Kastrationspflicht für freilaufende Katzen Düsseldorf

2. Juni 2015 / Rheinische Post

Düsseldorf.

Freilaufende Katzen sollen sich künftig in Düsseldorf nicht mehr unkontrolliert vermehren. Zu diesem Zweck haben die Mitglieder des Umweltausschusses entschieden, dass Katzen gekennzeichnet, registriert und kastriert werden sollen.

Sie greifen damit eine Forderung von Tierschützern auf. Diese weisen seit langem darauf hin, dass viele der Tiere unter Futtermangel und Verwilderung leiden, da die Hauskatze nicht für ein Leben in der Wildnis geeignet ist. "Wir müssen endlich eine unkontrollierte Vermehrung verhindern. Nichtstun erzeugt Leid bei den Tieren", sagte Iris Bellstedt (Grüne), stellvertretende Vorsitzende im Umweltausschuss.

Katzen sind mit einem halben Jahr fortpflanzungsfähig und können bis zu drei Mal jährlich werfen. "Wo sollen all die Katzen hin?", fragt Ursula Holtmann-Schnieder (SPD). "Wir wollen mit unserer Initiative auch die Tierheime entlasten, die schon jetzt an ihre Grenzen stoßen." Dem Antrag von SPD, Grüne und FDP schlossen sich die anderen Parteien an, allen voran die Tierschutzpartei. "Wir haben uns seit fünf Jahren mit dem Thema beschäftigt und freuen uns riesig, dass es nun den Beschluss gibt", sagte deren Vertreterin Claudia Krüger. Allerdings noch offen ist, wie die Umsetzung geregelt wird. "Soll ein städtisches Katzenmobil durch die Straße fahren auf der Suche nach freilaufenden Katzen oder sollen diese Aufgabe Ehrenamtler übernehmen", gab Rüdiger Gutt (CDU) zu Bedenken. Klaus Meyer, Leiter des Veterinäramts, erklärte, dass Katzenbesitzer zur Kennzeichnung und Registrierung ihrer Tiere verpflichtet seien. Über die Datenbank lasse sich dann ermitteln, ob die Katze auch kastriert sei.

In anderen Städten gibt es diese Kastrationspflicht schon. Frühere Anträge in Düsseldorf waren an der Verwaltung unter Ex-Oberbürgermeister Dirk Elbers gescheitert. Für die Ablehnung waren juristische Hürden angeführt worden. Die Stadt müsse mit belastbaren Zahlen nachweisen können, dass eine Gefahr von den Tieren ausgeht. Davon war nun nicht mehr die Rede.

Quelle: stz