Fundrecht -Kommentar-

Auszug aus Wikipedia
Das deutsche Fundrecht regelt als Teil des deutschen Sachenrechts die Eigentumsverhältnisse an verlorenen Sachen und das gesetzliche Schuldverhältnis zwischen dem Eigentümer und dem Finder. Die Regelungen finden sich in § 965 bis § 984 BGB.

Fundrecht (BGB)
Das Fundrecht ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) verankert. Es bezieht sich auf
Fundsachen und auch auf Tiere. Der §90a des BGB besagt: "Tiere sind keine Sachen.
Sie werden durch besondere Gesetze geschützt (Tierschutzgesetz, Tierschutz-Hundeverordnung etc.).
Auf sie (die Tiere) sind die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden,
soweit nicht etwas anderes bestimmt ist." Das heißt, wenn ein Haustier gefunden wird, dann
muss es zwar unverzüglich der Behörde (Polizei, Ordnungsamt oder Fundbüro) gemeldet
werden, das Tier/ der Fund darf aber auch nicht an Wert verlieren. Das heißt, wenn das Tier
Hunger oder Durst leidet, dann sollten ihm Futter und Wasser angeboten werden. Und wenn es
verletzt oder sichtlich krank ist (Notfall), dann darf Frau/ Mann unverzüglich zum Tierarzt
fahren und das Tier dort, auf Kosten der Gemeinde, behandeln lassen (Erstversorgung, belegen
lassen!). Gleichzeitig muss in dieser Zeit der Fund unverzüglich der entsprechenden Behörde
angezeigt werden (§965 BGB).

Die Gesetzeslage "Fundtier" hat zur Folge, dass die Städte/ Gemeinden die Kosten der
Ernährung, Pflege, Unterbringung, sowie die tierärztliche Versorgung für die
Aufbewahrungszeit von sechs Monaten (nach §973 BGB) übernehmen müssen.
Ebenso die Kosten der Kastration, sofern die Tiere wieder an ihren gewohnten Platz verbracht werden.
Ist die Behörde sicher, dass der Finder nach §2 Nr.3 TierSchG über erforderliche Kenntnisse
und Räumlichkeiten der entsprechenden Tierhaltung verfügt, darf die Behörde den Finder,
wenn er dazu bereit ist, beauftragen das Tier einstweilig oder auf Dauer artgerecht
unterzubringen oder zu versorgen. Dabei hat der Finder Anspruch auf Erstattung der
Fütterungs- und Tierarztkosten durch die Gemeinde für die Zeit von sechs Monaten.
Die Gesetze gelten für alle Haustiere, für zugelaufene oder zugeflogene.

Unklarheit in Bezug auf das Fundrecht bei Katzen / Katern.
Bei diesen zumeist streunenden und scheuen Katzen/ Katern handelt es sich um Haustiere und
nicht, wie oft behauptet wird, um verwilderte Katzen/ Kater oder gar Wildkatzen. (Wildkatzen
sind eine genetisch definierte Katzenart und diese gibt es in Deutschland allenfalls im
Bayerischen Wald.) Eine klare Abgrenzung von Fundkatzen zu streunenden Katzen ist in der
Praxis oft schwierig, weil es nicht erkennbar ist, ob die Katze nur streunert (also einen
Eigentümer hat), oder der bisherige Eigentümer das Eigentum an dem Tier aufgegeben hat.
Aus diesem Grund muss jede gefundene oder zugelaufene Katze (auch Kater) nach den
Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches (§ 965 BGB) der entsprechenden Behörde
(Polizei, Ordnungsamt oder Fundbüro) gemeldet werden.

Tatbestand der Fundunterschlagung
Eine Fundmeldung bei der entsprechenden Behörde muss auf jeden Fall und unverzüglich
gemacht werden, auch wenn eine Katze/Kater außerhalb angetroffen und aufgenommen
wird. Grundsätzlich muss man davon ausgehen, dass das Tier von seinem Halter gesucht wird.
Wird der Fund nicht der zuständigen Behörde gemeldet begeht man den Tatbestand der
Fundunterschlagung. Das Fundbüro/ die entsprechende Behörde muss den Fund/ das Tier
annehmen und öffentlich anzeigen, auch wenn keine Vermisstenanzeige beim Fundbüro oder
der Polizei vorliegt (§ 965 BGB). Wird von der Behörde der Fund nicht veröffentlicht, begeht
die Behörde Fundunterschlagung.

Das Tier muss nach dem Tierschutzgesetz §2 artgerecht untergebracht, versorgt und gepflegt
werden.