Artikel und Brief der Vereinsvorsitzenden Christa Becker vom 16.06.2020

Auseinandersetzung mit der Presse

Hallo zusammen,
ich halte Presse für systemrelevant, also super wichtig. Aber es gibt Entwicklungen, die besorgniserregend sind: Oftmals musste ich nach einem Interview beklagen, dass da wohl eine Andere als ich die Fragen beantwortet hatte.

Grund: Weil die/der JournalistIn überhaupt keine Ahnung von dem Thema und sich auch nicht eingelesen hatte, so dass dann da Dinge bei raus kamen, die einfach nicht stimmten. Bei einer Veranstaltung des Katzenschutzbundes Ddorf hat ein eingeladener Presse-Typ einen Artikel verfaßt, der als vereinsschädigend angesehen werden konnte. Dabei hatten wir ihn nicht nur mit mündlichen Fakten gefüttert, sondern auch mit gedruckten.

Ich befürchte, dass das auch damit zusammenhängt, dass etliche Lokalredaktionen abgeschafft bzw. zusammengelegt wurden und das Personal reduziert wurde. Einen Großteil der Arbeit wird jetzt von "freiberuflichen" JournalistInnen gemacht, die nach Zeilen bezahlt werden und die meistens am Hungertuch nagen. Da bleibt keine Zeit mehr für wirkliche Recherche. Eine weitere Variante: Es werden Praktikanten zu Veranstaltungen geschickt, die ich selbst mit links in die Tasche stecken würde. Aber es gibt auch wirklich gute Journalistinnen, die sich mit der Problematik von Tierschutz beschäftigt haben und wo das Ergebnis entsprechend ist, z.B. Nicole Marschall und Nicole Palmieri.
 
Die öffentliche Meinung fällt nicht vom Himmel, sie ist weitgehend die VERöffentliche Meinung.
 
Das soll verdeutlichen, was für eine enorme Verantwortung der Presse hat. Ich empfehle, sich die Zeit zu nehmen, das einstündige Video von Rezo anzusehen. Ich kann ihm nur voll zustimmen: https://www.youtube.com/watch?v=hkncijUZGKA
 
Viele Grüße,
Christa Becker.