unter dem nachstehenden Link die Sendung ansehen

https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-bergisches-land/video-lokalzeit-bergisches-land---202.html

Frau Becker schrieb an den WDR

Sehr geehrte Damen und Herren,

gestern haben Sie einen Beitrag gesendet, bei dem es um den Tierschutz in Wtal geht.

Gut, dass Sie dieses Thema endlich aufgegriffen haben.

Leider wurden hier Aussagen gemacht, mit denen die Bevölkerung nichts anfangen kann und die auch begrifflich nicht in Ordnung sind:

Der Begriff "städtisches Tierheim" ist falsch. Außer in DUI und DO, wo die Stadt die Finger im Tierheim hat, gibt es in ganz NRW kein städt. Tierheim, sondern:

Die Städte müssen für Fundsachen adäquat aufkommen, auch für die Fundsache "Tier". Weil das Betreiben eines Tierheims eine sehr kostenintensive Angelegenheit ist, schließen Städte mit Tierschutzvereinen, die ein Tierheim betreiben, in ihrer Stadt oder in der Umgebung einen Vertrag mit dem Inhalt: Du Tierschutzverein nimmst die Fundtiere meiner Stadt und bekommst dafür Geld. Die Tierschutzvereine mit diesen Tierheimen sind weiterhin gemeinnützige Vereine und nicht städtisch.

Beispiele: Die Stadt Haan hat einen Fundtierunterbringungsvertrag mit dem Tierschutzverein Velbert, der ein Tierheim betreibt, geschlossen.

Die Städte Hilden+Langenfeld+Monheim+Erkrath+Mettmann haben diesen Vertrag mit dem Tierschutzverein Hilden, der ein Tierheim in Hilden betreibt.

Die Stadt Ddorf hat diesen Vertrag mit dem Tierheim Ddorf und dieses Tierheim ist nach meiner Kenntnis das einzige Tierheim weit und breit, das ALLE Tiere aufnimmt, egal ob Fund- oder Abgabetiere. Vorbildlich!

Denn es gibt noch ein ganz anderes Problem: Tierheime müssen keine Abgabekatzen aufnehmen. Wenn diese Leute jedoch bei Tierheimen abgewiesen werden, was passiert dann mit den Katzen? Sie werden ausgesetzt. Und Leute, die sowas machen, haben ihre Katzen auch nicht kastrieren oder kennzeichnen lassen.
DAS ist unser täglich Brot.

Durch die ehrenamtliche Arbeit der Tierschutzvereine ohne Tierheim wird vielen Tieren der Aufenthalt in einem Tierheim erspart, so wie in Erkrath und in Haan. Vor allem für die Abgabetiere sind diese Tierschutzvereine unverzichtbar.

Beispiel: Am Do vor letzten Weihnachten fuhr eine Frau mit zwei Katzen zum Tierheim Hilden, um sie dort abzugeben. Das waren die Katzen ihrer verstorbenen Tante aus Langenfeld, die seit über einem Jahr sich selbst überlassen waren, die über ein offenstehendes Fenster in die verlassene Wohnung konnten und von Nachbarn gefüttert wurden. Die Frau kam regelmäßig aus Kassel, um die Katzen einzufangen, was ihr aber erst vor Weihnachten gelang. Das Tierheim verweigerte die Aufnahme:
Weil Do Ruhetag ist.
Weil sie gerade keine Abgabekatzen nehmen
Weil sie gerade Pilz im Bestand hätten (was wäre passiert, wenn es Fundkatzen gewesen wären?).
Eine Frau, die gerade Decken ins Tierheim gebracht hatte (die nehmen sie auch, wenn Ruhetag ist!), stellte dann den Kontakt zu mir her. Nach heftigem Telefonieren fand ich beim befreundeten Tierschutzverein Haan eine vorübergehende Aufnahmemöglichkeit. Inzwischen sind die Kater in einer AGT-Pflegestelle und leider noch nicht vermittelt. Sie waren auf dem Weg zur Verwilderung und sind inzwischen vermittlungsfähig gemacht worden: http://www.agtiere.de/tiervermittlung/katzenpaare/ (Portos+Pino)

Das Tierheim in Wtal ist ein schönes Tierheim und wurde von der Stadt Wtal finanziell vor die Wand gefahren. Es steht seit 3 Jahren leer, ein Skandal.

Leider hat der Katzenschutzbund Wtal sich darauf eingelassen, mit der Stadt Wtal einen Vertrag zu schließen, nach dem die Fundkatzen aus Wtal von ihm aufgenommen werden, und das zu diesen miesen finanziellen Bedingungen. Die Fundhunde gehen nach Remscheid.

Wie im Beitrag gesagt, zahlt die Stadt Wtal beiden Vereinen zusammen 200 TEuro. Wie der Betrag aufgeteilt ist, weiß ich nicht, auf jeden Fall ist das viel zu wenig.

Seit der Schließung des Tierheimes Wtal hat allein mein Verein über 15 Katzen aus Wtal aufgenommen, weil z.B. anfangs der Katzenschutzbund Wtal überhaupt keine Räumlichkeiten und kein Personal hatte, um dem Ansturm gerecht zu werden.

Zur Ergänzung: Wir betreiben kein Tierheim, sondern bringen unsere Katzen seit 21 Jahren in Pflegestellen unter.

Bitte verifizieren Sie bei Gelegenheit den Begriff „städtisches Tierheim“.

Mit freundlichem Gruß, Christa Becker
1. Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft für Tiere Rheinland e.V. (AGT)
1. Vorsitzende des TSV Erkrath e.V.