Schokolade für Katzen – Schokoladenvergiftung
Schokolade gehört nicht in den Futternapf einer Katze. Kakao enthält die Methylxanthine Theobromin und Koffein. Diese Stoffe können bei Tieren Vergiftungserscheinungen verursachen. Wie gefährlich eine Aufnahme ist, hängt unter anderem von der Schokoladenart, der aufgenommenen Menge und dem Körpergewicht der Katze ab.
1. Krankheitsbeschreibung
Eine Schokoladenvergiftung ist eine Vergiftung durch die in Kakao enthaltenen Methylxanthine. Besonders kakaoreiche Produkte können größere Mengen Theobromin enthalten.
Für Katzen ist Schokolade deshalb kein geeignetes Lebensmittel. Auch wenn Schokoladenvergiftungen bei Hunden häufiger beobachtet werden, können auch Katzen erkranken.
2. Vorbeugung
- Schokolade und Kakao für Katzen unzugänglich aufbewahren.
- Auch Backkakao, Schokoladenkuvertüre und kakaohaltige Backwaren sicher verwahren.
- Nach dem Backen keine Schokoladenreste auf Arbeitsflächen oder dem Boden liegen lassen.
- Besonders auf dunkle Schokolade und stark kakaohaltige Produkte achten.
- Schokolade niemals absichtlich als Leckerli verfüttern.
3. Verursacher – Risikofaktoren – betroffene Katzen
Verantwortlich sind vor allem Theobromin und Koffein. Der Gehalt unterscheidet sich erheblich zwischen den verschiedenen Produkten.
Merck Veterinary Manual nennt als besonders kakaoreiche Produkte unter anderem Kakaopulver und ungesüßte Backschokolade. Danach folgen unter anderem dunkle Schokolade und Milchschokolade. Weiße Schokolade enthält dagegen nur sehr geringe Mengen dieser Methylxanthine.
Eine sichere Beurteilung allein nach „ein Stück Schokolade“ ist deshalb nicht möglich. Entscheidend sind Produkt, Menge und Körpergewicht.
4. Symptome – und Gefahr für Menschen
Mögliche Anzeichen einer Schokoladenvergiftung sind:
- Erbrechen und Durchfall
- Unruhe oder starke Erregung
- vermehrter Durst und vermehrtes Urinieren
- schneller oder unregelmäßiger Herzschlag
- Zittern und Bewegungsstörungen
- erhöhte Körpertemperatur
- Krampfanfälle
- in schweren Fällen Bewusstseinsstörungen oder Tod
Die Beschwerden können nach der Aufnahme verzögert auftreten. Deshalb sollte bei einer bekannten Aufnahme nicht darauf gewartet werden, dass Symptome entstehen.
Eine Schokoladenvergiftung wird nicht von der Katze auf den Menschen übertragen. Theobromin und Koffein können allerdings auch für Menschen gesundheitlich problematisch sein.
5. Checkliste für den Besuch beim Tierarzt – Fragen an den Tierarzt
Wenn möglich, sollten folgende Informationen mitgenommen werden:
- Welche Schokolade wurde gefressen?
- Wie viel Schokolade könnte aufgenommen worden sein?
- Welchen Kakaoanteil hat das Produkt?
- Wann wurde die Schokolade vermutlich gefressen?
- Wie viel wiegt die Katze?
- Welche Symptome sind bereits vorhanden?
Die Verpackung oder ein Foto des Etiketts sollte zum Tierarzt mitgenommen werden.
6. Diagnostik durch den Tierarzt
Die Diagnose beruht vor allem auf der Vorgeschichte, der bekannten oder vermuteten Schokoladenaufnahme und den klinischen Symptomen.
Je nach Zustand können zusätzlich Blutuntersuchungen, Kontrolle von Herz-Kreislauf-Funktionen oder weitere Untersuchungen erforderlich sein. Einen allgemein verfügbaren Schnelltest, mit dem eine Schokoladenvergiftung zuverlässig bestätigt werden kann, gibt es nicht.
