aus Newsletter Dt. Umwelthilfe vom 27.07.19

Jeder fünfte Lkw fährt mit defekter oder manipulierter Abgasreinigung

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Aufgedeckt: Jeder fünfte Lkw fährt mit defekter oder manipulierter Abgasreinigung

Liebe Christa Becker,
jeder fünfte Lkw überschreitet die geltenden Abgasstandards für Stickoxid (NOx). Das ist das erschreckende Ergebnis von Abgas-Messungen an insgesamt 140 Lkw der Abgasstufe Euro V+VI im realen Betrieb auf der Straße. Besonders Lkw aus Osteuropa waren auffällig. Die Deutsche Umwelthilfe hatte das Institut für Umweltphysik der Universität Heidelberg beauftragt, die NOx-Emissionen von Lkw im realen Betrieb zu ermitteln. Die Aktion erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Verband für die Transportbranche Camion Pro. Die Verkehrspolizei Sachsen unterstütze die Messungen an einem Tag.

Die Abgasreinigung bei 20 Prozent der Fahrzeuge zeigte sich dabei als defekt oder manipuliert. Vor allem Lkws aus Osteuropa waren auffällig, aber auch knapp 10 % der untersuchten deutschen Lkws. Der Spitzenreiter, ein MAN-Lkw, verpestete die Luft mit einem gemessenen Wert von 9539 mg NOx/kWh.

Die zu hohen NOx-Werte sind nach Ansicht der DUH auf einen Defekt oder eine Manipulation der Abgasreinigung durch die Nutzer zurückzuführen. Daher fordert der Umwelt- und Verbraucherschutzverband deutlich mehr und effektivere Kontrollen durch die zuständigen Behörden sowie wirkungsvolle Sanktionen gegen die Betreiber der Fahrzeuge. Auffällige Fahrzeuge mit zu hohen Schadstoffemissionen sollten sofort stillgelegt und erst nach einer nachgewiesenen Reparatur der Abgasreinigungsanlage und einer anschließenden Prüfung durch die Behörden wieder für den Verkehr freigegeben werden. Denkbar ist ein Entzug der EU-Lizenzen, eine Nachzahlung der Mautdivergenzen sowie angemessen hohe Strafzahlungen wie beispielsweise in der Schweiz. Die Fahrzeuge sollten erst wieder fahren dürfen, wenn die Zahlungen erfolgt sind.

Schon seit 2007 haben wir auf betrügerische Machenschaften bei der Abgasreinigung sowohl bei Diesel-Pkw als auch bei Lkw hingewiesen. Weder das Verkehrsministerium noch das Kraftfahrt-Bundesamt sind bis heute dagegen eingeschritten. Stattdessen mussten wir alleine gegen die Hersteller der betrügerischen Katalysatoren, Kat-Attrappen bzw. AdBlue-Emulatoren gerichtlich vorgehen. Diesen Kampf führen wir auch weiter. Bitte unterstützen Sie uns dabei mit Ihrer Spende.