Leserbrief vom 26.01.17 von Christa Becker

Ein Journalist, ein Landwirtschaftsminister, ein Jägerfunktionär, ein Grüne-Jugend-Funktionär und die Rheinischen Bauern!
Welch eine großartige Koalition, die sich anmaßen, etwas über die Katzensituation in dieser Republik zu wissen.
Ich gehe davon aus, dass niemand von denen sich auch nur einmal eine Nacht um die Ohren geschlagen hat, um unkastrierte verwilderte Katzen einzufangen, was das tägliche Brot von TierschützerInnen ist.
 
Nein, das wird den TierschützerInnen überlassen, die mit den Folgen einer ignoranten Politik konfrontiert werden.
Sie stemmen sich gegen das Katzenelend da draußen und fangen Tag für Tag und Nacht für Nacht Hunderte Katzen ein, um sie – oft noch auf eigene Kosten - kastrieren zu lassen.
Aber sie laufen dem Elend hinterher, weil sie sich mit einem Gesetz rumschlagen müssen, das uns die Vorgängerin von Herrn Schmidt, Ilse Aigner, hinterlassen hat.
Eigentlich ein gutes Gesetz, wenn da nicht drin stehen würde, dass die Kastrationspflicht nur verordnet werden kann, wenn es sich um Gebiete handelt, in denen das Katzenelend nachgewiesen wird.
Und wieder bleibt es an den TierschützerInnen hängen, diese Gebiete nachzuweisen.
Viel zu lange haben diese TierschützerInnen ihre Arbeit im Stillen verrichtet, ja in ländlichen Gebieten noch nicht mal aufgeschrieben, welch großartige Leistung sie da vollbringen. Das zumindest ändert sich inzwischen und wir sollten machtvoll klar machen, dass wir die Helden sind und nicht diejenigen, die ohne jede Kenntnis der Realität den Mund aufreißen.
 
 
Herr Schmidt erkennt:
„In einzelnen Regionen Deutschlands haben sich Kolonien aus herrenlosen, wildlebenden Katzen entwickelt. Diese Katzen erfahren häufig Schmerzen oder Schäden in teils erheblichem Ausmaß.“
Wer Tieren erhebliche Schmerzen und Schäden zufügt oder das zulässt, verstößt gegen das Tierschutzgesetz. Das ist strafbar. Und wenn Herr Schmidt das weiß und nichts tut, dann macht er sich strafbar.
Er allein kann diese zwei Wörter „bestimmte Gebiete“ aus dem §13 b des Tierschutzgesetztes streichen. Warum tut er es nicht anstatt das Elend zu beklagen und drüber zu schwadronieren?
In dieser Republik wird am 05. Dezember der Tag des Ehrenamtes „gefeiert“.
Die restlichen 364 Tage werden Hunderttausende ehrenamtliche TierschützerInnen nicht nur im Stich gelassen, sondern ignoriert, behindert und müssen sich von Funktionären die Welt erklären lassen.
Um die Katzenpopulation mittel- und langfristig signifikant zu reduzieren, braucht es die bundesweit verordnete Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Freigängerkatzen. Das fordern wir, nicht mehr und nicht weniger!
Christa Becker
1. Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft für Tiere Rheinland e.V. (AGT)
1. Vorsitzende des TSV Erkrath e.V.