Kaninchen-Vermittlung 

Jedes Lebewesen hat ein Grundrecht auf ein artgerechtes Leben.

Dazu gehört bei Kaninchen:
1. Kaninchen-Gesellschaft
2. Bewegungsmöglichkeit
3. Artgerechtes Futter, wie (hauptsächlich) Heu und Grünfutter
4. Nagemöglichkeiten an geeignetem Holz
5. Rücksicht auf ihre Hitze- und Kälteempfindlichkeit
6. Geschützte Orte, weil sie Höhlenbewohner sind
7. Abwechselung 

Es war mir schon immer unbegreiflich, warum Menschen Tiere, die nichts verbrochen haben, lebenslang in Käfige sperren. Hängt das vielleicht damit zusammen, dass Kaninchen – im Gegensatz zu Hunden (DER Hund) oder Katzen (DIE Katze) - einen sächlichen bestimmten Artikel haben: DAS Kaninchen.

Kaninchen scheinen drittklassige Tiere zu sein. Das wird die AGT jetzt zu ändern versuchen und für die AGT-Kaninchen auch durchsetzen: Kaninchen sind keine Kinderspielzeuge und gesunde Kaninchen haben in Kinderzimmern und Käfigen nichts zu suchen. Wir erwarten für unsere Kaninchen marder- und fuchssichere Draußengehege oder großzügige Innengehege. Pro Kaninchen muß mit ca. 2 m2 gerechnet werden. Kaninchen sind keine Einzelgänger; deshalb gilt: Immer mindestens 2 Kaninchen leben zusammen. 

Wir werden Sie bei der Vergesellschaftung mit vorhandenen Kaninchen unterstützen. Wie alle AGT-Tiere werden unsere Kaninchen in die neuen Zuhause gebracht und wir schauen nach einiger Zeit auch nach, wie es denn so läuft.

 


Kontakt in Kaninchen-Fragen

Martina Bruckert, Telefon (0 21 73) 8 09 62 Mobil (01 76) 620 37 935
eMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Wenn Frau Bruckert in Notfällen nicht erreichbar ist:

Christa Becker, Telefon (0 21 29) 3 16 49
eMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Links zu Kaninchenvereinen

Kaninchenverein R236 Colonia Nippes Zollstock
Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter e.V.
Landesverband Rheinischer Rasse-Kaninchenzüchter e.V.

Kaninchen sind KEIN Kinderspielzeug

Die meisten Menschen glauben bei dem Wort "Zwergkaninchen" an ein kleinbleibendes, ruhiges, pflegeleichtes Kuscheltier, das alles mitmacht, wenn auch passiv, und im Lauf der Zeit wohl der beste Freund des Kindes werden wird.

Dieser Glaube ist genau falsch wie ca. 80 % aller Kaninchenhaltungen. Der traurigen Erfahrung nach werden viel zu viele Kaninchen einzeln in zu kleinen Käfigen, meistens im Kinderzimmer, als Spielzeug und/oder als Belustigung gehalten.

Die armen Tiere können sich nur durch Verhaltensauffälligkeiten helfen, indem sie aggressiv oder bissig werden. Viele geben sich irgendwann auf und sterben einen einsamen und langsamen Tod.

Dass Kaninchen Gruppentiere sind, hat sich leider noch nicht genug herumgesprochen. Wer hat schon mal bei einem Waldspaziergang ein einzelnes Wildkaninchen gesehen? Sogar in Kinderbüchern werden Kaninchen meistens zu zweit abgebidlet. Das Argument, dass ja Menschen vorhanden sind, ist an den Haaren herbeigezogen, weil ein Mensch einem Tier nicht den Artgenossen ersetzen kann. Oder leben Sie ohne Artgenossen?

Jeder, der sich Kaninchen anschaffen möchte, sollte sich vorher fragen, ob er dem Tier ein halbwegs artgerechtes Leben ermöglichen kann.

Dazu gehören:

  • Eine Gehegegröße, in der jedes Kaninchen mindestens 2 m2 zur Verfügung hat.
  • Futter, das sich hauptsächlich aus Obst, Gemüse und gutem Heu zusammen setzen soll.
  • Die finanziellen Mittel, mit Kaninchen regelmäßig einem Tierarzt vorführen zu können.
  • Zeit, um sich mit Kaninchen beschäftigen zu können;
    denn Kaninchen sind Luxus in Bezug auf Geld und Zeit. Wer sich das nicht leisten kann, der sollte die Finger von Kaninchen lassen.

Lassen Sie sich von Ihrem örtlichen Tierschutzverein oder von Tierärzten beraten, die Ihnen nichts verkaufen wollen, sondern ausschließlich auf der Seite der Tiere stehen.

Zwei Jahre Kaninchen-Notfall: Endlich ein Happy End

Manchmal haben selbst unsere hartgesottensten Kaninchenfans den Glauben daran verloren. Daran, dass wir irgendwann sagen können: Alle sind gerettet, alle haben ein neues, gutes Zuhause. Aber wir haben es geschafft. Damals, im November vor zwei Jahren, konnte niemand absehen, dass wir zwei Jahre lang damit beschäftigt sein würden, die Folgen von menschlicher Dummheit und Selbstüberschätzung zu beseitigen. Und wenn wir gewusst hätten, wie viel Mühe, Arbeit, Mitleiden und nicht zu vergessen wie viel Geld das fordern würde - hätten wir es dann getan? 

Nach dem anfänglichen Elan und dem unbedingten Willen zu helfen kamen auch die Tage, wo unsere ehrenamtlichen Kaninchenbetreuer nahe daran waren, alles hinzuwerfen. Kein Wochenende, kein Feiertag, an dem sie nicht im Einsatz waren, gefüttert und Medikamente verabreicht haben,  gepäppelt, gebürstet, geschmust, Gehege geschrubbt, Müll geschleppt, Käfige desinfiziert und mitgelitten haben. Da war zum Schluss nur noch Erschöpfung. Aber nun ist auch die Freude groß, dass es geschafft ist. Rund 300 Tiere aufzunehmen und gut unterzubringen, das ist eine Energieleistung ohnegleichen, auf die wir stolz sind. 

Und die wir nicht alleine hätten schaffen können. Zahllose Tierfreunde haben uns geholfen: Mit Rat und Tat, mit Spenden, mit moralischer Unterstützung und vor allem damit, dass sie, ohne lange zu fragen, auch Tieren geholfen haben, die sonst keine Chance gehabt hätten. 

Was bleibt, ist die Hoffnung, dass Tiersammlern in Zukunft keine Chance mehr gegeben wird, Tierelend in solchem Ausmaß zu produzieren. Und dass es Menschen gibt, die früher und rechtzeitig den Mut finden, solche Zustände anzuprangern und öffentlich zu machen.