aus Newsletter von Jörg Rohwedder - WeMove.EU"  vom 17.11.19

Petition von WeMove.EU: Österreich hat Glyphosat verboten - Bayer greift an

Österreich hat Glyphosat verboten. Die EU stellt das in Frage und hat dazu eine öffentliche Beratung gestartet. Wir nutzen die Gelegenheit und nehmen mit tausenden E-Mails an der Beratung teil. Wir sagen: Glyphosatverbot in Österreich muss bleiben.

Frau Becker hat unseren Appell unterzeichnet und fordern mit uns, dass Österreich Glyphosat verbieten darf. Die EU-Kommission stellt das in Frage. Mächtige Lobbyisten von Bayer-Monsanto drängen darauf, das Verbot einzukassieren. [1]

Die Regeln der EU erfordern, dass die Kommission sich öffentlich Rat holt, bevor sie Österreich verpflichten kann, Glyphosat weiter zu erlauben. [2] Wenn wir Bürgerinnen und Bürger unsere Sorgen mitteilen, dann müssen sie für die Beratung angenommen werden. Und darum machen wir das jetzt zu Tausenden - damit wir nicht überhört werden können. Wir machen deutlich: Das Glyphosat-Verbot in Österreich muss bestehen bleiben. Jede Regierung hat das Recht und die Pflicht, ihre Bevölkerung vor krebserregenden Giften zu schützen.

Die Zeit drängt. Beiträge zur Beratung nimmt die Kommission nur noch bis zum 29. November entgegen. Wir haben es für Sie leicht gemacht und eine E-Mail vorbereitet, die Sie über uns abschicken können. Ein Klick, schnell die E-Mail unterzeichnet und wir senden den Kommentar in Ihrem Namen.

Beitrag zur Beratung senden

Österreich übernimmt die Führung gegen Glyphosat und wird das erste EU-Land sein, das das Ackergift vollständig verbietet. [3]

Zwar hat die EU-Kommission immer betont, die Mitgliedsländer könnten Glyphosat innerhalb ihrer eigenen Grenzen verbieten. Doch jetzt gerät sie durch den Hersteller Bayer-Monsanto unter Druck. Er fordert mit aller Macht, die Europäische Kommission habe das Glyphosatverbot wieder aufzuheben. [4]

Gegen jedes bessere Wissen behaupten die Hersteller, Glyphosat sei sicher und  unsere Gesundheit würde nicht gefährdet. Dabei nehmen die wissenschaftlichen Beweise zu, dass die Chemikalie krebserregend ist. Die University of Washington hat vorliegende Studien systematisch ausgewertet und stellt fest, dass das Krebsrisiko um 41 Prozent steigt, wenn Menschen Glyphosat ausgesetzt sind. [5] Sie kommt zu dem Ergebnis, dass ein "überzeugender Zusammenhang" zwischen der tödlichen Erkrankung Non-Hodgkin-Lymphom und Glyphosat besteht.

Es hat uns sehr gefreut, als beide Parlamentskammern in Österreich mit deutlicher Mehrheit Glyphosat verboten haben. Die deutsche Bundesregierung hat immerhin angekündigt, schrittweise auszusteigen. [6] Keine Überraschung, dass Bayer-Monsanto als wichtigster Hersteller dagegenhält und sich dabei auf die EU beruft.

Aber die EU, das sind auch wir. Die Bürgerinnen und Bürger, die in der EU leben und die den Giften ausgesetzt sind - das Pestizid findet sich schließlich überall. Schreiben Sie Ihre Bedenken an die Kommission. Wir haben alles vorbereitet.

An die Kommission schreiben

Bayer-Monsanto argumentiert, das österreichische Verbot sei "nicht mit zwingenden rechtlichen und verfahrensrechtlichen Anforderungen vereinbar". Das ist phantasievoll, wenn man bedenkt, dass die Kommission den Mitgliedsländern nach unserem öffentlichen Aufschrei vor zwei Jahren versichert hat, sie könnten ihre Bevölkerung vor dem Gift schützen. [7]

Der Kampf um Glyphosat ist eine Erfolgsgeschichte der gesamten europäischen Umweltbewegung, von der wir ein Teil sind. Es waren unsere Kampagnen, die dafür gesorgt haben, dass Glyphosat nur eine Fünfjahreslizenz erhielt und nicht die von der Industrie gewünschten 15 Jahre. [8]

Senden Sie Ihre Stellungnahme an die EU zur Unterstützung des österreichischen Verbots. Wenn das Verbot aufrechterhalten wird, werden wir einem EU-weiten Verbot und einer glyphosatfreien und sichereren Zukunft für ganz Europa näher denn je sein.

Mit Entschlossenheit,

Jörg Rohwedder (Lübeck)
Virginia López Calvo (Madrid)
Marta Tycner (Warschau)
Giulio Carini (Rom)
Fatima Ibrahim (London)
Alexandre Naulot (Marseille)
für das gesamte WeMove.EU-Team