aus RP vom 17.05.24

Tierschützer suchen Vogelfreunde

Vogelnest

Täglich melden Bürger Vögel in Not, doch dem Verein fehlen kompetente Ansprechpartner. Er kann bisher nur auf andere Organisationen verweisen.

ERKRATH | (hup) Der Erkrather Tierschutzverein berichtet von täglichen Anrufen besorgter Bürger, die Vögel in Not melden. Da dem Verein noch die vogelkundliche Kompetenz fehlt, kann er bisher nur an Auffangstationen verweisen, die unter anderem im Internet unter www.wildvogelhilfe.org zu finden sind.

Die Tierschützer appellieren an Bürger: Vogeljunge lernen gerade fliegen und verlassen die Nester, aber die Elterntiere sind stets in der Nähe und versorgen ihre Ästlinge. Falls sich die Vogeljungen an einer Gefahrenstelle aufhalten, kann man sie zum Beispiel in einer Hecke in der Nähe in Sicherheit bringen und sich dann wieder zurückziehen. Vögel stören sich im Gegensatz zu manchen Säugetieren nicht am menschlichen Geruch. Jungvögel werden daher auch nach dem Umsetzen wieder von den Alttieren angenommen und versorgt.

Sind die Jungen noch ohne Federflaum, kann man sie daher – vorsichtig – ins Nest zurücksetzen. Falls ein Vogel verletzt ist, sollte die nächste Tierarztpraxis aufgesucht werden. „Seriöse Tierarztpraxen behandeln Wildvögel kostenlos“, informiert der Tierschutzverein.

Da die Aktiven bisher niemanden in ihren Reihen haben, der sich mit Vögeln auskennt beziehungsweise sich ihrer annehmen kann, ist er derzeit auf der Suche nach Vogelfreunden, die sich für eine Mitarbeit interessieren. Wer bereits über erste Kenntnisse mit Vögeln verfügt und bereit ist, sich dafür im Tierschutzverein starkzumachen, sollte sich melden. Willkommen sind aber auch Menschen, die sich in dieses Tierschutzthema einarbeiten wollen.

Für die Kosten würde der Verein aufkommen, heißt es in einer Mitteilung. Interessenten melden sich bei der Vorsitzenden des Vereins, Christa Becker, per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein./">Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder unter Telefon 02104 4939811.

Da besorgte Spaziergänger Jungvögel offenbar häufig ins Tierheim bringen, wo sie aber nicht hingehören, appellierte zuletzt auch das für Erkrath zuständige Hildener Tierheim, vermeintlich hilflos wirkende Vogelkinder auf jeden Fall in der freien Natur zu belassen. Denn nur ganz selten handele es sich bei gefundenen Jungvögeln am Boden um verlassene, verletzte oder geschwächte Tiere, die Hilfe benötigen.

Wer etwas Geduld aufbringe und die unbeholfenen Jungvögel beobachte, könne meist feststellen, dass sie weiterhin von ihren Eltern betreut und gefüttert werden. Solange menschliche Beobachter sich jedoch in der Nähe der Jungtiere aufhielten, kehrten die Altvögel nicht zu diesen zurück.

Wenn ein Jungvogel tatsächlich verletzt, krank oder verlassen ist, empfiehlt der Nabu, die Aufzucht solcher Findelkinder unbedingt Fachleuten zu überlassen und solche Jungvögel nach Möglichkeit in eine anerkannte Auffangstation oder Vogelpflegestation zu bringen. Diese könnten bei den Gruppen des Nabu, den Naturschutzbehörden, Zoologischen Gärten oder auch bei Tierärzten oder Tierschutzvereinen erfragt werden.