Post aus facebook vom 06.12.18 von Katzenhilfe Borken e. V.

Freigängerkatzen-Katzenkastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht

Ja ist denn heut' schon Weihnachten? Irgendwie ja...Soeben hat der Kreis Borken in seiner Ratssitzung der Einführung einer kreisweiten Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für alle freilaufenden Katzen ab dem 01.01.2019 zugestimmt:

Gegenstimmen aus der CDU konnten diese supergute Entscheidung nicht aufhalten! Ab dem 01.01.2019 gilt dies nun im gesamten Kreis Borken - ohne Ausnahmen! Freilaufende Katzen müssen kastriert, gekennzeichnet und registriert sein. Wir freuen uns gemeinsam mit allen Beteiligten des Netzwerk Katzenschutz wahnsinnig und danken allen Beteiligten für die super Anstrengung und Leistung <3. Darf gerne geteilt werden.

Auszug aus Newsletter von Campact vom 5.12.18

campact: Koch-Lehrlinge müssen an totem Tier ausgebildet werden

Fleisch ist Pflicht

Kochausbildung und Fleischverzicht: Das klappt in Deutschland nicht. Am toten Tier kommen Auszubildende nicht vorbei – auch, wenn sie später in einer rein vegetarischen Küche arbeiten. Der Koch Matthias Bieler möchte das mit seiner Petition auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact, ändern. Im richtigen Moment: Gerade wird die Ausbildungsordnung neu geschrieben.

 

der Duft zerdrückter Kardamon-Kapseln, die Geschmacksnuance der Nelke und der aufsteigende Dampf einer sämigen Tomatensauce: Der 53-jährige Koch Matthias Bieler liebt seinen Beruf. Doch der Nachwuchs fehlt. Immer weniger Menschen wollen Koch werden.[1] Ein möglicher Grund: Was die Auszubildenden lernen, geht an der Wirklichkeit vorbei. 

Die vegetarische und vegane Küche ist beliebt wie nie. Doch laut Ausbildungsordnung für Köchinnen und Köche gehört Fleisch dazu – immer. Eine tierproduktfreie Spezialisierung lässt sie nicht zu. Das macht es gerade Veganer/innen und Vegetarier/innen schwer, den Kochberuf zu lernen. Matthias Bieler sieht eine Chance, das endlich zu ändern. Das Bundesinstitut für Berufsbildung überarbeitet die Vorschriften Anfang nächsten Jahres. 

Damit die vegetarische und vegane Küche ihren verdienten Platz in der Kochausbildung bekommt, hat Matthias Bieler eine Petition auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact, gestartet. Damit will er dem Bundesinstitut für Berufsbildung deutlich machen: Die Restaurant- und Kantinenbesucher/innen wünschen sich vielfältige, gesunde und umweltfreundliche Gerichte. Zeigen Sie dem Institut mit Ihrer Unterschrift, dass vegetarisches und veganes Essen zum Kochberuf gehören.  

Acht Millionen Deutsche ernähren sich vegetarisch.[2] Die Gründe dafür sind sehr unterschiedlich. Einmal bedeutet Fleischverzicht Umwelt- und Klimaschutz. Für die Produktion eines Kilogramms Kartoffeln braucht es 200 Liter Wasser – für die gleiche Menge Rindfleisch bis zu 15.000 Liter.[3] Hinzu kommen ethische Überlegungen. Der starke Fleischkonsum in reichen Ländern nimmt einer Milliarde Menschen die Grundnahrung weg. Nur durch riesige Getreidefutterimporte aus armen Ländern können die Fleischmengen bei uns produziert werden.[4]

WeAct-Petent Matthias Bieler ernährt sich seit seiner Jugend vegetarisch. „Es kann doch nicht sein, dass vegetarische Besucher/innen von Restaurants so sehr außer Acht gelassen werden“, ärgert er sich. Der Koch ist sich sicher: Könnten sich Auszubildende in Zukunft auf die vegetarische Küche spezialisieren, wertet das den ganzen Beruf auf. „Auch rein vegetarische Köch/innen wären sehr gefragt.

Knapp 4.000 Campact-Unterstützer/innen stehen bereits hinter seiner Petition. Schließen sich noch einmal so viele Menschen an, dürfte das am Bundesinstitut für Berufsbildung großen Eindruck machen. Öffentliches Interesse an seinen Prozessen ist es nicht gewohnt. Geben Sie Ihre Unterschrift und zeigen Sie: Wer professionell kochen will, muss sich auch mit vegetarischen und veganen Gerichten auskennen. 

