Peritonitis – Bauchfellentzündung bei Katzen

Krankheitsbeschreibung

Peritonitis bezeichnet eine Entzündung des Bauchfells. Sie kann lokal begrenzt oder im gesamten Bauchraum auftreten und akut oder länger anhaltend verlaufen.

Eine Peritonitis ist keine einzelne Krankheit mit nur einer Ursache. Bei Katzen kommen unter anderem bakterielle Infektionen, Verletzungen oder der Austritt von Magen-, Darm- oder Harnblaseninhalt in die Bauchhöhle infrage.

Die Feline infektiöse Peritonitis (FIP) ist eine besondere, eigenständige Erkrankung und wird auf unserer FIP-Seite behandelt.

Vorbeugung

Eine vollständige Vorbeugung ist nicht möglich. Wichtig sind die Vermeidung von Verletzungen, eine schnelle tierärztliche Behandlung bei Bauchverletzungen und die rasche Untersuchung bei starken Bauchbeschwerden.

Verursacher – Risikofaktoren – betroffene Katzen

Mögliche Ursachen sind unter anderem Verletzungen von Magen oder Darm, verschluckte Fremdkörper mit Durchbruch, eine geplatzte oder verletzte Harnblase, Komplikationen nach Operationen, Erkrankungen der Bauchorgane oder bakterielle Infektionen.

Grundsätzlich kann jede Katze betroffen sein.

Symptome – frühe und fortgeschrittene Anzeichen – Übertragbarkeit auf Menschen

Mögliche Anzeichen sind:

  • Bauchschmerzen
  • angespannte Bauchdecke
  • gekrümmte Körperhaltung
  • Fieber
  • Appetitlosigkeit
  • Erbrechen
  • Teilnahmslosigkeit
  • Bauchumfangszunahme
  • Kreislaufstörungen

Bei einem schweren Verlauf können Schock und lebensbedrohliche Blutvergiftung auftreten.

Eine Peritonitis als solche ist nicht pauschal als übertragbare Erkrankung einzustufen. Die Übertragbarkeit hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab. Eine bakterielle Bauchfellentzündung durch einen Darmdurchbruch ist beispielsweise keine „ansteckende Peritonitis“.

Checkliste für den Besuch beim Tierarzt

  • Wann haben die Beschwerden begonnen?
  • Frisst die Katze noch?
  • Erbricht sie?
  • Gab es eine Verletzung oder einen Unfall?
  • Gab es kürzlich eine Operation?
  • Kann die Katze normal Urin und Kot absetzen?
  • Welche Medikamente erhält sie?

Fragen:

  • Welche Ursache wird vermutet?
  • Ist eine bakterielle Infektion wahrscheinlich?
  • Ist eine Operation notwendig?
  • Wie schwer ist der Kreislauf beeinträchtigt?
  • Wie lange muss die Katze voraussichtlich stationär bleiben?

Diagnostik durch den Tierarzt

Die Diagnostik umfasst in der Regel eine gründliche klinische Untersuchung. Je nach Verdacht können Blutuntersuchungen, Röntgen, Ultraschall und die Untersuchung von Flüssigkeit aus der Bauchhöhle erforderlich sein.

Bei Verdacht auf einen Darm-, Magen- oder Blasendurchbruch muss die Ursache möglichst schnell festgestellt werden.

Therapien in Deutschland und Europa

Die Therapie richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad.

Bei einer bakteriellen oder sogenannten septischen Peritonitis können Antibiotika, Infusionen, Schmerztherapie und häufig eine operative Versorgung notwendig sein.

Behandlung – Medikamente – Therapiedauer

Je nach Ursache können Antibiotika, Schmerzmittel, Infusionen und weitere intensivmedizinische Maßnahmen erforderlich sein.

Bei einer operativ behandelbaren Ursache wird die zugrunde liegende Verletzung oder Erkrankung möglichst schnell beseitigt.

Die Therapiedauer ist sehr unterschiedlich und hängt vom Auslöser und vom Heilungsverlauf ab.

Pflege zu Hause, Klinik oder Operation?

Eine schwere Peritonitis gehört in tierärztliche Behandlung und häufig in eine Tierklinik.

Bei einem Darm-, Magen- oder Blasendurchbruch kann eine Operation lebensrettend sein. Nach einer Operation können stationäre Überwachung, Infusionen, Schmerztherapie und Ernährungshilfe erforderlich sein.

Behandlungskosten

Die Kosten können bei einer schweren Peritonitis erheblich sein, insbesondere wenn Ultraschall, Röntgen, Blutuntersuchungen, Intensivtherapie, Narkose und Operation erforderlich werden.

Eine pauschale Preisangabe ist deshalb nicht seriös.
https://www.gesetze-im-internet.de/got_2022/

Prognose und Verlauf

Die Prognose hängt entscheidend von der Ursache, dem Zeitpunkt der Behandlung und dem Allgemeinzustand der Katze ab.

Eine frühzeitige Stabilisierung und die schnelle Beseitigung der Ursache verbessern die Behandlungsmöglichkeiten. Eine unbehandelte schwere Peritonitis kann lebensbedrohlich werden.

Ernährung – Diät – vermeidbare Inhaltsstoffe

Bei einer akuten Peritonitis steht zunächst die medizinische Stabilisierung im Vordergrund.

Wenn die Katze nicht selbstständig frisst, kann eine tierärztlich geplante Ernährungshilfe erforderlich werden. Nach der Stabilisierung wird die Ernährung an die zugrunde liegende Erkrankung und die Operation angepasst.

Rechtliche Lage für Katzenhalter

Eine Peritonitis unterliegt für den privaten Katzenhalter grundsätzlich keinen besonderen gesetzlichen Melde- oder Haltungsauflagen. Entscheidend ist die Ursache der Erkrankung.

Für verschreibungspflichtige Arzneimittel gelten die gesetzlichen Vorschriften des Tierarzneimittelrechts.

https://www.gesetze-im-internet.de/tamg/

Quellen