aus Newsletter von "Menschen für Tierrechte" 

Menschen für Tierrechte: USA planen Strategie für eine tierversuchsfreie Wissenschaft

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Menschen für Tierrechte

Nr. 18/22 vom 11.11.2022

 

Inhalt

  • Fortschritt: USA planen Strategie für eine tierversuchsfreie Wissenschaft
  • Weltklimakonferenz: Ernährungswende könnte versäumten Klimaschutz ausgleichen
  • Tiertransporte: Deutschland schränkt Exporte ein
  • Bundesrat beschließt bundesweites Tierquäler-Register
  • Niedersachsens Koalititionsvertrag enthält ambitionierte Tierschutzpläne
  • EU-Aktionsplan gegen illegalen Wildtierhandel
  • Medientipps
  • Termine
 

Liebe Leser:innen,

es gibt inmitten der Krisen auch positive Nachrichten: Die US-Arzneimittelbehörde (FDA) hat jetzt angekündigt, 2023 eine umfassende Strategie für alternative Testmethoden zu entwickeln. Parallel dazu leiten die USA den Übergang zu einer tierversuchsfreien Forschung auch gesetzlich ein. Ende September verabschiedete der US-Senat den sogenannten Modernization Act. Dieser erlaubt, neue Medikamente auch auf Basis tierversuchsfreier Verfahren zuzulassen. Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag eine Reduktionsstrategie zu Tierversuchen festgeschrieben. Doch passiert ist bisher nichts. Menschen für Tierrechte fordert die Bundesregierung auf, aktiv zu werden und sich Länder wie die USA zum Vorbild zu nehmen.
Mehr lesen Sie in der Pressemitteilung.

https://eci.ec.europa.eu/019/public/#/screen/home

Foto: AdobeStock/luchschenF

 

Weltklimakonferenz: Ernährungswende könnte versäumten Klimaschutz ausgleichen

Bis zum 18. November findet im ägyptischen Sharm el-Sheikh die 27. Klimakonferenz statt. Im Vorfeld wurden mehrere Berichte und Studien veröffentlicht, die deutlich aufzeigen, dass die bisherigen Klimaschutzpläne nicht ausreichen, um den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen. Insbesondere die Fleischindustrie gilt als einer der Hauptantreiber der Klimakrise. Menschen für Tierrechte ruft anlässlich der Klimakonferenz dazu auf, endlich konkrete Maßnahmen für die dringend notwendige Agrar- und Ernährungswende einzuleiten. Mehr zu den Hintergründen lesen Sie hier.

 

Tiertransporte: Deutschland schränkt Exporte ein

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) gab Ende Oktober bekannt, dass es Veterinärbescheinigungen für Exporte lebender Rinder, Schafe und Ziegen zur Zucht zurückzieht. Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung, jedoch noch nicht ausreichend, um die qualvollen Tiertransporte komplett zu beenden. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir hat sich in Brüssel für ein EU-weites Verbot von Langstreckentransporten eingesetzt und auf die Dringlichkeit EU-einheitlicher Regeln hingewiesen. Menschen für Tierrechte fordert ein bundes- und EU-weites Verbot von Lebendtiertransporten, sowohl für Tiere, die geschlachtet werden sollen als auch für Tiere, die als Zuchttiere deklariert werden.

 

Bundesrat beschließt bundesweites Tierquäler-Register

Bisher konnten Tierhaltungs- und Betreuungsverbote nur auf kommunaler Ebene ausgesprochen werden. Wenn die Täter umzogen, konnten sie das Verbot leicht umgehen. Dabei nehmen die Fälle von Animal-Hoarding, Qualzuchten, Tierquälereien im Bereich der landwirtschaftlichen Tierhaltung oder in Tierversuchslaboren zu. Deswegen ist es eine gute Nachricht, dass der Bundesrat am 28. Oktober die Einführung eines bundesweiten Registers beschloss.

Beyond Meat
 

Niedersachsens Koalitionsvertrag enthält ambitionierte Tierschutzpläne

Der diese Woche veröffentlichte Niedersächsische Koalitionsvertrag von SPD und Bündnis 90/Die Grünen enthält ambitionierte Tierschutzpläne und geht in einigen Bereichen deutlich über die Pläne der Bundesregierung hinaus. Besonders positiv ist die Umsetzung einer Ernährungsstrategie, die unter anderem die pflanzenbetonte Ernährungsweise fördern soll. Bezüglich der Tierversuche bekennt sich Niedersachsen zum Ziel eines Ausstiegs und zu einer konsequenten Umsetzung der EU-Tierversuchsrichtlinie. Im Bereich der landwirtschaftlichen Tierhaltung plant Rot-Grün unter anderem die Finanzierung eines „Zukunftsprogramms Diversifizierung“. Dies soll nicht nur den Umbau der Ställe voranbringen, sondern auch die wichtige Reduzierung der Tierbestände. Das für den Tierschutz zuständige Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz übernimmt die Grüne Miriam Staudte, die seit 2014 Sprecherin für Tierschutz ist.

Hier können Sie sich den kompletten Koalitionsvertrag als PDF herunterladen.

Hier können Sie sich Auszüge als PDF herunterladen.

 

EU-Aktionsplan gegen illegalen Wildtierhandel

Europa ist ein wichtiger Markt und ein Transitknotenpunkt für den legalen und illegalen Wildtierhandel. Diese Woche hat die EU-Kommission ihre Überarbeitung des Aktionsplans gegen den illegalen Handel mit Wildtieren veröffentlicht. Dieser enthält ein ehrgeiziges Maßnahmenpaket zur Bekämpfung des illegalen Handels und zeigt den Willen der EU, im Kampf gegen den Handel mit Wildtieren weltweit führend zu sein. Die Überarbeitung ist zwar nicht rechtlich bindend, stellt jedoch einen Fahrplan dar.

Mehr dazu lesen Sie auf der Webseite unserer europäischen Dachorganisation Eurogroup for Animals.