Diese Petition wurde auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact, gestartet. Es ist also keine Kampagne von Campact. Da viele Campact-Aktive diese Petition unterstützen, möchten wir Sie mit dieser E-Mail gerne darauf hinweisen.

Herzliche Grüße
Natalie Barth, Campaignerin für WeAct

PS: Darmkrebs, Herzleiden und Typ 2 Diabetes – Studien beweisen, dass eine vegetarische Ernährung das Risiko solcher Erkrankungen senkt.[5,6] Lassen Sie mit Ihrer Unterschrift mehr Gesundheit in die deutschen Restaurantküchen einziehen!

 

Auszuzg aus Newsletter vom 18.11.18 Magazin Tierrechte

Magazin tierrechte über Vollzugsdefizite im Tierschutz

 
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­ Newsletter Nr. 20/18 vom 18. November 2018 ­
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­ Inhalt
  • Magazin tierrechte über Vollzugsdefizite im Tierschutz
  • Betäubungslose Ferkelkastration soll weiter erlaubt bleiben
  • Schlachthof-Skandale: Video-Überwachung gefordert
  • NRW: Rolle rückwärts beim Tierschutz
  • Kükenschreddern geht weiter
  • Tübingen: Prozess gegen Affenforscher
  • Tierversuche: Botox in der Medizin
  • SATIS: Neues Flugblatt zu tierleidfreiem Studium
  • Termine
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Liebe Leserinnen und Leser,

angesichts der aktuellen Schlachthof-Skandale in Niedersachsen und Brandenburg werden sie wieder überdeutlich: die massiven Vollzugsdefizite im Tierschutz. Aus diesem Grund greifen wir genau dieses Thema in unserem neuen Magazin tierrechte auf. Trotz 15 Jahren Staatsziel Tierschutz gelingt es heute noch nicht einmal, die minimalen Anforderungen an die Tierhaltung in Landwirtschaft und Labor zuverlässig zu kontrollieren. Von wirksamen strafrechtlichen Sanktionen ganz zu schweigen. Das wissen wir schon lange. Aber nun wird dies durch mehrere wissenschaftlichen Studien belegt. Schuld ist ein marodes System, bei dem das Zusammenspiel von Gesetzgebung, Vollzug und Gerichtsbarkeit bei Tierschutzvergehen nicht funktioniert.
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­ Schuld ist aber auch eine Politik, die sich vor ihrer Sanierungsaufgabe drückt. Stattdessen werden die Menschen kriminalisiert und diskreditiert, die diese Missstände dokumentieren und öffentlich machen. Statt die unerträglichen Zustände nur zu beklagen, zeigen wir in der aktuellen tierrechte auch konkrete Lösungsmöglichkeiten auf.

