Vergiftungen und giftige Stoffe
Im Haushalt, im Garten und unterwegs können Tiere mit giftigen Stoffen in Kontakt kommen. Dazu gehören beispielsweise bestimmte Pflanzen, Medikamente, Reinigungsmittel, Schädlingsbekämpfungsmittel und andere Chemikalien.
Bei Verdacht auf Vergiftung
Eine mögliche Vergiftung ist ein tierärztlicher Notfall. Warten Sie nicht darauf, dass Symptome auftreten, sondern nehmen Sie möglichst schnell Kontakt zu einer Tierarztpraxis oder Tierklinik auf.
Halten Sie nach Möglichkeit folgende Informationen bereit:
- welcher Stoff oder welches Produkt aufgenommen worden sein könnte
- ungefähre Menge
- Zeitpunkt der Aufnahme
- Tierart und Körpergewicht
- bereits aufgetretene Symptome
Verpackungen oder Produktinformationen sollten zur Untersuchung mitgenommen werden.
Keine eigenen Behandlungsexperimente
Ohne fachkundige Anweisung sollte kein Erbrechen ausgelöst und kein Hausmittel verabreicht werden. Auch Milch oder andere Flüssigkeiten sind nicht grundsätzlich geeignete Gegenmittel.
Giftige Pflanzen
Viele Pflanzen können für Tiere problematisch oder giftig sein. Der genaue Gefährdungsgrad hängt unter anderem von Pflanzenart, Pflanzenteil und aufgenommener Menge ab.
Bundesinstitut für Risikobewertung – Informationen zu Giftpflanzen:
https://www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten/thema/giftpflanzen-wie-kann-man-sich-schuetzen-und-was-ist-bei-einer-vergiftung-zu-tun/
BfR – Vergiftungen und Giftinformationszentren:
https://www.bfr.bund.de/chemikaliensicherheit/vergiftungen/
Vorsorge
Medikamente, Reinigungsmittel, Pflanzenschutzmittel, Ratten- und Mäusegift sowie andere gefährliche Stoffe sollten für Tiere nicht erreichbar aufbewahrt werden.
Auch Zigaretten, Tabak und Nikotinprodukte gehören außerhalb der Reichweite von Haustieren.
Bei einer möglichen Vergiftung bitte unverzüglich tierärztliche Hilfe einholen.
Das BfR hat 2026 ausdrücklich auf Tiervergiftungen durch Biozidprodukte hingewiesen; dazu zählen insbesondere Insektizide, Rodentizide und Desinfektionsmittel.
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Erste Hilfe bei Verdacht auf Vergiftung bei Katzen
1. Was ist ein Vergiftungsnotfall?
Eine mögliche Vergiftung ist grundsätzlich ernst zu nehmen. Auch wenn die Katze zunächst normal erscheint, können manche Giftstoffe zeitverzögert schwere Schäden verursachen.
2. Wichtigste Sofortmaßnahme
Unverzüglich Tierarztpraxis oder Tierklinik anrufen. Bei schweren Symptomen direkt in eine Tierklinik fahren und den möglichen Giftstoff mitnehmen.
3. Was sollte man feststellen?
- Was wurde aufgenommen?
- Wie viel?
- Wann?
- Auf welchem Weg?
- Welche Symptome bestehen?
4. Symptome
Warnzeichen sind unter anderem starkes Speicheln, Erbrechen, Zittern, Krämpfe, Atemnot, Schwäche, Bewusstseinsstörungen, Blutungen oder auffälliges Verhalten.
5. Verpackung mitnehmen
Produktverpackung, Beipackzettel, Pflanzenteil, Köder oder sonstige Reste möglichst mitnehmen. Ein Foto des Etiketts kann zusätzlich hilfreich sein.
6. Was darf ich nicht tun?
- Nicht eigenständig Erbrechen auslösen.
- Keine Milch verabreichen.
- Keine Öle oder sonstigen Hausmittel geben.
- Keine Aktivkohle ohne tierärztliche Anweisung geben.
- Keine Humanmedikamente verabreichen.
Ob Erbrechen sinnvoll und sicher ist, hängt vom Gift und vom Zustand der Katze ab. Bei bestimmten Stoffen ist es ausdrücklich kontraindiziert.
7. Kontakt über die Haut
Bei bestimmten äußerlich aufgenommenen Stoffen kann vorsichtiges Waschen mit Wasser und einem geeigneten milden Reinigungsmittel erforderlich sein. Das hängt jedoch vom Stoff ab. Deshalb möglichst zuerst tierärztlich nachfragen.
