Aus Newsletter von n: "vereinsbetreuung" <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; vom 12.06.20 Aktualisierte Empfehlungen für Tierheime / Aktualisierte FAQs - Coronavirus

Corona - Fragen und Antworten / Aktualisierte Empfehlungen für Tierheime

Es besteht das Gerücht, dass sich das Coronavirus mehrere Tage auf dem Fell eines Tieres halten kann und sich der Mensch anstecken könnte. Sollten Tiere (Hunde) aus Haushalten, in denen Personen positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden, bei Aufnahme im Tierheim gewaschen werden?
Nach Angaben der World Health Organisation (WHO) und der Welttiergesundheitsorganisation (OIE), gibt es keine Hinweise darauf, dass Haustiere eine Rolle in der Verbreitung von SARS-CoV-2 spielen. Es sind keine Fälle bekannt, in denen Haustiere eine Infektionsquelle für Menschen waren.
https://www.who.int/news-room/q-a-detail/q-a-coronaviruses
https://www.oie.int/scientific-expertise/specific-information-and-recommendations/questions-and-answers-on-2019novel-coronavirus/
Wissenschaftliche Untersuchungen hierzu laufen momentan am FLI, das über neue Erkenntnisse auch regelmäßig in seinen FAQs informiert:
https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/coronavirus/
https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00029994/FAQ-SARS-CoV-2_2020-05-15.pdf
https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00029996/Empfehlung-Umgang-mit-empfaenglichen-Haustieren_15-05-2020.pdf
Das FLI empfiehlt aktuell keine speziellen Absonderungs- oder Quarantänemaßnahmen für Tiere. Wir empfehlen die Tiere im Tierheim wie Fundtiere zu behandeln und entsprechend in der Quarantänestation unterzubringen bzw. einzeln zu halten (siehe bitte Empfehlungen für Tierheime). Ein direkter Kontakt zu anderen Tieren ist zu vermeiden.
Das Waschen/Shampoonieren kann grundsätzlich als prophylaktische Maßnahme bei Aufnahme von Hunden im Tierheim, die an das Prozedere gewöhnt sind, etabliert werden. Nach aktuellem Sachstand ist das Waschen aber nicht erforderlich und in Anbetracht des zusätzlichen Stresses (neben der Trennung von Besitzer und gewohntem Umfeld) für das Einzeltier gründlich abzuwägen. Für andere Tierarten ist es aus diesem Grund i. d. R. aus Tierschutzsicht abzulehnen.
Prof. Dr. Streeck hat im stark von COVID-19-Fällen betroffenen Kreis Heinsberg verschiedene Oberflächen in den Haushalten getestet. Hierbei wurden auch Katzen untersucht. Auch bei hoch infektiösen Familien war kein ansteckendes Virusmaterial auf Katzen nachzuweisen. Die Ergebnisse müssen noch verifiziert werden.Aufgrund der strukturellen Ähnlichkeit zu SARS-CoV-1, geht das RKI von einer Tenazität (Überlebensfähigkeit in der Umwelt) von mehreren Tagen aus. Eine aktuelle US-Studie hat eine Tenazität von rund 72 Stunden von SARS-CoV-2 auf Oberflächen aus Stahl und Kunststoff bestätigt. In Aerosolen soll der Erreger ca. 3 Stunden überleben. In Deutschland sind gemäß Robert-Koch-Institut bislang jedoch keine Fälle von Infektionen bekannt, die auf die Berührung kontaminierter Oberflächen zurückzuführen sind (siehe bitte Empfehlungen für Tierheime).

