aus Google News vom 10.02.26
Pferde im Rosenmontagszug – Tradition oder Tierleid?
Jahr für Jahr ziehen beim Kölner Rosenmontagszug rund 230 Pferde durch die laute, dicht gedrängte Innenstadt. Für viele sind sie fester Bestandteil des rheinischen Brauchtums. Doch immer mehr Menschen stellen sich die Frage: Ist das noch zeitgemäß – oder längst überholt?
🎭 Was Befürworter sagen
Veranstalter verweisen auf umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen und Trainingsprogramme.
In NRW gelten Leitlinien für den Einsatz von Pferden bei Karnevalsumzügen. Dazu gehören unter anderem:
- tierärztliche Betreuung
- Gewöhnung an Lärm und Wurfmaterial
- erfahrene Begleitpersonen
- Begrenzung von Einsatzzeit, Alter und Belastung
Das Festkomitee betont, dass Reiter und Pferde regelmäßig geschult werden und ein vertrauensvolles Verhältnis nachgewiesen werden müsse. Zudem sei die Zahl der eingesetzten Tiere in den letzten Jahren deutlich reduziert worden.
💔 Was Tierschützer sagen
Für Tierschutzorganisationen reichen diese Maßnahmen nicht aus.
Pferde sind Fluchttiere. Enge Menschenmengen, laute Musik, grölende Zuschauer, fliegende Süßigkeiten – all das bedeutet für sie massiven Stress. Sie können nicht ausweichen, nicht fliehen, nicht selbst entscheiden.
Unfälle in der Vergangenheit zeigen: Die Situation bleibt unberechenbar – für Tiere und Menschen.
Der Deutsche Tierschutzbund und andere Organisationen fordern deshalb ein klares Verbot. Städte wie Bonn machen es bereits vor: Karneval funktioniert auch ohne Pferde.
🌿 Unsere Haltung
Karneval ist Freude, Gemeinschaft und Lebenslust.
Aber Tradition darf niemals auf Kosten von Tieren gehen.
Pferde gehören nicht in dichten Straßenlärm – sie gehören auf Weiden, mit Artgenossen, mit Raum für Bewegung und Ruhe.
Brauchtum darf sich weiterentwickeln.
Mitgefühl sollte dabei selbstverständlich sein.