aus Newsletter von Online-Shopping-Link von Katzenschutzbund Düsseldorf e.V. vom 20.11.19

50-Euro-Notdienst-Gebühr für Tierbesitzer kommt

Bundesweit - Die Politik reagiert aktuell auf Forderungen der Tierärzte und hat eine Anpassung der GOT (Gebührenordnung für Tierärzte) auf den Weg gebracht. Bereits ab Anfang 2020 wird es voraussichtlich eine pauschale Pflichtgebühr von 50 Euro für NOTDIENST-Konsultationen geben. Weitere Änderungen kommen hinzu.

Der von Ministerin Julia Klöckner vorgelegte Gesetzentwurf für die Novellierung der GOT wurde Anfang November einstimmig und ohne weitere Aussprache im Bundeskabinett verabschiedet. Damit ist der Weg frei in den Bundesrat. Dort soll es am 20. Dezember zum Beschluss kommen, so dass die Novelle voraussichtlich Anfang 2020 in Kraft tritt.

Neben der VERPFLICHTENDEN pauschalen Notdienstgebühr von 50 Euro sollen die tierärztlichen Leistungen dann mindestens mit dem zwei- bis vierfachen Satz abgerechnet werden (gilt außerhalb der regulären Sprechzeiten – werktags: 18 bis 08 Uhr/Wochenende: FR 18 Uhr bis MO 08 Uhr). Sonderregelungen sind jedoch für Tierheime möglich, wenn ein Bestandsbetreuungsvertrag abgeschlossen wurde.

Meine Meinung:
Ja, damit wird die Inanspruchnahme des tierärztlichen Notdienstes für den Tierbesitzer teurer. Aber, wer hier denkt, dass damit den Tierärzten ein „fettes Zubrot“ beschert wird, geht meiner Meinung nach völlig fehl. Diese Anpassung ist längst überfällig und trägt allenfalls zur Kostendeckung bei. Das, was in anderen Berufszweigen längst üblich ist und anstandslos vom Verbraucher bezahlt wird, hält endlich auch Einzug in einen Fachbereich, der für uns Tierhalter so wichtig ist. Moderne Tierarztpraxen erfordern einen ständigen Qualitätszuwachs an Ausstattung und Personal. Beides ist teuer, aber notwendig, damit unseren Begleitern eine qualifizierte und nicht selten lebensrettende Betreuung im Notfall zukommt.

Zudem sind ausgerechnet die Tierärzte oft diejenigen, die Ratenzahlungen sogar dann noch einräumen, obwohl sie genau wissen, dass ein beträchtlicher Anteil der Tierbesitzer sich nicht scheut, die erhaltene Leistung einfach nicht zu bezahlen.

Tierhaltung kostet Geld. Der Wert eines Tieres definiert sich nicht über den Anschaffungspreis, sondern mit der Bereitschaft, zu teilen. Zeit. Geld. Leben.

Allerdings befürchte ich, dass die Verteuerung bei dem einen oder anderen Tierbesitzer dazu führen wird, dass er im Zweifel mal einen dringend erforderlichen Notdienst-Besuch „aufschiebt“ und damit auf Kosten seines Tieres spart. Ein Abwägen unter dem Motto „wenn ich erst (über-)morgen gehe, ist es deutlich billiger“ darf es in unserer Gesellschaft niemals geben. „Geiz ist nicht geil“, sondern verlangt einem Tier womöglich vermeidbares Leiden ab.

Lasst es nicht soweit kommen. Zur bestmöglichen Vorsorge für ein Tier gehört selbstverständlich, ein Budget für dessen tierärztliche Versorgung einzuplanen. Auch ein Tier kann sich nicht aussuchen, wann es krank oder verletzt wird. Es kann immer passieren. Genau in diesem Moment trägt dann jeder selbst die Verantwortung und kann sie nicht auf andere abschieben.

Erst in der Not zeigt sich der Wert einer Freundschaft. Ich glaube, dass man sich etwas Wertvolleres für 50 Euro auf dieser Welt kaum leisten kann.

Infos zur aktuell gültigen GOT (Stand 2017): https://www.bundestieraerztekammer.de/tieraerzte/beruf/got/