Hier können Sie sich ein Muster-Exemplar bestellen oder das Magazin als PDF herunterladen.
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Betäubungslose Ferkelkastration soll weiter erlaubt bleiben
Man stelle sich vor, ein Tierarzt würde Hund oder Katze ohne Narkose die Hoden entfernen. Ein Aufschrei der Empörung wäre die Folge. Doch bei sogenannten Nutztieren wird ein anderes Maß angelegt. Letzte Woche ging der Gesetzesentwurf der Groko für eine Verschiebung des Verbotes der betäubungslosen Ferkelkastration um weitere zwei Jahre in die erste Lesung.
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­ Eine Verlängerung dieser grausamen Praxis würde für 20 Millionen männlicher Ferkel jährlich bedeuten, dass sie weiterhin ohne jegliche Schmerzausschaltung kastriert werden dürfzen. Und warum? Weil es Politik und Landwirtschaft in fünf Jahren nicht geschafft haben, sich auf eine praktikable und tierschutzkonforme Lösung zu verständigen. Dabei gibt es diverse Alternativen. Eine weitere Übergangsfrist wird keine neuen Fakten schaffen. Sie ermöglicht lediglich, zwei weitere Jahre billigeres Fleisch auf Kosten der Tiere zu produzieren. Wie kommt so eine Kehrtwendung beim Wähler an? Wir meinen wie Verrat. Nicht nur an den Tieren und dem Staatsziel Tierschutz, sondern auch an den Wählern. Denn die erwarten, dass das im Jahr 2013 gegebene Versprechen, diese grausame Praxis 2019 endlich zu beenden, eingehalten wird. Bitte machen Sie mit bei der E-Mail-Aktion von foodwatch. Wenn möglich kommen Sie am 25. November nach Berlin. Einen ausführlichen und sehr informativen Artikel zur Problematik finden Sie hier. ­
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Schlachthof-Skandale: Video-Überwachung gefordert
Die Schlachthof-Skandale häufen sich. In Bad Iburg und in Oldenburg ermittelt die Staatsanwaltschaft. Die Stadt Oldenburg bestätigte sogar, dass auf den Bildern drei Amtsveterinäre zu sehen sind, die an den Tierquälereien beteiligt waren. Es muss davon ausgegangen werden, dass die dokumentierten Tierquälereien auf den Schlachthöfen die Regel und nicht die Ausnahme sind. Der einzige Lichtblick ist, dass durch die furchtbaren Bilder wieder Bewegung in die Diskussion um eine Video-Überwachung in Schlachthöfen gekommen ist. In Niedersachsen fordert dies nun sogar Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU).
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NRW: Rolle rückwärts beim Tierschutz
Seit die rot-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen vor anderthalb Jahren von einer schwarz-gelben Koalition abgelöst wurde, geht es mit dem Tierschutz steil bergab. Nach den Tierschutz-Skandalen um die ehemalige Landwirtschaftsministerin Schulze Föcking und dem Kniefall vor der Jägerlobby droht nun auch noch die Abschaffung der Tierschutz-Verbandsklage im bevölkerungsreichsten Bundesland.
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­ Die anerkannten Tierschutzverbände, unter Ihnen der Bundesverband, kämpfen derzeit verwzeifelt für den Erhalt des Klagerechtes. Um die drohende Abschaffung der Verbandsklage zu verhindern, brachten die NRW-Grünen zusammen mit der SPD am 15.11.18 einen Gesetzentwurf für eine Verlängerung ein. Doch statt einer überfälligen Sachdiskussion mutierte die Debatte im Plenum. Besonders FDP und AFD diffamierten die Tierschutzverbände. Lesen Sie zu den Entwicklungen auch den WDR-Kommentar „Tierschutz unterm Messer“.
Um diesen tierschutzpolitischen Kahlschlag zu verhindern, haben wir gemeinsam mit den anderen Verbänden eine Petition zum Erhalt der Verbandsklage gestartet. Bitte unterzeichnen Sie die Petition unter: www.change.org
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Kükenschreddern geht weiter
Neben der betäubungslosen Ferkelkastration soll auch die barabarische Praxis der millionenfachen Kükentötung weitergehen. Trotz anderslautender Ankündigungen geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf Anfrage der Grünen-Fraktion hervor, dass der Ausstieg noch "bis zur Mitte der Legislaturperiode" – also noch ein weiteres Jahr – dauern soll. Erst dann sollen neue Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei eingesetzt werden.
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­ Hier zeigt sich wieder einmal die Macht der Agrarindustrie und die Wirkungslosigkeit des schwammig formulierten und von Ausnahmen zerfledderten Tierschutzgesetzes. Solange die Tötung der männlichen Küken die günstigste Möglichkeit für die Geflügelindustrie ist, werden die Tierkinder weiter geschreddert oder vergast. Mehr dazu lesen Sie beim NDR. ­
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­ Tübingen: Prozess gegen Affenforscher
Im Fall der mutmaßlichen Tierquälereien am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen kommt es nun endlich zu einem Prozess. Filmaufnahmen dokumentierten 2014 die untragbaren Zustände im Umgang mit den Affen. Der Prozess beginnt im Januar. Mehr dazu lesen Sie hier.
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Tierversuche: Botox in der Medizin
Im Rahmen unserer Botox-Kampagne haben wir unsere Info-Serie über Botox-Anwendungen in der Medizin ergänzt. Diesmal geht es um das Krankheitsbild der Hyperhidrose (übermäßige Schweißbildung) gegen das Botox eingesetzt wird. Durch die ständig wachsenden Anwendungsgebiete des Nervengiftes werden zukünftig auch mehr qualvolle Sicherheitstests mit Mäusen gemacht. Deswegen fordern wir die Botox-Hersteller auf, alle schwerbelastenden Tierversuchen durch tierversuchsfreie Verfahren ersetzen. Bitte unterschreiben Sie unsere Petition Botox-Tests an Tieren komplett stoppen! Wir freuen uns, dass schon mehr als 35.000 Unterzeichner dieses Vorhaben unterstützen.
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­ Foto: vkovalcik, iStockphoto/Alexa Binnewies ­
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SATIS-Flugblatt zu tierleidfreiem Studium
In fünf Bundesländern (Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Thüringen) haben Studierende die aktuell Möglichkeit, sich von Lehrveranstaltungen mit Tierverbrauch befreien zu lassen. Das neue Satis-Flugblatt informiert Studierende über die Möglichkeiten, tierleidfrei zu studieren. Es verweist unter anderem auf den Leitfaden des Bundesverbandes zur Befreiung von tierverbrauchenden Übungen und informiert über tierfreie Methoden. Bestellen können Sie das neue Flugblatt in unserem Shop.
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Notiz von Frau Becker, Vorsitzende  des Tierschutzvereins

Ferkelkastration: Große Koalition und AfD stimmen für weitere 2 Jahre betäubungslose Kastration

Hallo zusammen, niemand braucht sich mehr zu wundern über die immer mehr brutalisierte Gesellschaft bei uns.