8. Gift eingeatmet
Die Katze aus dem Gefahrenbereich bringen und für gute Belüftung sorgen, ohne sich selbst zu gefährden. Bei Atemproblemen sofort tierärztliche Hilfe suchen.
9. Bewusstlose oder krampfende Katze
Nichts in das Maul geben. Die Katze vor Verletzungen schützen und unverzüglich eine Tierklinik aufsuchen.
10. Transport
Die Katze möglichst ruhig in einer sicheren Transportbox transportieren. Die Klinik vorher informieren, wenn eine schwere Vergiftung vermutet wird.
11. Warum Eile wichtig ist
Einige Giftstoffe können schnell aufgenommen werden. Eine frühzeitige Behandlung kann die weitere Aufnahme begrenzen und Komplikationen verhindern.
12. Ernährung
Bis zur tierärztlichen Rücksprache keine besonderen Lebensmittel oder Hausmittel geben. Ob und wann gefüttert werden darf, hängt vom Gift und dem Zustand der Katze ab.
13. Rechtliche und tierärztliche Hinweise
Eine Vergiftung sollte nicht durch Selbstmedikation behandelt werden. Tierarzneimittel sind nach den gesetzlichen Vorgaben und tierärztlichen Anweisungen anzuwenden.
https://www.gesetze-im-internet.de/tamg/
14. Quellen
- Merck Veterinary Manual – General Treatment of Poisoning:
https://www.merckvetmanual.com/special-pet-topics/poisoning/general-treatment-of-poisoning - Merck Veterinary Manual – Poisoning:
https://www.merckvetmanual.com/special-pet-topics/poisoning
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Schokolade für Katzen – Schokoladenvergiftung
Schokolade gehört nicht in den Futternapf einer Katze. Kakao enthält die Methylxanthine Theobromin und Koffein. Diese Stoffe können bei Tieren Vergiftungserscheinungen verursachen. Wie gefährlich eine Aufnahme ist, hängt unter anderem von der Schokoladenart, der aufgenommenen Menge und dem Körpergewicht der Katze ab.
1. Krankheitsbeschreibung
Eine Schokoladenvergiftung ist eine Vergiftung durch die in Kakao enthaltenen Methylxanthine. Besonders kakaoreiche Produkte können größere Mengen Theobromin enthalten.
Für Katzen ist Schokolade deshalb kein geeignetes Lebensmittel. Auch wenn Schokoladenvergiftungen bei Hunden häufiger beobachtet werden, können auch Katzen erkranken.
2. Vorbeugung
- Schokolade und Kakao für Katzen unzugänglich aufbewahren.
- Auch Backkakao, Schokoladenkuvertüre und kakaohaltige Backwaren sicher verwahren.
- Nach dem Backen keine Schokoladenreste auf Arbeitsflächen oder dem Boden liegen lassen.
- Besonders auf dunkle Schokolade und stark kakaohaltige Produkte achten.
- Schokolade niemals absichtlich als Leckerli verfüttern.
3. Verursacher – Risikofaktoren – betroffene Katzen
Verantwortlich sind vor allem Theobromin und Koffein. Der Gehalt unterscheidet sich erheblich zwischen den verschiedenen Produkten.
Merck Veterinary Manual nennt als besonders kakaoreiche Produkte unter anderem Kakaopulver und ungesüßte Backschokolade. Danach folgen unter anderem dunkle Schokolade und Milchschokolade. Weiße Schokolade enthält dagegen nur sehr geringe Mengen dieser Methylxanthine.
Eine sichere Beurteilung allein nach „ein Stück Schokolade“ ist deshalb nicht möglich. Entscheidend sind Produkt, Menge und Körpergewicht.
4. Symptome – und Gefahr für Menschen
Mögliche Anzeichen einer Schokoladenvergiftung sind:
- Erbrechen und Durchfall
- Unruhe oder starke Erregung
- vermehrter Durst und vermehrtes Urinieren
- schneller oder unregelmäßiger Herzschlag
- Zittern und Bewegungsstörungen
- erhöhte Körpertemperatur
- Krampfanfälle
- in schweren Fällen Bewusstseinsstörungen oder Tod
Die Beschwerden können nach der Aufnahme verzögert auftreten. Deshalb sollte bei einer bekannten Aufnahme nicht darauf gewartet werden, dass Symptome entstehen.
Eine Schokoladenvergiftung wird nicht von der Katze auf den Menschen übertragen. Theobromin und Koffein können allerdings auch für Menschen gesundheitlich problematisch sein.
5. Checkliste für den Besuch beim Tierarzt – Fragen an den Tierarzt
Wenn möglich, sollten folgende Informationen mitgenommen werden:
- Welche Schokolade wurde gefressen?
- Wie viel Schokolade könnte aufgenommen worden sein?
- Welchen Kakaoanteil hat das Produkt?
- Wann wurde die Schokolade vermutlich gefressen?
- Wie viel wiegt die Katze?
- Welche Symptome sind bereits vorhanden?
Die Verpackung oder ein Foto des Etiketts sollte zum Tierarzt mitgenommen werden.
6. Diagnostik durch den Tierarzt
Die Diagnose beruht vor allem auf der Vorgeschichte, der bekannten oder vermuteten Schokoladenaufnahme und den klinischen Symptomen.
Je nach Zustand können zusätzlich Blutuntersuchungen, Kontrolle von Herz-Kreislauf-Funktionen oder weitere Untersuchungen erforderlich sein. Einen allgemein verfügbaren Schnelltest, mit dem eine Schokoladenvergiftung zuverlässig bestätigt werden kann, gibt es nicht.
7. Therapien in Deutschland und Europa
Die Behandlung richtet sich nach Zeitpunkt und Umfang der Aufnahme sowie nach dem Zustand der Katze.
Je nach Situation können tierärztliche Maßnahmen zur Verringerung der weiteren Giftaufnahme und eine unterstützende Behandlung notwendig sein. Bei bereits aufgetretenen Symptomen stehen insbesondere die Stabilisierung von Herz-Kreislauf-System und Nervensystem im Vordergrund.
8. Behandlung – Medikamente – Therapiedauer
Es gibt kein allgemeines Hausmittel gegen eine Schokoladenvergiftung.
Bei schweren Vergiftungen können Medikamente gegen Zittern oder Krampfanfälle sowie eine Behandlung von Herzrhythmusstörungen erforderlich sein. Flüssigkeitstherapie kann ebenfalls Bestandteil der Behandlung sein.
Die Dauer der Behandlung richtet sich nach der aufgenommenen Menge, der Schokoladenart und dem Krankheitsverlauf.
Erbrechen darf nicht eigenständig zu Hause ausgelöst werden. Ob diese Maßnahme überhaupt sinnvoll und sicher ist, muss tierärztlich entschieden werden.
9. Pflege zu Hause oder Klinik – ist eine Operation erforderlich?
Bei einer möglichen Schokoladenvergiftung sollte zunächst unverzüglich telefonisch eine Tierarztpraxis oder Tierklinik kontaktiert werden.
Bei Symptomen wie starkem Zittern, Krämpfen, ausgeprägter Unruhe, Herz-Kreislauf-Problemen oder Bewusstseinsstörungen ist eine sofortige tierärztliche Behandlung erforderlich.
Eine Operation ist bei einer reinen Schokoladenvergiftung normalerweise nicht erforderlich. Sie kann jedoch bei einem gleichzeitig verschluckten Fremdkörper aus einem anderen Grund notwendig werden.
10. Behandlungskosten
Die Kosten hängen davon ab, ob lediglich eine Untersuchung notwendig ist oder ob Laboruntersuchungen, Medikamente, Infusionen, Überwachung oder eine stationäre Behandlung erforderlich werden.
Die tierärztliche Abrechnung richtet sich in Deutschland grundsätzlich nach der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT). Der reguläre Gebührenrahmen liegt grundsätzlich beim Einfachen bis Dreifachen des Gebührensatzes. Im tierärztlichen Notdienst gelten besondere Regelungen; dort kann zusätzlich eine Notdienstgebühr von 50 Euro berechnet werden.
https://www.gesetze-im-internet.de/got_2022/
11. Prognose und Verlauf
Die Prognose hängt insbesondere von der aufgenommenen Menge an Theobromin und Koffein, der Schokoladenart, dem Körpergewicht und dem Zeitpunkt der Behandlung ab.
Schwere Vergiftungen können zu Herzrhythmusstörungen und neurologischen Störungen führen und lebensbedrohlich werden. Eine frühzeitige tierärztliche Einschätzung ist deshalb wichtig.
12. Ernährung – Diät – vermeidbare Inhaltsstoffe
Schokolade, Kakao und kakaohaltige Süßwaren gehören nicht zur artgerechten Ernährung einer Katze.
Nach einer behandlungsbedürftigen Vergiftung richtet sich die Ernährung nach dem Zustand der Katze und der Empfehlung des Tierarztes. Eine spezielle Diät ist nicht grundsätzlich für jede Schokoladenaufnahme erforderlich.
Zur Vorbeugung sollten insbesondere stark kakaohaltige Produkte vollständig von der Katze ferngehalten werden.
13. Rechtliche Lage für Katzenhalter
Tierhalter müssen ihre Katze angemessen versorgen und bei einer Erkrankung die erforderliche tierärztliche Versorgung ermöglichen. Bei einem Vergiftungsverdacht sollte deshalb nicht aus Kostengründen oder wegen zunächst fehlender Symptome auf eine notwendige tierärztliche Abklärung verzichtet werden.
Tierschutzgesetz § 2
Die tierärztliche Abrechnung erfolgt nach den Bestimmungen der GOT:
GOT – Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte
14. Internationale und deutsche Quellen
- Merck Veterinary Manual – Chocolate Toxicosis in Animals
- Merck Veterinary Manual – Food Hazards
- Gesetze im Internet – GOT
- Gesetze im Internet – Tierschutzgesetz § 2
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Pica-Syndrom bei Katzen – Fressen unverdaulicher Stoffe
1. Krankheitsbeschreibung
Beim Pica-Syndrom nimmt eine Katze wiederholt Stoffe auf, die normalerweise nicht als Nahrung dienen, zum Beispiel Kunststoff, Wolle, Papier, Gummi oder Fäden.
Pica ist nicht automatisch eine Vergiftung. Das größere akute Risiko kann darin bestehen, dass der verschluckte Gegenstand einen Magen-Darm-Verschluss verursacht.
2. Vorbeugung
- Fäden, Bänder, Plastik und kleine Gegenstände sicher weglegen.
- Auf ein abwechslungsreiches, katzengerechtes Umfeld achten.
- Spielzeug regelmäßig kontrollieren.
- Verschluckbare Teile beschädigter Spielsachen entfernen.
3. Ursachen und Risikofaktoren
Pica kann mit Verhaltensproblemen, Umweltbedingungen oder körperlichen Erkrankungen zusammenhängen. Auch Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes müssen ausgeschlossen werden. Bestimmte Katzenrassen zeigen dieses Verhalten häufiger.
4. Symptome und Gefahr für Menschen
Typisch ist das wiederholte Kauen oder Fressen nicht essbarer Gegenstände. Gefährlich werden vor allem Erbrechen, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, fehlender Kotabsatz, Schwäche oder andere Zeichen eines möglichen Darmverschlusses.
Pica ist keine auf den Menschen übertragbare Erkrankung.
5. Fragen an den Tierarzt
- Welche körperlichen Ursachen müssen ausgeschlossen werden?
- Kann ein Fremdkörper verschluckt worden sein?
- Ist eine Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung sinnvoll?
- Welche Veränderungen der Umgebung sind empfehlenswert?
6. Diagnostik
Der Tierarzt beurteilt Verhalten, Ernährung, Haltung und Gesundheitszustand. Je nach Beschwerden können Blutuntersuchungen oder bildgebende Verfahren notwendig sein.
7. Therapie
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Körperliche Erkrankungen müssen behandelt und gefährliche Gegenstände aus der Umgebung entfernt werden.
8. Medikamente und Therapiedauer
Medikamente sind nicht grundsätzlich erforderlich. Sie kommen nur infrage, wenn eine konkrete körperliche oder verhaltensmedizinische Ursache dies rechtfertigt.
9. Zuhause, Klinik oder Operation?
Bei Verdacht auf einen verschluckten Fremdkörper oder Darmverschluss ist unverzüglich eine Tierarztpraxis oder Tierklinik erforderlich. Ein Fremdkörper kann eine endoskopische Entfernung oder Operation notwendig machen.
10. Behandlungskosten
Die Kosten reichen von einer Untersuchung bis zu aufwendiger Bildgebung, stationärer Behandlung oder einer Operation. Abgerechnet wird nach der GOT.
https://www.gesetze-im-internet.de/got_2022/
11. Prognose und Verlauf
Die Prognose hängt von der Ursache und davon ab, ob bereits ein Fremdkörper oder eine Darmverletzung entstanden ist. Wiederholtes Pica sollte tierärztlich abgeklärt werden.
12. Ernährung
Eine ausgewogene, für Katzen geeignete Ernährung ist wichtig. Eine spezielle Diät sollte nur nach tierärztlicher Empfehlung eingesetzt werden.
