Bauern in Sorge wegen Versorgung der Tiere in Corona-Zeiten

Aus Newsletter von TOnline.de 17.03.2020, 12:43 Uhr | dpa

Die Bauern treibt die Sorge um, wie ihre Tiere bei einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus versorgt werden können. "Die Telefone klingeln heiß", sagte die Sprecherin des Landesbauernverbandes, Bettina Schipke, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. "Die Sorge ist da. Wer Tiere im Stall hat, macht sich Gedanken darüber." Auch an das Landwirtschaftsministerium in Schwerin wandten sich bereits Landwirte, wie eine Ministeriumssprecherin in Schwerin sagte. Noch gibt es den Angaben zufolge keine klaren Festlegungen, wie in einem solchen Fall zu verfahren ist.

Offen ist auch noch, inwieweit Nutztieren eine Gefahr von Menschen droht, die mit dem Coronavirus infiziert sind. Dazu hat das Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems bei Greifswald mit Untersuchungen begonnen. Mit Ergebnissen wird frühestens Ende April gerechnet.

Geklärt ist laut Bauernverband, dass die Berufsgruppe der Landwirte als systemrelevant eingestuft wurde. Damit könnten Mitarbeiter ihre Kinder nach der Schließung von Kitas und Schulen in die Notbetreuung geben und stünden als Arbeitskräfte zur Verfügung. Die Landwirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns beschäftigt nach Angaben des Verbandes einschließlich Saisonkräften rund 20 000 Menschen, davon in der Tierproduktion etwa 12 000.

Derzeit müssten laut Bauernverband eigentlich die Schulungen der Landwirte für die Stellung der Anträge auf EU-Subventionen laufen, die eine wichtige Einkommensquelle für die Bauern darstellen. Diese entfielen nun aber wegen der Kontaktsperren. An einem Angebot für Online-Schulungen werde gearbeitet.