Mammatumor – Gesäugetumor

1. Krankheitsbeschreibung – offizieller Name

Ein Mammatumor (Gesäugetumor) ist eine Gewebeveränderung im Bereich der Milchdrüsen.

Bei Katzen ist ein großer Anteil dieser Tumoren bösartig. Deshalb sollte jede neu entdeckte Verhärtung oder ein Knoten am Gesäuge tierärztlich untersucht werden.

2. Vorbeugung

Die wichtigste bekannte vorbeugende Maßnahme ist eine frühzeitige Kastration.

Eine Kastration vor dem ersten Lebensjahr kann das Risiko für Mammatumoren deutlich reduzieren.

3. Ursachen – Risikofaktoren – betroffene Katzen

Hormone spielen bei der Entstehung eine wichtige Rolle.

Das Risiko steigt unter anderem bei:

  • unkastrierten Kätzinnen
  • zunehmendem Alter
  • bestimmten genetischen beziehungsweise rassebezogenen Faktoren
  • längerer hormoneller Einwirkung

Auch Kater können Mammatumoren entwickeln, sie sind jedoch deutlich seltener betroffen.

4. Symptome

Mögliche Anzeichen:

  • kleiner fester Knoten
  • mehrere Knoten entlang der Milchleisten
  • zunehmende Größe
  • Verwachsung mit dem Gewebe
  • offene oder entzündete Stelle
  • vergrößerte Lymphknoten

Eine Katze kann trotz bereits vorhandener Metastasen zunächst einen relativ guten Allgemeinzustand zeigen.

Die Erkrankung ist nicht ansteckend.

5. Checkliste – Fragen an den Tierarzt

  • Handelt es sich wahrscheinlich um einen Tumor?
  • Sollte eine Gewebeprobe genommen werden?
  • Sind die Lymphknoten betroffen?
  • Sind Röntgenaufnahmen der Lunge erforderlich?
  • Ist eine Ultraschalluntersuchung sinnvoll?
  • Welches Operationsverfahren ist vorgesehen?
  • Gibt es Hinweise auf Metastasen?
  • Ist eine onkologische Nachbehandlung sinnvoll?

6. Diagnostik

Je nach Befund kommen infrage:

  • klinische Untersuchung
  • Feinnadelaspiration
  • Biopsie
  • histologische Untersuchung
  • Röntgen des Brustkorbs
  • Ultraschall
  • Untersuchung der Lymphknoten

Vor einer Behandlung ist eine Stadieneinteilung wichtig.

7. Therapien

Die wichtigste Behandlung ist in der Regel die operative Entfernung.

Bei bösartigen Tumoren kann zusätzlich eine onkologische Behandlung erwogen werden. Die Entscheidung hängt vom Tumortyp und Stadium ab.

8. Behandlung – Medikamente – Therapiedauer

Eine Operation ist die zentrale Behandlung.

Ob zusätzlich eine Chemotherapie sinnvoll ist, muss individuell durch Tierärztinnen beziehungsweise Tierärzte mit onkologischer Erfahrung beurteilt werden.

9. Pflege / Klinik / OP

Eine Operation ist häufig erforderlich.

Nach der Operation:

  • Wunde kontrollieren
  • Leckschutz entsprechend der tierärztlichen Empfehlung
  • Medikamente verabreichen
  • Nachkontrollen einhalten

10. Behandlungskosten

Die Kosten hängen insbesondere von Untersuchung, Bildgebung, Narkose, Operationsumfang, Histologie und Nachbehandlung ab.
https://www.gesetze-im-internet.de/got_2022/

11. Prognose und Verlauf

Die Prognose hängt stark von Tumorgröße, Tumortyp, Grading und Metastasen ab.

Größere Tumoren und bereits vorhandene Metastasen sind mit einer ungünstigeren Prognose verbunden.

12. Ernährung

Eine spezielle Krebsdiät kann nicht allgemein empfohlen werden.

Wichtig ist eine ausreichende Energie- und Nährstoffversorgung und die Vermeidung unnötiger Gewichtsabnahme.

13. Rechtliche Lage

Eine schmerzhafte oder behandlungsbedürftige Erkrankung muss entsprechend dem Tierschutzgesetz versorgt werden.
https://www.gesetze-im-internet.de/tierschg/__2.html

14. Internationale und deutsche Quellen