13. Rechtliche Lage
Tierhalter müssen für eine angemessene Versorgung und eine geeignete Haltung sorgen. Bei krankhaftem oder gefährlichem Verhalten sollte die notwendige tierärztliche Abklärung erfolgen.
https://www.gesetze-im-internet.de/tierschg/__2.html
14. Quellen
- Merck Veterinary Manual – Behavior Problems of Cats:
https://www.merckvetmanual.com/behavior/behavior-of-cats/behavior-problems-of-cats - Merck Veterinary Manual – Gastrointestinal Obstruction:
https://www.merckvetmanual.com/digestive-system/surgical-problems-of-the-gastrointestinal-tract-in-small-animals/gastrointestinal-obstruction-in-small-animals
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Grüne Gefahr - Giftige Zimmerpflanzen
TASSO-Newsletter
Still stehen sie in der Zimmerecke oder im Regal und sorgen mit ihrem Grün für eine wohlige Atmosphäre. Für Haustiere können Sie aber auch gefährlich sein: unsere Zimmerpflanzen.
TASSO e.V. erklärt, worauf Sie achten müssen.
Stacheln und Gift
Bei Kakteen und anderen Stachelgewächsen besteht ein Verletzungsrisiko. Besonders junge Katzen und Hunde möchten alles aus nächster Nähe beschnuppern und ertasten. Achten Sie darauf, dass solche Pflanzen außer Reichweite stehen.
Eine weitaus größere Gefahr geht von Giftstoffen aus, die in vielen Zimmerpflanzen stecken: Besonders Welpen sind stets auf der Suche nach etwas, das sie ankauen können. Deshalb dürfen giftige Pflanzen nicht in ihrer Reichweite stehen. Während Katzen mit Freigang draußen Gras aufnehmen, sind für Wohnungskatzen Zimmerpflanzen besonders attraktiv. Bieten Sie Ihrer Katze deshalb immer frisches Katzengras an. Um sicherzustellen, dass sich weder Freigänger noch Wohnungskatze nicht doch mal an die Zimmerpflanzen heranwagen, entfernen Sie am besten alle giftigen Gewächse aus ihrer Umgebung. Oft wird die Vergiftungsgefahr für Vögel unterschätzt: So knabbern beispielsweise Wellensittiche gerne auch mal an Zimmerpflanzen.
Im shelta-Blog (shelta) ist das Online-Tierheim von TASSO) erfahren Sie, was für die Haltung der geselligen Überflieger zu beachten ist.
Die Liste der giftigen Zimmerpflanzen ist lang: Beispielsweise sollten Amaryllis, Diffenbachia, Efeutute, Einblatt, Fensterblatt, Flamingoblume, sämtliche Ficusarten, Kaladien, Klivien, Kolbenfaden, Kroton, Philodendron, Porzellanblume, Weihnachtsstern und Zimmercalla nicht in Reichweite Ihrer Tiere stehen.
TASSO-Tipp:
Nehmen Sie diesen TASSO-Newsletter zum Anlass, Ihre Zimmerpflanzen einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Erfahrungsgemäß bekommt man im Laufe der Zeit zu verschiedenen Gelegenheiten immer wieder Pflanzen geschenkt, die man bedenkenlos aufstellt. Wenn Sie nicht wissen, um welche Pflanze es sich auf Ihrer Fensterbank handelt, lassen Sie sich von einem Fachmann beraten. In jedem Fall gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht.
Unterschätzter Dünger
Eine oft übersehene Gefahr birgt das mit Dünger angereicherte Gießwasser. Damit kein belastetes Wasser in Reichweite des Tieres kommt, nutzen Sie für Ihre Pflanzen ausnahmslos Übertöpfe und verzichten auf Blumenuntersetzer. Für Katzen ist selbst die kleine Öffnung der Gießkanne keine große Herausforderung. Sie tunken einfach ihre Pfote hinein und schlecken das Wasser ab. Fügen Sie dem Gießwasser den Flüssigdünger immer erst direkt vor der Verwendung zu. Spülen Sie anschließend die Gießkanne gründlich aus, damit keine Rückstände zurückbleiben.
Für Vögel kann auch die mit Dünger angereicherte Blumenerde gefährlich werden, denn sie picken und wühlen gerne und laufen somit Gefahr, Dünger, Pflanzenschutzmittel und Schimmelsporen aufzunehmen. Um das zu verhindern, legen Sie einfach Steine auf die Blumenerde.
Und wenn es doch passiert
Knabbert Ihr Tier an einer giftigen Pflanze, kann es zu Beschwerden wie Magen-Darmentzündung, Erbrechen, Durchfall, Bewegungsstörungen oder Benommenheit kommen. Im schlimmsten Fall kann es tödlich enden. Besteht der Verdacht auf eine Vergiftung, ist der erste Weg deshalb immer der Gang zum Tierarzt. Tipps zur Ersten Hilfe am Tier finden Sie im shelta-Blog.
TASSO wünscht Ihnen eine wohlige Wohnatmosphäre mit ausreichend Schutz für Ihre Tiere.
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