2. Können trotz verhängter Ausgangsbeschränkungen Futterstellen frei lebender Katzen weiter betreut werden?

Mit Einführung der Ausgangs- bzw. Kontaktbeschränkungen gab es Unsicherheiten, ob eine Versorgung weiter gewährleistet werden kann. Wir als Deutscher Tierschutzbund e. V. haben uns für eine Versorgungsmöglichkeit
der Tiere eingesetzt und kommunizierten dies entsprechend gegenüber der Politik.Die Versorgung der freilebenden Katzen wird i. d. R. von Einzelpersonen übernommen, die bei dieser wertvollen Tierschutzarbeit aus unserer Sicht die
Möglichkeit haben, den Kontakt zu anderen Personen zu vermeiden. Nach unserer Erfahrung, war und ist die Versorgung der freilebenden Katzen gewährleistet. Wir möchten an dieser Stelle die Tierschutzvereine bitten, uns zu informieren, wenn es Versorgungsprobleme durch behördliche Auflagen geben sollte. Durch weitgehende Lockerungen der Beschränkungen erscheint die Situation aktuell entspannt. Bei regionaler Verschärfung von Schutzmaßnahmen und Wiedereinführung von Beschränkungen, sollte den ehrenamtlichen Helfern ggf. eine entsprechende schriftliche Bestätigung an die Hand gegeben werden. Im Zweifel wenden Sie sich für eine offizielle Absprache an ihr zuständiges Veterinäramt bzw. das Gesundheitsamt. Siehe hierzu auch Frage 5.

3. Dürfen Pferde aus dem Stall geholt und im Freien bewegt werden?

Auch hinsichtlich dieser Frage hat die partielle Aufhebung von Beschränkungen eine Entspannung der Situation mit sich gebracht. Die Versorgung von Pferden muss weiterhin gewährleistet bleiben können, wie bei anderen Tierarten auch. Dies umfasst die Versorgung mit Futter und Wasser, das Ausmisten und täglich ausreichende Bewegung. Pferde sind Lauftiere, daher muss die Bewegungsmöglichkeit für Pferde als nötiger Anteil an der Versorgung gewährleistet
bleiben. Es wird davon ausgegangen, dass eine Betreuung alleine durch die Besitzer der Einstellmöglichkeiten nicht gegeben ist. Der Personenkreis im Stall sollte beschränkt werden (nur die zur Versorgung unbedingt notwendigen Personen), bzw. es sollte darauf geachtet werden, dass die anwesenden Personen genug Abstand zueinander halten (im Stall, in der Reithalle,  auf dem Reitplatz) und Hygienemaßnahmen durchgeführt werden können. Das
BMEL sieht die Grundversorgung der Pferde als nachvollziehbar und berechtigt an.Jedoch muss jedes Bundesland bzw. der Landkreis einzeln konkrete Vorgaben erlassen.
Auch hier wird bei einer erneuten Ausgangsbeschränkung empfohlen, eine Selbstauskunft über die Notwendigkeit des Ausgangs mitzuführen und eine Kopie des Pferdepasses des zu versorgenden Pferdes parat zu haben.

4. Wie sollte man aktuell beim Thema Gassigehen im Tierheim verfahren?

Vermeiden Sie Menschenansammlungen, die sich nicht selten zu Beginn der Gassigehzeiten ergeben. Etablieren Sie z. B. Zeiträume/-punkte für eine gewisse Zahl an Gassigeher*innen, bei denen der Mindestabstand von 1,5 – 2 m eingehalten werden kann. Oder vereinbaren Sie feste Zeiten für einzelne Gassigeher*innen. Übergeben Sie die Hunde im Eingangsbereich bzw. vor dem Tierheimgelände. Wenn möglich, lassen Sie die Gassigeher*innen eine eigene Leine (ggf. auch Geschirr) verwenden, die diese mitbringen und wieder mit nach Hause nehmen und führen Sie Verhaltensregeln ein (kein enger Kontakt zwischen Gassigeher*innen und Hund). Vor und nach Kontakt mit jedem Tier sind die allgemeinen Hygieneregeln (Händewaschen, Händedesinfektion) zu beachten. Im Notfall sind Gassigehzeiten einzuschränken. Versuchen Sie in diesen Fällen durch ein geeignetes Management den Hunden täglich in den vorhandenen Ausläufen und durch das Personal die Möglichkeit der Bewegung zu geben.