Die Regierung und die Mehrheit im Bundestag leben es tagtäglich vor.
Mit diesem Link:
können die Beiträge der Parteien dazu angehört werden.
Und hier sind die Namen der Abgeordneten, die mit JA oder NEIN gestimmt haben bzw. sich enthielten:
Protokoll der namentlichen Abstimmung:
Frau Pantel von der CDU, die mutig mit NEIN stimmte, ist die Frau von meinem Verwaltungsausschuss-Kollegen Pantel
(TSV Ddorf). Die weitere CDU-NEIN-Sagerin kenne ich nicht. Aber auch von der SPD haben einige dagegen gestimmt.
Aber es hat nichts genutzt.
Was sind wir für eine tierquälerische Republik!
Traurige Grüße, CB.
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Ferkelkastration: Große Koalition und AfD stimmen für weitere 2 Jahre betäubungslose Kastration

Aus Newsletter vom 16.11.18 "Martin Rücker (foodwatch)

Lobbyisten zimmern sich im Bundestag ihre eigenen Gesetze. Wir halten dagegen!

eigenen Gesetze. Wir halten dagegen!

Um den Newsletter online zu lesen,
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die meisten Menschen haben EINEN Job und sind damit voll ausgefüllt. Andere brauchen zwei, um irgendwie über die Runden zu kommen. Und dann gibt es da noch einige Bundestagsabgeordnete, die ganz viele Jobs haben - neben ihrem Mandat. So, wie Johannes Röring, einer der einflussreichsten Politiker, wenn es um unsere Lebensmittel geht. Er muss ein wahrer Tausendsassa sein, denn er ist selbst Landwirt und führt dazu noch sage und schreibe 21 (!) Funktionen "nebenher" auf. WIE kann das funktionieren? Und vor allem: WARUM machen Abgeordnete das?

Die Antwort ist so einfach wie skandalös. Diese Politiker - Herr Röring ist nur einer von vielen - verdienen nicht nur mehrfach. Sie arbeiten gleichzeitig als Unternehmer, Berater, Aufsichtsrat und, ja: als Lobbyist. Eine Ämterhäufung, die hochproblematisch ist für unsere Demokratie!

Es darf nicht sein, dass sich Lobbyisten im Bundestag ihre eigenen Gesetze zimmern. Zeigen Sie, dass sie damit nicht einverstanden sind, indem Sie unsere Macht als Verbraucherinnen und Verbraucher dagegen setzen und werden Sie jetzt Förderer/Förderin von foodwatch!

Hier foodwatch unterstützen!

Herr Röring sitzt im Agrarausschuss des Bundestages und ist GLEICHZEITG Chef eines Agrarlobbyverbandes in NRW und Präsidiumsmitglied des mächtigen Bauernverbandes. Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, besitzt er einen eigenen Schweinemastbetrieb. Er lobbyiert für seine eigenen Interessen - und kann dann im Agrarausschuss praktischerweise über Tierschutzvorgaben gleich selbst mitentscheiden!

Was hat das mit Volksvertretung noch zu tun? Ich bin mir sicher, dass der Verbraucher-, Umwelt- oder Tierschutz nur dann nicht unter die Räder kommt, wenn WIR außerhalb des Bundestages Druck machen. Helfen Sie uns dabei, eine Gegenmacht der Verbraucherinnen und Verbraucher aufzubauen und schließen Sie sich uns an als Förderer/Förderin von foodwatch!

Wie ist es möglich, dass jemand als Abgeordneter genau für den Bereich zuständig ist, indem er als Unternehmer und Lobbyist auf eigene Rechnung arbeitet? Leider geht es nicht um Einzelfälle, die Verflechtung zwischen Wirtschaft und Politik hat längst höchste Kreise erreicht. Zum Beispiel Peter Bleser: Jahrelang oberster Verbraucherschützer seiner Fraktion, "nebenher" Aufsichtsratschef eines Agrarhändlers mit Milliardenumsatz, 2006 "Pate" (!) für Felder mit genverändertem Monsanto-Mais - Ende 2017 machte er sich als Staatssekretär im Namen der Bundesregierung für den weiteren Einsatz des Ackergifts Glyphosat stark, mit dem vor allem Monsanto Profit macht.

