Hallali und der Schuß ins Brötchen

Ein sehenswerter Film über 1½ Stunden.

Kurzfassung**: ** Im Rahmen der Kampagne „Der Jagd ein Gesicht geben“
weist Wildtierschutz Deutschland auf die Jagd-Satire „Halali oder Der
Schuss ins Brötchen“ hin. Die Fernsehsatire mit Constanze Engelbrecht wurde
1995 erstmals im ZDF ausgestrahlt und ist aktuell wie eh und je.

Der Film war lange in den Archiven der Fernsehanstalten verschollen – wohl
auch aufgrund des seinerzeit erbitterten Protestes der Vertreter der Jagd.
Das Internet macht ihn wieder öffentlich.
Besser als jede Beschreibung nimmt der mit deutscher Starbesetzung gedrehte
Fernsehfilm die Jagd auf’s Korn – ohne dabei allzu sehr übertreiben zu
müssen. Der Autor und Regisseur Joachim Roering stützte sich bei jeder
Szene auf in der Realität Geschehenes. Einzelgeschichten mussten lediglich
noch zu einer fortlaufenden Handlung verknüpft werden.
So führt der unsachgemäße Umgang mit der Schusswaffe bei einer Drückjagd
gleich zu Beginn des Films zu einem tödlichen Jagdunfall. Die ortsansässige
Jägerschaft versteht es mit allen Mitteln, das Unglück herunterzuspielen,
um den ohnehin beschädigten Ruf in der Öffentlichkeit nicht weiter zu
gefährden.
Für die Jagd in Volieren gezüchtete Fasane, die in der Vergangenheit
regelwidrig – weil unmittelbar nach dem Aussetzen -  gejagt wurden, werden
für den alternden und zunehmend dementen Freiherrn, der im eigens dafür
aufgebauten Fahrstuhl in den Hochsitz gefahren wird, nicht mehr benötigt.
Stattdessen möchte der erfahrene Waidmann, der bereits mit Göring gejagt
hat und Autor von jagdlichen Standardwerken („Jagdethik“) ist, noch einmal
einen Hirsch schießen.
Da ein Hirsch nicht herbeigeschafft werden kann, erfüllt ihm seine Tochter
diesen Wunsch erst auf dem Totenbett: aus der geöffneten Heckklappe eines
Krankenwagens schießt der Freiherr auf ein mit Hirschgeweih verkleidetes
Pony.
Bereits in den 90er Jahren wurden Jäger als Lustmörder bezeichnet und es
wurden Hochsitze zerstört und Jagdautos „umlackiert“. Sex, Alkoholprobleme
und Gewaltfantasien sind ebenso wie der Haustierabschuss weitere satirisch
aufbereitete Themen des sehenswerten Films.