aus Newsletter vom 13.08.21 - "Campact" <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;

 

Petition von campact: Bienen und Bauern retten: Glyphosat-Ausstieg

Machen Sie die Biene zur Millionärin

Bienen sterben, Bäuer*innen verlieren ihre Höfe an Agrarkonzerne – doch Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) tut nichts. Darum wenden wir uns an die EU: Mit einer Europäischen Bürgerinitiative setzen wir Artenschutz und nachhaltige Landwirtschaft bei der EU-Kommission auf die Agenda. Es fehlen noch etwas mehr als 300.000 Unterschriften bis zur geforderten Million – jetzt zählt jede Stimme, sind Sie dabei?

Hallo Christa Becker,

eins und eins macht zwei – beim Bienensterben geht diese Rechnung nicht auf. Landen zwei Pestizide auf dem Feld, verwandeln die sich in einen gefährlichen Gift-Cocktail. Die Chemikalien reagieren miteinander und sind so um ein Vielfaches tödlicher für Insekten, belegt eine neue Studie.[1] Doch genau so ein Gift-Mix ist Standard auf vielen Äckern. Das ist ein Todesurteil für unzählige Bienen.

Auf die Hilfe von Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) können die Bienen dabei nicht hoffen: Geht es um Insekten, steht sie fest an der Seite der Agrarlobby. Klöckner bremste das Glyphosat-Verbot [2], polterte gegen EU-Gelder für eine nachhaltige Landwirtschaft [3] und verwässerte die Regeln zum Insektenschutz [4].

Daher kommt es jetzt auf die EU an. Die kann einen entscheidenden Sieg für die Bienen einfahren und das Totalherbizid Glyphosat in der ganzen EU verbieten.[5] Dann wäre es – trotz Klöckners lascher Regelungen – auch in Deutschland endgültig vom Acker. Mit der Europäischen Bürgerinitiative „Bienen und Bauern retten“ können wir den Bienenschutz besiegeln. Denn so eine Bürgerinitiative ist ein offizielles Instrument der EU: Sobald eine Million Menschen unterzeichnen, muss sich die EU-Kommission mit den Forderungen beschäftigen.

Über 140 Organisationen haben die Europäische Bürgerinitiative gestartet, fast 700.000 Menschen sind schon dabei. Doch in wenigen Wochen läuft die Frist der EU ab, bis dahin müssen wir die Million voll machen. Darum bitten wir Sie, Christa Becker: Unterzeichnen Sie für den Glyphosat-Ausstieg! Wenn Sie auf den roten Button klicken, kommen Sie direkt auf die Seite der Initiative „Bienen und Bauern retten“.

Was wir in Europa erreichen wollen, hat in Bayern bereits geklappt: Bienenschutz, festgeschrieben in einem Gesetz. 1,7 Millionen Unterschriften sammelte das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ 2019 in weniger als sechs Monaten – das erfolgreichste Volksbegehren in der Geschichte des Freistaates.

Der Landtag übernahm die Vorschläge der Initiative – ungekürzt und ohne Abschwächungen. Selbst Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kapitulierte und entwickelte sich quasi über Nacht zum großen Bienenfreund.[6] Ein riesiger Erfolg für die Artenvielfalt, den die Bürger*innen selbst erstritten haben!

Das Beispiel zeigt, wie erfolgreich direkte Demokratie sein kann. In Brüssel wollen wir das wieder schaffen – mit der Europäischen Bürgerinitiative. Das geht nur mit Ihrer Unterstützung. Denn es bleiben nur noch sieben Wochen, um eine Million Menschen hinter den Bienen und Bäuer*innen zu versammeln. Auf der Seite der Initiative wird auch nach Ihrer Adresse und Ihrem Geburtsdatum gefragt. Das schreiben EU-Richtlinien vor. Campact hat keinen Zugriff auf diese Daten. Bitte unterzeichnen Sie jetzt – machen Sie die europaweite Bewegung für mehr Bienenschutz stark.

Herzliche Grüße
Friederike Gravenhorst, Campaignerin

PS: Über 1.000 Bauernhöfe müssen in Europa aufgeben – jeden Tag.[7] Sie leiden unter der unfairen Verteilung von EU-Geldern und können mit den großen Agrarbetrieben nicht mithalten. Darum fordert die Europäische Bürgerinitiative „Bienen und Bauern retten“ nicht nur den Schutz der Insekten, sondern auch ein gerechtes Einkommen für Landwirt*innen.

[1]„Pestizide in Kombination besonders schädlich“, Süddeutsche Zeitung, 4. August 2021

[2]„Klöckner-Behörde verschleppt Glyphosat-Ausstieg“, Der Spiegel Online, 13. Dezember 2019

[3]„Beratungen über Agrarpolitik: Klöckner weist Kritik zurück“, Zeit Online, 5. Februar 2021

[4]„Vermitteln bis zum Verwässern“, Tagesschau.de, 29. Juli 2021

[5]„Hobbygärtner dürfen kein Glyphosat mehr versprühen“, Tagesspiegel Online, 18. Juli 2021

[6]„Söder will mit einem Gesetzespaket versöhnen“, Süddeutsche Zeitung, 3. April 2019

[7]„Höfesterben/ EU: Jeden Tag geben 1000 Bauern auf“, Agrarheute Online, 10. Oktober 2019