Gibt es denn gar keine Schamgrenze? Eine solche Verquickung von Interessen DARF es einfach nicht geben! Wenn Lobbyisten in Bundestag und Bundesregierung ihre eigenen Gesetze bauen und über die eigenen Subventionen entscheiden, hilft nur eins: WIR Verbraucherinnen und Verbraucher müssen dagegen halten! Unterstützen Sie uns dabei und werden Sie jetzt Förderer/Förderin von foodwatch!

Das schlimmste ist: Im Ernährungs- und Agrarbereich gibt es eine kaum enden wollende Zahl von Überschneidungen zwischen Unternehmen, Lobbyverbänden und der Politik. Es wimmelt nur so von Interessenkonflikten, munter werden die Rollen gewechselt und vermischt:

Friederich-Otto-Ripke: erst Staatssekretär in Niedersachsen, dann Lobbyist für die Geflügelwirtschaft.
Matthias Berninger: erst Verbraucherschutzstaatssekretär, dann Konzernlobbyist für Mars und Mit-Verhinderer der Ampelkennzeichnung.
Günther Tissen: jahrelang Regierungsdirektor im Bundesernährungsministerium, heute Cheflobbyist der deutschen Zuckerindustrie.
Karl-Heinz-Funke: früher Bundeslandwirtschaftsminister, jetzt im Kuratorium der Wiesenhof-Stiftung.
Christian von Boetticher: erst Umwelt- und Agrarminister in Schleswig-Holstein, heute Lebensmittelproduzent und Vizechef des Lobbyverbandes der Ernährungsindustrie und noch immer Landeschef des einflussreichen CDU-Wirtschaftsrats.
Franz-Josef Holzenkamp: lange Zeit "verbraucherpolitischer Sprecher" seiner Bundestagsfraktion, jetzt (und bereits neben dem Mandat) Chef des mächtigen Raiffeisenverbandes.
Silvia Breher: Holzenkamps Nachfolgerin im Bundestag, erst Geschäftsführerin eines Bauernlobbyverbandes, jetzt im Agrarausschuss des Bundestages.
Gert Lindemann: erst Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium (das ist das Ministerium, das auch FÜR den Verbraucherschutz da ist!), danach Aufsichtsrat bei Nordzucker, einem Konzern, der zu den Top-Profiteuren von Agrarsubventionen gehört. Und dann, als ob nichts gewesen sei, plötzlich zum Landwirtschafts- und Verbraucherminister in Niedersachsen berufen...

Diese Liste ist keineswegs vollständig. Und jetzt frage ich Sie: Wie soll die Landwirtschaft verbraucher- und umweltfreundlicher werden, der Tierschutz verbessert, der Pestizideinsatz reduziert, der Kampf gegen Lebensmittelverschwendung erfolgreich geführt werden, wenn in Bundestag und Bundesregierung Politiker sitzen, die so eng mit der Branche verbandelt sind? Es gibt nur einen Weg, ihnen etwas entgegenzusetzen: Wir müssen es selbst tun! Helfen Sie uns, die Stimme der Verbraucherinnen und Verbraucher zu stärken und eine Gegenlobby aufzubauen. Werden Sie jetzt Förderin/Förderer von foodwatch!

Diese Interessenverquickung führt unsere Demokratie ad absurdum. Die Süddeutsche Zeitung zitierte unlängst einen Politiker, der nach einer kritischen Rede von einem Agrarminister angesprochen worden sei: "Wenn du irgendwann auch auf Linie bist, dann sorgen wir auch für dich." - "Lukrative Posten" als Gegenleistung für Linientreue? Das schlägt dem Fass den Boden aus! Da sitzen Abgeordnete mit Nebenjobs, die in eigener Sache lobbyieren und dann über ihre eigenen Interessen abstimmen. Verbände und Unternehmen kaufen sich Ex-Politiker ein, die ihre Drähte in die Politik nutzen, um Wirtschaftsinteressen durchzusetzen. Und wenn einer immer noch nicht auf Linie ist, zeigt man ihm schon mal dezent, wo es lang geht. Das können wir uns nicht länger gefallen lassen! Helfen Sie uns, eine starke Gegenlobby aufzubauen: Werden Sie jetzt Förderin/Förderer von foodwatch!

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