aus der TZ vom 01.11.19 b.klares

Traditionell an Weihnachten startet das Winterprogramm von Circus Krone in München. Mit in der Manege werden Elefanten sein. Tierschützer in Rage.

 

München - „Wildtierhaltung im Zirkus jetzt beenden“: Erst in der vergangenen Woche hat der Agrarausschuss des Deutschen Bundestags einen Antrag der Grünen-Fraktion mit diesem Titel abgelehnt. Jetzt flammt eine alte Diskussion um den Circus Krone wieder auf. 

Wie bekannt wurde, will der Zirkus im bevorstehenden Programm wieder Elefanten in die Manege holen. Zwei der fünf Krone-Dickhäuter sollen dafür aus einer Tierresidenz in Spanien nach München zurückkehren, bestätigte der Zirkus.

Circus Krone: Tierquälerei in „höchstem Ausmaß“?

Aktivisten kritisieren den Einsatz der Wildtiere schon lange. Die Aktionsgruppe Tierrechte Bayern bezeichnet die Rückkehr als „falsches Signal“. Erstmals hätten sich die Vierbeiner in einem naturbelassenen Freipark nahezu uneingeschränkt bewegen können. Sie nun erneut dem Stress durch Transport und Dressur auszusetzen, sei „Tierquälerei in höchstem Ausmaß“.

Circus-Krone-Chef Martin Lacey junior wies diese Kritik auf unsere Anfrage hin zurück. „Die Tierrechtler sind keine Experten“, sagt er. Mit echten Fachleuten hingegen arbeite der Zirkus eng zusammen. Deshalb könne er sagen: „Die Elefanten haben keinen Stress beim Transport.“ Es gebe genügend Pausen.

Wann die Elefantenkühe Bara und Burma das grüne Reservat El Castillo de las Guardas im Süden Spaniens verlassen, lässt Lacey offen – „zum Schutz der Tiere“, wie er sagt. Schließlich gibt esi n der Tierrechte-Szene auch radikale Gruppierungen.

Laceys Pläne sehen vor, dass die 54 Jahre alte Mala ihren Ruhestand weiter in dem spanischen Reservat verbringen wird, begleitet von der 18 Jahre jüngeren Kenia und der Elefantin Aisha. Dass Bara zur Rückkehr nach München ausgewählt wurde, erklärt der Direktor so: „Bara vermisst den Zirkus sehr.“ Und ebenso vermisst seine Frau Jana Mandana Lacey-Krone die Dickhäuter, die sie regelmäßig in Spanien besucht.

Ob nur Bara im Winterprogramm auftritt oder auch Burma, konnte Lacey noch nicht sagen. Das müsse sich zeigen, wenn die Elefanten zurück in der Stadt sind.

Circus Krone gilt vielen Tierschützern als Feindbild schlechthin

Die Haltung der Wildtiere in den Zirkus-Gebäuden steht seit Jahren in der Kritik von Tierrechts-Aktivisten. Der Circus Krone als eines der großen Zirkusunternehmen, die mit Tieren arbeiten, gilt vielen als Feindbild schlechthin. Für negative Schlagzeilen hat der Zirkus, in dem die tonnenschweren Tiere bei ihren Auftritten Kopfstände und Polonaisen machen, 2018 gesorgt: Damals stürzte Elefantin Mala bei der Premiere in Osnabrück im Logenbereich auf einen Zuschauer.

Traditionell präsentiert Zirkusdirektorin Jana Mandana Lacey-Krone persönlich die Elefanten in der Manege. Die Dickhäuter sind sogar das Krone-Wappentier. Langfristig will der Zirkus den grauen Riesen auf dem Krone-Gestüt in Weßling einen Ruhesitz einrichten. Zuletzt wartete der Traditionsbetrieb dafür noch auf die Baugenehmigung. „Wir sind da auf einem guten Weg“, sagte Lacey.

Im Jahr 2018 wäre ein waghalsiges Kunststück einem Artisten beinahe zum Verhängnis geworden. Er stürzte bei einer Vorstellung des Circus Krone vom Todesrad.