5. Gibt es bei Ausgangsbeschränkungen Sonderregelungen, wer die Tiere weiterhin versorgen darf (Ehrenamtliche/Festangestellte)?

Die bisher verfügten und nun gelockerten Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen hatten nach unserer Erfahrung keinen nachhaltigen Einfluss auf die Versorgung der Tiere im Tierheim, wenngleich die personelle Situation durch Schichtarbeit sowie Wegfall von Personal und ehrenamtlichen Helfern die Situation deutlich erschwert hat. Dies ist vor allem der besonnenen und guten Reaktion aller Verantwortlichen in den Tierschutzvereinen und Tierheimen zu verdanken. Das festangestellte Personal kann seiner Tätigkeit nachgehen. Eventuelle Einschränkungen in Bezug auf ehrenamtliche Helfer werden i. d. R. von den Vereinen eigenständig bestimmt.
Grundsätzlich muss die Versorgung der Tiere in Tierheimen auch während einer geltenden Ausgangsbeschränkung weiter sichergestellt werden. Festangestellte können bei Wiedereinführung von Beschränkungen mit einer Selbstauskunft mit Begründung des Ausgangs, dass die Tiere im Tierheim versorgt werden müssen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten, weiterhin normal zur Arbeit gehen. Tierpfleger sind inzwischen auch vom BMEL als systemrelevant eingestuft. Die Bundesländer haben dazu unterschiedliche Ansätze, z. B. gibt es nicht in jedem Bundesland eine Auflistung systemrelevanter Berufe. Der Begriff systemrelevant wird i. d. R. auch ausschließlich im Zusammenhang mit der Kindernotbetreuung verwendet. Sofern ehrenamtliche Helfer für die Versorgung der Tiere notwendig sind, sollten Sie diesen auch eine entsprechende Bestätigung an die Hand geben, dass ihre Anwesenheit zwingend notwendig ist, um die Versorgung der Tiere zu gewährleisten.

Die Zahl der im Tierheim anwesenden Personen sollte auf das Minimum beschränkt werden, das nötig ist, um die notwendige Versorgung der Tiere zu gewährleisten. Wenn mehrere Personen gleichzeitig vor Ort sind, sollte der Kontakt zwischen diesen Personen vermieden oder möglichst gering gehalten werden. Maßnahmen, die nicht mit der essentiellen Tierversorgung zusammenhängen, sollten in dieser Zeit ausgesetzt werden (siehe bitte Empfehlungen für Tierheime).

6. Darf ein Tierschutzverein trotz Ausgangsbeschränkung Fundtiere abholen, die ihm von einem Finder gemeldet werden?

Aktuell sind Kontakte eingeschränkt, die nicht dringend beruflich notwendig sind, auch wenn bereits Lockerungen eingeführt wurden. Normale dienstliche Fahrten sind als solches nicht beschränkt. Wird nun ein Tier von einer Privatperson gefunden, ist es grundsätzlich einmal die Pflicht eines jeden, eine Fundsache zu verwahren. Kann er dies nicht, ist er berechtigt das Tier bei der zuständigen Behörde abzuliefern. In den meisten Fällen haben die Gemeinden oder Städte einen Vertrag mit dem ortsansässigen Tierschutzverein und das Tier kann dorthin gebracht werden. Wichtig ist jedoch, dass Sie auch dabei die geltenden Vorschriften im Hinblick auf den Kontakt mit anderen Menschen beachten, wie z. B. den Mindestabstand von 1,5 – 2 Metern. Ruft die Privatperson nun beim Tierschutzverein an, damit das Tier abgeholt wird, gehört dies zu der regulären Arbeit eines Tierpflegers, sprich es ist eine beruflich
notwendige Tätigkeit, das Tier zu holen und aufzunehmen. Wichtig ist auch hier: Vermeiden Sie jeden direkten Kontakt.

7. Darf die Kastration frei lebender Katzen trotz der Ausgangs-/Kontaktbeschränkungen weiter geführt werden?

Diese Frage sollten Tierschutzvereine direkt mit den Ministerien in Ihrem Bundesland bzw. mit den Veterinär- und Ordnungsämtern erörtern. Aktuell gibt es dazu keine uns bekannten Einschränkungen. Man sollte auf jeden Fall auch mit den Tierärzten vor Ort sprechen, wie die Situation und die Kapazitäten aussehen. Hier gilt es im Einzelfall abzuwägen und für den Fall, dass Kastrationen nicht durchgeführt werden können, zu klären, ob tragende Katzen aufgenommen werden und die Jungtiere im Anschluss vermittelt werden können.

8. Was passiert mit Listenhunden, deren Halter in Quarantäne müssen?

Diese Hunde können nicht von jedem Gassi geführt werden. Grundsätzlich können sich diese Personen nur ans zuständige Ordnungsamt wenden und mit diesem besprechen, was in einem solchen Fall zu tun ist. Grundsätzlich
müssen die Tiere aber weiterhin versorgt und tiergerecht gehalten werden können.Es sollte in Absprache mit den Behörden tierschutzgerechte Lösungsansätze geben,ggf. auch unter Auflockerung der Auflagen.

9. Ist es sinnvoll, Mitarbeiter in den Urlaub zu schicken / Stunden abbauen zu lassen, wenn die Versorgung der Tiere sichergestellt ist, um Ersatzpersonal zu haben?

Auf welcher gesetzlichen Grundlage basiert dies? Oder ist es für solche Maßnahmen bereits aufgrund der Inkubationszeit "zu spät“? Was passiert, wenn der Worst Case eintritt und kein Personal mehr zur Verfügung steht?“
Wir haben in unseren „Empfehlungen für Tierheime“ dazu grundsätzliche Hinweise gegeben. Wir empfehlen ein Mehrschichtsystem, bei dem ein gewisser Anteil der Mitarbeiter nach einer festzulegenden Arbeitszeit gegen eine zweite oder dritte Schicht ausgetauscht wird. So soll verhindert werden, dass bei einer Quarantäneanordnung der Großteil der Mitarbeiter ausfällt. Es stellt ebenso eine Alternative dar, einen Teil der Mitarbeiter über Stundenabbau
und Urlaub über einen gewissen Zeitraum aus dem Arbeitsumfeld heraus zu nehmen.Hierbei ist aber zu berücksichtigen, dass es auch im privaten Umfeld eine Gefahr der Ansteckung gibt. Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollten einvernehmlich und in Absprache erfolgen. Auch Kurzarbeit kann eine Lösung sein. Kurzarbeit kann durch den Arbeitgeber nur angeordnet werden, wenn das im Arbeitsvertrag festgelegt ist. Urlaub kann nur
verordnet werden, wenn das im Rahmen von „Betriebsferien“ in der Krisenzeit geschieht. Die grundsätzliche Versorgung ist auf Basis der aktuell geltenden Kontaktbeschränkungen weiterhin möglich. Ein kompletter Ausfall des Personals wäre dann zu erwarten, wenn alle Mitarbeiter gleichzeitig in Quarantäne müssten. Durch das angepasste Schichtsystem soll dies bestmöglich verhindert werden. Außerdem ist jeder einzelne angehalten, dass Risiko im privaten Umfeld ebenfalls zu minimieren, damit Auswirkungen auf die Gesundheit anderer Personen und Kolleg*innen verhindert werden können.

10. Gibt es Tipps hinsichtlich des Ablaufs und finanziellen Ausgleichs für den Fall, dass Tiere in andere Tierheime verlegt werden müssen?

Wir gehen davon aus, dass sich unsere Mitgliedsvereine im Rahmen ihrer Möglichkeiten gegenseitig unterstützen und dies auf Gegenseitigkeit beruht, wodurch ein Leistungsausgleich erfolgen könnte. Denkbar wäre auch ein finanzieller
Ausgleich auf Basis eines Tagessatzes, der zwischen den Tierschutzvereinen vereinbart wird. Im Einzelfall muss der Status der Tiere geprüft (Fundtier, Abgabe, Verwahrung) und entschieden werden, für welche Tiere eine Weitergabe unter welchen Bedingungen in Frage kommt.