7. Therapien in Deutschland und Europa
Die Behandlung richtet sich nach Zeitpunkt und Umfang der Aufnahme sowie nach dem Zustand der Katze.
Je nach Situation können tierärztliche Maßnahmen zur Verringerung der weiteren Giftaufnahme und eine unterstützende Behandlung notwendig sein. Bei bereits aufgetretenen Symptomen stehen insbesondere die Stabilisierung von Herz-Kreislauf-System und Nervensystem im Vordergrund.
8. Behandlung – Medikamente – Therapiedauer
Es gibt kein allgemeines Hausmittel gegen eine Schokoladenvergiftung.
Bei schweren Vergiftungen können Medikamente gegen Zittern oder Krampfanfälle sowie eine Behandlung von Herzrhythmusstörungen erforderlich sein. Flüssigkeitstherapie kann ebenfalls Bestandteil der Behandlung sein.
Die Dauer der Behandlung richtet sich nach der aufgenommenen Menge, der Schokoladenart und dem Krankheitsverlauf.
Erbrechen darf nicht eigenständig zu Hause ausgelöst werden. Ob diese Maßnahme überhaupt sinnvoll und sicher ist, muss tierärztlich entschieden werden.
9. Pflege zu Hause oder Klinik – ist eine Operation erforderlich?
Bei einer möglichen Schokoladenvergiftung sollte zunächst unverzüglich telefonisch eine Tierarztpraxis oder Tierklinik kontaktiert werden.
Bei Symptomen wie starkem Zittern, Krämpfen, ausgeprägter Unruhe, Herz-Kreislauf-Problemen oder Bewusstseinsstörungen ist eine sofortige tierärztliche Behandlung erforderlich.
Eine Operation ist bei einer reinen Schokoladenvergiftung normalerweise nicht erforderlich. Sie kann jedoch bei einem gleichzeitig verschluckten Fremdkörper aus einem anderen Grund notwendig werden.
10. Behandlungskosten
Die Kosten hängen davon ab, ob lediglich eine Untersuchung notwendig ist oder ob Laboruntersuchungen, Medikamente, Infusionen, Überwachung oder eine stationäre Behandlung erforderlich werden.
Die tierärztliche Abrechnung richtet sich in Deutschland grundsätzlich nach der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT). Der reguläre Gebührenrahmen liegt grundsätzlich beim Einfachen bis Dreifachen des Gebührensatzes. Im tierärztlichen Notdienst gelten besondere Regelungen; dort kann zusätzlich eine Notdienstgebühr von 50 Euro berechnet werden.
https://www.gesetze-im-internet.de/got_2022/
11. Prognose und Verlauf
Die Prognose hängt insbesondere von der aufgenommenen Menge an Theobromin und Koffein, der Schokoladenart, dem Körpergewicht und dem Zeitpunkt der Behandlung ab.
Schwere Vergiftungen können zu Herzrhythmusstörungen und neurologischen Störungen führen und lebensbedrohlich werden. Eine frühzeitige tierärztliche Einschätzung ist deshalb wichtig.
12. Ernährung – Diät – vermeidbare Inhaltsstoffe
Schokolade, Kakao und kakaohaltige Süßwaren gehören nicht zur artgerechten Ernährung einer Katze.
Nach einer behandlungsbedürftigen Vergiftung richtet sich die Ernährung nach dem Zustand der Katze und der Empfehlung des Tierarztes. Eine spezielle Diät ist nicht grundsätzlich für jede Schokoladenaufnahme erforderlich.
Zur Vorbeugung sollten insbesondere stark kakaohaltige Produkte vollständig von der Katze ferngehalten werden.
13. Rechtliche Lage für Katzenhalter
Tierhalter müssen ihre Katze angemessen versorgen und bei einer Erkrankung die erforderliche tierärztliche Versorgung ermöglichen. Bei einem Vergiftungsverdacht sollte deshalb nicht aus Kostengründen oder wegen zunächst fehlender Symptome auf eine notwendige tierärztliche Abklärung verzichtet werden.
Tierschutzgesetz § 2
Die tierärztliche Abrechnung erfolgt nach den Bestimmungen der GOT:
GOT – Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte