aus Newsletter vom 08.10.21 von "foodwatch | Andreas Winkler" <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;

Wir brauchen eine Koalition für Tier- und Klimaschutz

 
Menschen für Tierrechte

Nr. 15/21 vom 08.10.2021

 

Inhalt

  •     Wir brauchen eine Koalition für Tier- und Klimaschutz
  •     Agrarministerkonferenz: Nicht reif für den Systemwechsel
  •     Qualzucht Netzwerk geht online
  •     EU-Arzneimittel-Agentur will Tierversuche minimieren
  •     Tierversuchsfrei: Interviews zu neuen Verfahren
  •     Mitmachen: Umfrage zum Gesellschaftsvertrag Landwirtschaft
  •     Medientipps
  •     Mithelfen: Aktuelle EU-Bürgerinitiativen
 
 

Liebe Leserinnen und Leser,

der Ausgang der Koalitionsverhandlungen und der Koalitionsvertrag sind entscheidend dafür, ob es uns gelingt, die fatalen Folgen des Klimawandels noch zu begrenzen. Die Produktion tierischer Produkte verursacht fast ein Drittel der weltweiten Treibhausgasemissionen. Deswegen sind Lebensmittelproduktion und Ernährung entscheidende Hebel. Der Bundesverband hat die potenziellen Koalitionspartner der nächsten Bundesregierung deswegen dazu aufgerufen, sich für mehr Tier- und Klimaschutz einzusetzen. Nach der Klimawahl muss jetzt eine Klimaregierung folgen, die eine Agrar- und Ernährungswende im Koalitionsvertrag festschreibt. Denn Tier-, Arten- und Klimaschutz gehören zusammen.

 Weitere Forderungen des Bundesverbandes sind ein Ausstiegsplan aus dem Tierversuch und die Behebung der eklatanten Defizite bei Gesetzgebung, Kontrolle sowie bei der Strafverfolgung von Tierschutzvergehen. Der Bundesverband wird sich mit aller Kraft dafür einsetzen, dass diese notwendigen Paradigmenwechsel gelingen.

Download der Forderungen des Bundesverbandes als PDF-Broschüre

Infos zur Gemeinschafts-Kampagne „Ausstieg aus dem Tierversuch. JETZT!“ 

 

Agrarministerkonferenz: Nicht reif für den Systemwechsel

Auf der letzten Agrarministerkonferenz, die am 4. Oktober endete, diskutierten die Landwirtschaftsminister u.a. Themen wie den nationalen Strategieplans zur Umsetzung der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP), die Situation der Schweinehalter, die Finanzierung des Umbaus der Tierhaltung sowie die Einführung eines Tierwohl-Labels. Anfang 2022 muss der nationale Strategieplan bei der EU eingereicht werden. Ende März hatten sich die Agrarminister nach langwierigen Verhandlungen auf Eckpunkte für eine umweltfreundlichere Landwirtschaft geeinigt. Sie verständigten sich u.a. darauf, 25 Prozent der Direktzahlungen an deutsche Landwirte an Umweltauflagen zu knüpfen. Doch es zeigte sich, dass die Länder bei der Ausgestaltung der Umweltmaßnahmen und Öko-Regelungen noch weit auseinanderliegen. Aus Sicht des Tier-, Arten- und Klimaschutzes reichen die bisherigen Pläne der Landwirtschaftsminister nicht aus, um die notwendige Transformation der Landwirtschaft voranzutreiben. Dies zeigt sich auch in ihrem Bekenntnis zu den Beschlüssen der Borchert-Kommission bezüglich des Umbaus der Tierhaltung. Positiv zu bewerten war die Aussage von Sachsens Landwirtschaftsminister Wolfram Günther (Grüne), wonach die aktuellen Probleme der Schweinemäster ein Symptom für ein System seien, das nicht mehr funktioniere. Unterstützung kam von Axel Vogel, dem grünen Minister-Kollegen aus Brandenburg. Er forderte eine Reduzierung der Tierbestände.

Mehr zum Thema unter: zeit.de

Foto: Adobe Stock/benschonewille

 

Berlin-Wahl: Keine Tierschutzambitionen bei CDU, FDP und SPD

Letzte Woche ging das Qualzucht-Evidenz Netzwerk (QUEN) online. Es dient dazu, zuchtbedingte Defekte bei Tieren bekannt und sichtbar zu machen. Dadurch soll der Vollzug des sogenannten Qualzuchtparagrafen verbessert werden. Der Bundesverband ist offizieller Unterstützer des Projektes. Von Qualzucht sind alle Tiere betroffen, auf die der Mensch züchterisch Einfluss nimmt. Bei den sogenannten Nutztieren ist Qualzucht zur Profitmaximierung die Regel. Die sogenannten Masthühner sind beispielsweise so qualgezüchtet, dass sie überhaupt nicht mehr lebensfähig sind. Jährlich sterben etwa 13 Millionen schon vor dem Ende der Mast, weil Beine, Herz und Lunge mit dem extremen Fleischzuwachs nicht mithalten können. Lesen Sie die komplette Pressemitteilung auf: tierrechte.de

 

Europäische Arzneimittel-Agentur will Tierversuche minimieren

Mit Hilfe der eigenen Innovation Task Force (ITF) will die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) Entwickler:innen dabei unterstützen, Tierversuche bei der Entwicklung, Herstellung und Prüfung von Arzneimitteln zu ersetzen oder zu reduzieren. Damit will die EMA die Entwicklung und Umsetzung sogenannter New Approach Methods (NAMs) erleichtern. Tierfreie Methoden und Tests werden als Chance gesehen, bessere und genauere Werkzeuge zur Vorhersage zu entwickeln. Dies dient dem Schutz der Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt.

Mehr dazu auf ema.europe.eu

 

Tierversuchsfrei: Interviews zu tierleidfreien Verfahren

Dr. Christiane Hohensee erklärt im aktuellen SWR-Interview, warum es immer wieder zu Tierquälereien in Tierversuchslaboren kommt u. wie tierfreie Verfahren dies beenden können. Beitrag nachhören unter: www.swr.de (Folge: „Tierversuchs-Gegner fordern häufigere Kontrollen durch Behörden“, vom 4. Oktober 2021).

Das Wissenschaftsportal des Bundesverbandes InVitro+Jobs sprach zudem mit dem Leiter der AG Inspire am Universitätsklinikum Jena, Dr. Alexander Mosig. Die Arbeitsgruppe „Inspire“ vom Universitätsklinikum Jena forscht zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten und entwickelt tierfreie immunkompetente Organmodelle. Hier geht’s zum Interview.

Die Universitätsmedizin Mainz vergab kürzlich erstmals den Wissenschaftspreis für Nachwuchswissenschaftler:innen an die Biologin Miriam Pons. Sie hat ein tierfreies Nährmedium für spezifische humane Zellen entwickelt. Hier lesen Sie das Interview sowie die Pressemitteilung zum Wissenschaftspreis.

 

Mitmachen: Umfrage zum Gesellschaftsvertrages Landwirtschaft

Bei der Umfrage des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums geht es um die wichtige Frage: „Was kommt morgen auf den Tisch?“ Bitte machen Sie mit und setzen Sie sich für eine Agrar- und Ernährungswende ein. Die Befragung läuft noch bis zum 17. Oktober. Mitmachen können Sie hier.