11. Wie sollen Vereine bezüglich ihrer Mitgliederversammlung vorgehen?

Die meisten Vereinsveranstaltungen mussten abgesagt und verschoben werden. Rechtliche Probleme sollten daraus nicht entstehen. Wurde noch keine Einladung verschickt, sondern soll die Mitgliederversammlung
lediglich laut Satzung im ersten oder zweiten Quartal des Jahres stattfinden, müssen Sie keine weiteren Schritte einleiten. Bei der Regelung handelt es sich lediglich um eine Ordnungsvorschrift, die keine rechtlichen Konsequenzen nach sich zieht. Der Transparenz halber können Sie jedoch auf der Homepage einen Hinweis veröffentlichen, dass die Mitgliederversammlung auf Grund der Corona-Krise in diesem Jahr zu einem späteren Zeitpunkt stattfindet.
Wenn Wahlen anstehen: Soweit Sie in der Satzung geregelt haben, dass das Amt bis zur Neuwahl fortdauert, stellt die Verschiebung kein Problem dar. Für 2020 gilt zudem eine gesetzliche Ausnahmeregelung, dass alle Vorstandsämter auch nach Ablauf der Amtszeit bis zur Bestellung ihrer Nachfolger im Amt bleiben (außer im Falle von Rücktritt oder Abberufung). Ist der Vorstand allerdings zurückgetreten oder nicht mehr bereit die Vereinsgeschäfte weiterzuführen, müsste beim Amtsgericht um die Ernennung eines Notvorstandes gebeten werden. Am besten dann gleich mit Vorschlag von 1-2 Personen, idealerweise aus dem Umfeld des Vereins.
Sind ausnahmsweise auch Beschlüsse im Umlaufverfahren möglich? Abweichend von den üblichen Regelungen wurde für 2020 geregelt, dass auch eine Teilnahme an der Versammlung über elektronische Medien möglich ist, oder eine
Briefwahl per Post oder Email. Danach kann der Vorstand Vereinsmitgliedern ermöglichen, an der Mitgliederversammlung aus der Ferne teilzunehmen und Mitgliederrechte im Wege der elektronischen Kommunikation auszuüben oder ohne Teilnahme an der Mitgliederversammlung ihre Stimmen vor der Durchführung der Mitgliederversammlung schriftlich abzugeben (Briefwahl). Beide Optionen sind sonst nur mit ausdrücklicher Satzungsregelung gestattet, nun aber aufgrund der Corona-Lage ausdrücklich gesetzlich gestattet. Bei einem Umlaufbeschluss reicht es aus, wenn alle Mitglieder beteiligt wurden und bis zu dem vom Verein gesetzten Termin mindestens die Hälfte der Mitglieder ihre
Stimmen in Textform abgegeben haben.

12. Besteht die Möglichkeit, die Mitglieder-/Jahreshauptversammlung in 2020 ausfallen zu lassen und auf 2021 zu verlegen, wenn unter den geltenden Kontaktbeschränkungen eine größere Versammlung nicht zu organisieren ist?

