Hyperthyreose – Schilddrüsenüberfunktion

1. Krankheitsbeschreibung – offizieller Name

Die feline Hyperthyreose ist eine Überfunktion der Schilddrüse. Die Schilddrüse produziert dabei zu viele Schilddrüsenhormone.

Die Erkrankung gehört zu den häufigeren hormonellen Erkrankungen älterer Katzen.

2. Vorbeugung

Eine sichere Vorbeugung ist nicht bekannt.

Bei älteren Katzen sind regelmäßige Gesundheitskontrollen sinnvoll, damit Veränderungen früh erkannt werden.

3. Ursachen – Risikofaktoren – betroffene Katzen

Meist liegen gutartige Veränderungen der Schilddrüse vor, insbesondere knotige Veränderungen oder Adenome.

Bösartige Schilddrüsentumoren sind deutlich seltener.

Betroffen sind überwiegend ältere Katzen.

4. Symptome

Typische Anzeichen sind:

  • Gewichtsverlust trotz gutem Appetit
  • gesteigerter Appetit
  • vermehrtes Trinken
  • häufigeres Urinieren
  • Unruhe oder gesteigerte Aktivität
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • schneller Herzschlag
  • schlechteres Fell

Bei fortgeschrittener Erkrankung können Herz-Kreislauf-Probleme und Bluthochdruck auftreten.

Die Erkrankung ist nicht ansteckend und keine Zoonose.

5. Checkliste – Fragen an den Tierarzt

  • Ist der T4-Wert erhöht?
  • Sind weitere Schilddrüsenwerte erforderlich?
  • Liegt Bluthochdruck vor?
  • Wie sind die Nierenwerte?
  • Welche Behandlung ist für meine Katze geeignet?
  • Kommt eine Radiojodtherapie infrage?
  • Ist eine lebenslange Medikamentengabe notwendig?

6. Diagnostik

Die Diagnose basiert auf klinischen Symptomen und Blutuntersuchungen, insbesondere der Bestimmung von Schilddrüsenhormonen.

Zusätzlich sollten unter anderem Nierenwerte und Blutdruck berücksichtigt werden.

7. Therapien

Mögliche Behandlungsmöglichkeiten sind:

  • Medikamente zur Hemmung der Schilddrüsenfunktion
  • Radiojodtherapie
  • Operation
  • spezielle jodreduzierte Ernährung

Welche Methode geeignet ist, hängt vom Gesundheitszustand und den Möglichkeiten vor Ort ab.

8. Behandlung – Medikamente – Therapiedauer

Medikamente müssen regelmäßig und dauerhaft gegeben werden, wenn keine definitive Therapie gewählt wird.

Bei einer Radiojodtherapie kann häufig eine dauerhafte Behandlung der Ursache erreicht werden.

9. Pflege / Klinik / OP

Die medikamentöse Behandlung kann zu Hause erfolgen, benötigt aber regelmäßige Kontrollen.

Eine Operation oder Radiojodtherapie erfolgt in entsprechend spezialisierten Einrichtungen.

10. Behandlungskosten

Die Kosten unterscheiden sich erheblich:

  • Medikamente verursachen laufende Kosten.
  • Radiojodtherapie verursacht zunächst höhere einmalige Kosten.
  • Operationen verursachen Kosten für Operation, Narkose und Nachsorge.

Die GOT bildet die Grundlage der tierärztlichen Abrechnung.
https://www.gesetze-im-internet.de/got_2022/

11. Prognose und Verlauf

Unbehandelt kann die Hyperthyreose Herz, Kreislauf und andere Organe belasten.

Bei geeigneter Behandlung ist die Prognose häufig gut.

Bei der Therapie muss insbesondere berücksichtigt werden, dass eine zuvor unauffällige Nierenerkrankung nach Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion deutlicher sichtbar werden kann.

12. Ernährung / Diät

Eine jodreduzierte therapeutische Diät kann in bestimmten Fällen eine Behandlungsmöglichkeit sein.

Sie funktioniert nur, wenn ausschließlich das dafür vorgesehene Futter gefüttert wird.

Die Entscheidung sollte mit dem Tierarzt getroffen werden.

13. Rechtliche Lage

Verschreibungspflichtige Tierarzneimittel dürfen nur entsprechend den gesetzlichen Vorgaben angewendet werden.
https://www.gesetze-im-internet.de/tamg/

14. Internationale und deutsche Quellen