Harnröhrenobstruktion – Harnröhrenverschluss

1. Krankheitsbeschreibung – offizieller Name

Eine Harnröhrenobstruktion ist eine teilweise oder vollständige Verstopfung der Harnröhre.
Der Urin kann nicht oder nicht ausreichend aus der Blase abfließen.
Ein vollständiger Harnröhrenverschluss ist ein akuter Notfall.

2. Vorbeugung

Je nach Ursache können folgende Maßnahmen sinnvoll sein:

  • ausreichende Flüssigkeitsaufnahme
  • geeignete Ernährung
  • normales Körpergewicht
  • Stressreduzierung
  • ausreichende Anzahl sauberer Katzentoiletten
  • Behandlung wiederkehrender Harnwegserkrankungen

Eine vollständige Vorbeugung ist nicht möglich.

3. Verursacher – Risikofaktoren – betroffene Katzen

Mögliche Ursachen sind:

  • Harnröhrenpfropfen
  • Harnsteine
  • Entzündung
  • Verengungen
  • selten Tumoren oder andere mechanische Ursachen

Kater sind besonders gefährdet, weil ihre Harnröhre enger und anatomisch stärker gefährdet ist.

4. Symptome

Typische Warnzeichen:

  • häufiges Aufsuchen der Katzentoilette
  • Pressen beim Urinieren
  • Schmerzen
  • Miauen oder Unruhe
  • wenige Tropfen Urin
  • Blut im Urin
  • Urinieren außerhalb der Katzentoilette

Besonders wichtig:

Wenn der Kater wiederholt versucht zu urinieren, aber kein oder fast kein Urin kommt, sofort in eine Tierklinik fahren. Nicht bis zum nächsten Tag warten.

Später können Erbrechen, starke Schwäche, Untertemperatur, Kreislaufstörungen und Bewusstseinsstörungen auftreten.

Die Erkrankung ist nicht ansteckend.

5. Checkliste – Fragen an den Tierarzt

  • Ist die Harnröhre vollständig verschlossen?
  • Wie voll ist die Blase?
  • Sind die Nierenwerte verändert?
  • Sind Kalium und andere Elektrolyte verändert?
  • Liegen Harnsteine oder Kristalle vor?
  • Muss ein Katheter gelegt werden?
  • Wie lange muss die Katze stationär bleiben?
  • Wie kann ein erneuter Verschluss verhindert werden?

6. Diagnostik

Je nach Zustand erfolgen:

  • klinische Untersuchung
  • Untersuchung der Blase
  • Blutuntersuchung
  • Elektrolytkontrolle
  • Nierenwerte
  • Urinuntersuchung
  • gegebenenfalls Röntgen oder Ultraschall
  • EKG bei starken Elektrolytveränderungen

7. Therapien

Zunächst muss die Katze stabilisiert werden.

Danach wird die Blockade beseitigt, meist durch einen Harnkatheter.

Zusätzlich können Infusionen, Schmerzbehandlung und die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache erforderlich sein.

8. Behandlung – Medikamente – Therapiedauer

Die Behandlung richtet sich nach Ursache und Allgemeinzustand.

Medikamente können unter anderem der Schmerzbehandlung und der Entspannung der Harnwege dienen.

Antibiotika sind nicht automatisch erforderlich.

9. Pflege / Klinik / Operation

Eine vollständige Obstruktion erfordert sofortige tierärztliche Behandlung und in der Regel stationäre Überwachung.

Ein Katheter kann erforderlich sein.

Wenn eine Katheterisierung nicht möglich ist oder die Ursache dies verlangt, kann ein operativer Eingriff notwendig werden.

10. Behandlungskosten

Die Kosten können bei einem Notfall erheblich sein, insbesondere wenn stationäre Behandlung, Katheterisierung, Infusionen, Laboruntersuchungen oder Operation notwendig werden.

GOT:
https://www.gesetze-im-internet.de/got_2022/

11. Prognose und Verlauf

Bei rechtzeitiger Behandlung kann sich die Katze erholen.

Ein unbehandelter kompletter Verschluss führt jedoch zu schweren Stoffwechsel- und Nierenproblemen und kann tödlich enden.

Rückfälle sind möglich.

12. Ernährung / Diät

Je nach Ursache kann ein spezielles Harnwegsfutter sinnvoll sein.

Die Auswahl sollte nach Diagnose erfolgen, weil nicht jede Harnsteinart mit derselben Ernährung behandelt oder verhindert wird.

Ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ist wichtig.

13. Rechtliche Lage

Eine Harnröhrenobstruktion ist ein akuter tiermedizinischer Notfall. Eine erforderliche tierärztliche Behandlung darf nicht aus Kostengründen oder Bequemlichkeit aufgeschoben werden.

Tierschutzgesetz:
https://www.gesetze-im-internet.de/tierschg/__2.html

14. Internationale und deutsche Quellen