Gibt es dahingehend einen Unterschied zwischen einer Mitgliederversammlung mit Wahlen und ohne Wahlen? Die Frage, wie lange eine Mitgliederversammlung verschoben werden kann, lässt sich aus dem Gesetz heraus nicht eindeutig beantworten. Das Gesetz äußert sich nur, dass der Vorstand in jedem Fall weiter bis 31.12.2020 im Amt bleibt. Ein Verschieben ist damit nicht legitimiert, da eine Neuwahl dann auch noch in diesem Jahr stattfinden müsste. Es gilt also der Grundsatz, dass noch in diesem Jahr eine Mitgliederversammlung abzuhalten wäre, insbesondere dann, wenn in der Vereinssatzung keine andere Regelung enthalten ist. Sollte das Abhalten einer Mitgliederversammlung aufgrund der Pandemie-Situation auch bis Ende dieses Jahres nicht möglich oder dem Verein zu riskant sein, bestünde die Möglichkeit, zumindest die Wahlen per Umlaufverfahren durchzuführen. In den meisten Vereinssatzungen ist allerdings explizit geregelt, dass der Vorstand bis zur Durchführung der Neuwahlen im Amt bleibt, was den Vereinen etwas mehr Spielraum gibt und Wahlen somit grds. auch 2021 durchgeführt können, der alte Vorstand also bis dahin ganz regulär weiterarbeitet. Der Vorstand hat auch eine Verantwortung für die Gesundheit der Mitglieder und muss letztendlich eine Abwägung treffen. Aus unserer Sicht sind SatzungsSeite Regelungen bezüglich des Zeitraums des Abhaltens der Jahreshauptversammlung als Ordnungsvorschriften zu verstehen. Das heißt, dass bei Vorliegen hinreichender Gründe immer auch verschoben werden kann, und zwar grds. auch dann, wenn Neuwahlen anstehen, nur sollten Sie dann genau schauen, was für eine Regelung es in Ihrer Satzung zum Verbleiben im Vorstandsamt über die reguläre Amtszeit hinaus gibt. Sofern keine diesbezügliche Regelung existiert, müssten jedenfalls die Wahlen
bis zum 31.12.2020 durchgeführt werden (s. oben). Aber selbst wenn keine Wahlen in 2020 anstehen: Fällt eine Mitgliederversammlung ganz aus in diesem Jahr, sollten Sie die Mitglieder so oder so zumindest schriftlich
über die wichtigsten Ereignisse informieren und einen Geschäfts- bzw. Kassenbericht versenden. Die Entlastung des Vorstandes könnte dann im Umlaufverfahren erfolgen oder auch auf 2021 verschoben werden.

13. Ab wann dürfen an Covid-19 erkrankte und genesene Personen wieder arbeiten?

Das RKI hat Kriterien festgelegt, ab wann Personen aus dem Krankenhaus oder häuslicher Quarantäne entlassen werden können: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Entlassmanagement,html
In Einzelfällen kann davon abgewichen werden. Personen, die nach diesen Kriterien als nicht mehr infektiös gelten, sollten auch wieder am Arbeitsplatz eingesetzt werden können.

14.Was bedeutet das für unsere Haustiere?

Mittlerweile gibt es mehrere Berichte, dass einzelne Haustiere positiv auf SARSCoV- 2 getestet wurden, dass Katzen, Frettchen und Goldhamster empfänglich für SARS-CoV-2 sind und das Virus an andere Tiere ihrer Art weitergeben können.Bisher gibt es nur vereinzelte Fälle aus verschiedenen Ländern, bei denen Hunde und Katzen positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden. Der Großteil der Tiere zeigte keine oder nur vorübergehende milde Symptome einer Erkrankung (Atem- und Verdauungsprobleme). Aktuell gibt es kaum Hinweise darauf, dass Haustiere schwer an einer Infektion mit Sars-CoV-2 erkranken. Es wird davon ausgegangen, dass die Übertragung von SARS-CoV-2 vom erkrankten Besitzer auf das Tier erfolgte. In den Niederlanden wurde jedoch eine Infektion bei drei Katzen auf einer Nerzfarm nachgewiesen. Hier wird vermutet, dass die Katzen möglicherweise durch die Nerze
infiziert wurden, die ursprünglich von Farmarbeitern infiziert worden waren.In mehreren experimentellen Studien 1,2,3 wurde unter Laborbedingungen nachgewiesen, dass vor allem Katzen, Frettchen und Syrische Goldhamster mit
SARS-CoV-2 infiziert werden können und die Erkrankung auch an andere Tiere weitergeben können. Katzen entwickeln hier teilweise auch klinische Symptome wie Atemwegs- und Verdauungsprobleme, die in der Regel vorübergehend waren. Bisher wurde keine Infektion mit SARS-CoV-2 eines als Haustier gehaltenes Frettchens oder Hamsters nachgewiesen. Auch wenn das zunächst beunruhigend klingt, ändern auch diese experimentellen
Untersuchungen nichts am momentan empfohlenen Umgang mit unseren
1 https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2020.03.30.015347v1.article-info
2 https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMc2013400
3 https://www.nature.com/articles/s41586-020-2342-5

