aus Newsletter vom 06.07.22 von  "foodwatch | Manuel Wiemann" Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!>

Petition von foodwatch: Aldis Ablasshandel

 
Zur Aktion gegen Klimalüge
© foodwatch
 
 

Aldi beharrt auf einer Klimalüge: Letzte Woche haben wir und das ZDF Magazin Frontal Recherchen veröffentlicht, die zeigen: Wer bei Aldi als „klimaneutral“ beworbene Milch kauft, unterstützt industrielle Forstwirtschaft in Uruguay – inklusive Glyphosat und Insektentod. Über 27.000 Menschen haben daraufhin den Discounter mit Beschwerdemails geflutet. Und Aldi? Versucht, die Situation auszusitzen. Deshalb dürfen wir jetzt nicht locker lassen. Schicken auch Sie jetzt eine Beschwerde an Aldi – Klimalüge stoppen!

 Hier klicken und Aldi stoppen!

Die Protestmail können Sie mit wenigen Klicks über unsere Webseite absenden: Sie geben Ihr Bundesland und Ihre Kontaktdaten an, den Rest übernehmen wir für Sie.

Neulich bei Aldi: Der Blick wandert über das Milchregal. Eigentlich alle gleich, oder? Moment – ein Label mit grünem Fußabdruck und einem verlockenden Versprechen sticht heraus: „Diese Milch ist klimaneutral“. Kann ich also getrost die rülpsenden Kühe vergessen und mit gutem Gewissen zugreifen? Leider nein, denn das Label ist irreführend. Mit dem Marketingtrick will der Discounter nur Kund:innen in seine Märkte locken. 

Wir haben genauer hingeschaut: Die Kühe, das Futter und der Dünger stoßen große Mengen Treibhausgase aus. Im Gegenzug unterstützt ALDI ein Projekt in Uruguay. Dort soll neuer Wald geschaffen und so CO₂ gebunden werden. Also Regenwald und Artenschutz? ZDF Frontal war vor Ort [1] und wir stellen fest: Die Realität sieht anders aus. Trist und steril reiht sich hier über Kilometer Eukalyptusbaum an Eukalyptusbaum. Und sollte sich doch mal eine Wildpflanze oder gar Insekt hierher verirren, wird ihm mit Glyphosat schnell der Garaus gemacht. Soll Milch etwa dank dieser Einöde plötzlich klimaneutral sein?

Dazu kommt: Eukalyptuswälder wirken als Brandbeschleuniger und können eine verheerende Rolle bei Waldbränden spielen [2]. In Uruguay hat um die letzte Jahreswende der größte Waldbrand der Landesgeschichte gewütet [3].

Mit zweifelhaften Projekten Treibhausgase ausgleichen lassen, damit die Klimabilanz auf dem Papier gut aussieht? Das ist Ablasshandel in Reinform. Aldi muss seine Unterstützung für die Klimalügen sofort beenden. Konzerne reagieren immer dann, wenn ihr Ruf gefährdet ist. Deswegen fluten wir das Postfach von Aldi und zeigen: Wir lassen uns nicht irreführen. Konfrontieren wir gemeinsam Aldi – schreiben auch Sie eine Beschwerdemail an den Konzern!

Klimalüge beenden!

Unsere Recherchen zeigen: Aldi interessiert sich nur bedingt für ernsthaften Klimaschutz. Das Unternehmen kann nicht einmal genau beziffern, wie viele Treibhausgase die Kühe ausstoßen. Und müssen die Milchlieferanten konkrete Vorgaben, den CO₂ Ausstoß der Milch zu begrenzen, erfüllen? Fehlanzeige - dabei gäbe es sinnvolle Maßnahmen, wie Biogasanlagen für Gülle und verbesserte Futtermittel [4], zu denen Aldi seine Zulieferer verpflichten könnte. Trotzdem klebt das klimaneutral Label schon seit über einem Jahr auf der Milch.

Das Beispiel Aldi zeigt: Konzerne machen Klimawerbung vor allem als Marketinginstrument für eigene Profite. Unser Planet und wir Verbraucher:innen sind Ihnen weniger wichtig. Schlimmer noch – mit ihren Klimalügen behindern Sie echten Klimaschutz. Denn ob mit oder ohne Label: Milch ist kein klimafreundliches Produkt! Vielmehr muss für wirksamen Klimaschutz die Anzahl von Wiederkäuern wie Kühen bis 2045 halbiert werden [5]. Mit seinem Greenwashing suggeriert Aldi hingegen, dass es einfach so weitergehen kann. Ganz klar – hier ist auch die Politik gefordert. Aldi muss jedoch schon heute handeln und die Unterstützung für die Klimalüge sofort beenden!

Hier Aldi stoppen!
Manuel Wiemann

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

Mit freundlichen Grüßen
Manuel Wiemann
Recherchen & Kampagnen

PS: Raten Sie mal, welches andere Projekt Aldi unterstützt: Das Fake-Waldschutz Projekt Tambopata in Peru, in dem nach Projekt-Beginn sogar mehr Bäume gefällt wurden, als davor. Rewe hatte das Projekt letztes Jahr verwendet, um Hähnchenfleisch klimaneutral zu rechnen. Dafür gab es von uns den Goldenen Windbeutel und eine Abmahnung. Mit Erfolg – Rewe hat die Kooperation eingestellt und das Klimaneutral Label ist verschwunden. Unser Druck zeigt Wirkung – lassen wir ihn Aldi spüren! 

Quellen: 
1] ht‍tps://w‍ww.‍zdf.de/politik/frontal/klimaversprechen-von-‍aldi-auf-dem-pru‍efstand-10‍0.h‍tml
2] htt‍‍ps://w‍‍w‍w.‍fo‍cus.d‍e/politik/experten/gastbeit‍rag-von-
frank-uekoetter-hinter-der-feuerkatastrophe-v‍on-portugal-steckt-‍auch-
die-waldw‍irtschaft‍-der-verga‍ngenheit_id_728‍3109.‍h‍t‍m‍l
3] h‍tt‍‍ps‍://‍‍w‍‍ww.f‍az.‍‍n‍e‍t/aktu‍ell/gesellschaft/ungluecke/hitzewel‍le-
in-sue‍da‍me‍rika-wie-das-risiko-fuer-waldbrae‍nde-steigt-17729‍972.‍‍h‍tm‍l
4] h‍t‍t‍p‍s://‍w‍‍w‍w.‍if‍eu.d‍e/file‍admin/uploads‍/IFEU‍-VDM-Milc‍hbericht-2014.‍‍p‍‍df
5] h‍t‍tps‍://w‍‍w‍w.‍green‍peace.de/publikationen/210128_bedeutung_
der_zielsetz‍ung_klimaneutralitaet_fuer_den_
landwirtschaft‍ssektor.‍p‍df