Haustieren. Die Tiere in der Studie wurden mit sehr hohen Virusdosen infiziert, was nicht mir der realen Situation zu Hause vergleichbar ist. Deutlich wird, dass Tierarten wie Katzen empfänglich sein können für eine Infektion mit SARS-CoV-2, Hygieneregeln sind daher unbedingt zu beachten. Eine Übertragung von SARS-CoV- 2 von Tieren auf Menschen ist weiterhin nicht belegt und es wird weiterhin davon ausgegangen, dass Haustiere keine Rolle in der Verbreitung der Pandemie spielen. Auf mehreren Nerzfarmen in den Niederlanden wurden Nerze positiv auf SARS-CoV- 2 getestet. Es wird angenommen, dass die Tiere sich ursprünglich bei infizierten Farmarbeitern angesteckt haben. Es wird mittlerweile davon ausgegangen, dass ein Farmarbeiter sich bei einem Nerz angesteckt hat. Dies wäre die erste bekannt gewordene Übertragung von SARS-CoV-2 auf einen Menschen. Die Haltungsform und die Gegebenheiten auf einer Nerzfarm sind nicht mit der Haltung unserer Haustiere zu vergleichen, so dass sich an den Empfehlungen mit unseren Haustieren zunächst nichts ändert.
Wichtig ist aber, dass Personen, die in größeren Tierbeständen arbeiten (also auch im Tierheim), den engen Kontakt zu den Tieren unbedingt vermeiden sollten, wenn sie verdächtig für eine Infektion oder bestätigt infiziert sind. Tiere, die aus SARSCoV- 2-Haushalten stammen, sollten nicht mit Tieren aus SARS-CoV-2 freien Beständen untergebracht werden. Wenn möglich, sollte versucht werden, Tiere aus SARS-CoV-2 positiven Haushalten in ihrem gewohnten Umfeld durch Angehörige versorgen zu lassen – eine (auch nur vorübergehende) Abgabe in ein Tierheim sollte nur die letzte Möglichkeit sein. Zeigen Tiere, die aus einem SARS-CoV-2-Haushalt stammen, Symptome (v. a.
Katzen), die mit einer SARS-CoV-2-Infektion einhergehen könnten (Atemwegsprobleme, Verdauungsprobleme), sollte tierärztlicher Rat eingeholt und das zuständige Veterinäramt informiert werden. Eine Testung von Tieren ohne
Zusammenhang mit einer SARS-CoV-2 Infektion wird momentan nicht empfohlen nd auch nicht vom FLI befürwortet. Siehe hierzu auch FAQ des FLI. COVI-19: Empfehlungen für den Umgang mit empfänglichen Haustieren:
https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_000299
96/Empfehlung-Umgang-mit-empfaenglichen-Haustieren_15-05-2020.pdf

Eine Weitergabe von SARS-CoV unter Katzen und Frettchen war auch schon 2003 beschrieben worden4. Am Ende spielten Hauskatzen keine Rolle in der Pandemie und es wurden keine Tier-Mensch-Ansteckungen beobachtet.

15. Ist die Vermittlung von Tieren aus Tierheimen weiterhin überall erlaubt?

Um die Vermittlungstätigkeit nicht komplett einstellen zu müssen, werden in der Mehrzahl der Fälle weiterhin Termine an Interessenten vergeben. Aufgrund der länderspezifischen Regelungen, ist es sinnvoll bei geplanten Änderungen (z .B. der Öffnung für Besucher) die lokalen Behörden zu kontaktieren. Die Termine können je nach Personalsituation geplant und durchgeführt werden. Bitte beachten Sie hierzu die länderspezifischen Regelungen zu den Kontaktbeschränkungen. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7094990/

16. Gilt die eingeführte Maskenpflicht auch für Tierheime?

Mittlerweile wurde bundesweit eine Mundschutzpflicht angekündigt bzw. von den Ländern eingeführt. Diese gilt grundsätzlich für den öffentlichen Raum und hier v. a. für öffentliche Verkehrsmittel und den Einzelhandel. Bitte beachten Sie die spezifischen Regelungen und Vorgaben in Ihrem Bundesland. Tierheime werden in den aktuellen Regelungen nach unserem Kenntnisstand nicht explizit erwähnt. Der Deutsche Tierschutzbund e. V. empfiehlt weiterhin, dass die Tierheime für den freien Besucherverkehr geschlossen bleiben und Vermittlungen über Terminvergaben stattfinden. Hintergrund ist, dass es aus unserer Sicht für die Tierheime und das Personal eine große Herausforderung wäre, die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln zu kontrollieren. Verstöße werden geahndet. Es obliegt natürlich den Verantwortlichen eine Beurteilung vorzunehmen und eine Entscheidung zu treffen. Eine Öffnung sollte mit der Erstellung eines Hygienekonzeptes verbunden sein. Unsere Empfehlung zum Tragen von Mundschutz orientiert sich an den gültigen Richtlinien zur Einschränkung von Kontakten sowie entsprechenden Schutzmaßnahmen. Sie richtet sich vor allem an die Mitarbeiter in Tierheimen und an Interessenten. Mundschutz sollte durch die Mitarbeiter im Tierheim bei Kontakt zu Kolleg*innen, Kontakt zu Interessenten und bei Kontakt zu Tieren aus positiv getesteten Haushalten getragen werden. Bitte beachten Sie auch die Hinweise des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und der VGB (siehe bitte Links in „Empfehlungen für Tierheime“) 

17. Sind wir verpflichtet, wie in Restaurants oder beim Friseur, die Kontaktdaten der Besucher zu notieren und zu verwahren?

Unser Tierheim (in NRW) soll demnächst wieder für den Besucherverkehr geöffnet werden. Für NRW gilt ab Freitag die Verordnung in der Fassung ab 30.05.2020: https://www.land.nrw/sites/default/files/asset/document/2020-05-
27_fassung_coronaschvo_ab_30.05.2020_lesefassung.pdf: Im §2 Abs. 3 Ziffer 2 ist die Verpflichtung festgehalten, dass in geschlossenen Räumen u. a. von Tierparks und Zoologischen Gärten eine Mund-Nasen-Bedeckung
getragen werden muss. Tierheime sind nicht explizit genannt. Man könnte aber zu der Auffassung gelangen, dass der Gesetzgeber die Einrichtungen zur Tierhaltung gleichstellt.
Wir empfehlen, dass Sie sich an die Maskenpflicht halten, wenn Menschen in geschlossenen Räumen zusammentreffen und draußen, wenn der Mindestabstand nicht einzuhalten ist. Die Rückverfolgbarkeit ist in § 2a geregelt. Eine Verpflichtung zur Datenerfassung ist aber für Tierheime oder auch Zoologische Gärten nicht zwingend vorgeschrieben. Man könnte das allenfalls freiwillig machen, dann müssten alle Kunden aber durch Aushang oder Datenschutzerklärung darauf hingewiesen werden:
„Kontaktdaten sowie Zeitpunkt des Betretens und Verlassens der Tierheimräume werden mit Ihrem Einverständnis zur Ermöglichung einer Kontaktpersonennachverfolgung durch die Gesundheitsämter dokumentiert und durch den
Tierschutzverein unter Wahrung der Vertraulichkeit gesichert für 4 Wochen aufbewahrt und anschließend vernichtet.“