Igel – wann braucht ein Igel unsere Hilfe?

Der Igel gehört zu den Wildtieren, die in unseren Gärten häufig anzutreffen sind. Besonders in der Dämmerung und nachts geht er auf Nahrungssuche. Igel sind wichtige und faszinierende Bewohner unserer heimischen Natur.

Doch nicht jeder Igel, den man tagsüber sieht, ist automatisch krank oder hilfsbedürftig. Entscheidend sind das Verhalten, der Zustand und die jeweilige Situation des Tieres.

Wann braucht ein Igel Hilfe?

Hilfe kann erforderlich sein, wenn ein Igel offensichtlich verletzt, krank oder stark geschwächt ist. Auch ein Igel, der sich bei Kälte am Tag außerhalb seines Verstecks befindet, kann hilfsbedürftig sein.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen beispielsweise:

  • verletzte oder blutende Igel
  • Igel, die apathisch wirken oder kaum reagieren
  • Igel, die sich tagsüber nicht einrollen und ungewöhnlich schwach wirken
  • offensichtlich untergewichtige oder stark geschwächte Tiere
  • Igel mit Fliegen, Maden oder starkem Parasitenbefall
  • Igel, die sich an einer gefährlichen Stelle befinden und sich nicht selbst in Sicherheit bringen können
  • Jungtiere, die offensichtlich von ihrer Mutter getrennt wurden und sich in einer Notlage befinden

Nicht vorschnell eingreifen

Ein Igel, der abends oder nachts unterwegs ist, ist normalerweise völlig normal. Auch im Garten herumliegende Blätter oder Laubhaufen sollten möglichst nicht entfernt werden. Sie bieten Igeln wichtige Versteck- und Überwinterungsmöglichkeiten.

Auch eine Igelmutter sollte nicht unnötig gestört werden. Wenn sich Jungtiere in einem Nest befinden, sollte das Nest möglichst in Ruhe gelassen werden.

Was tun, wenn ein Igel offensichtlich Hilfe benötigt?

Ist der Igel verletzt oder offensichtlich krank, sollte möglichst schnell fachkundige Hilfe gesucht werden. Wenden Sie sich an eine erfahrene Igelstation, eine Wildtierhilfe oder eine Tierarztpraxis mit Erfahrung in der Behandlung von Wildtieren.

Bis zur fachkundigen Beratung sollte das Tier vor Gefahren geschützt und möglichst ruhig untergebracht werden. Ein verletzter oder geschwächter Igel gehört nicht einfach wieder zurück in den Garten.

Wichtig: Bitte geben Sie einem offensichtlich hilfsbedürftigen Igel nicht auf eigene Faust Medikamente und versuchen Sie nicht, schwere Verletzungen selbst zu behandeln.

Wasser und geeignete Nahrung

Wer Igel im Garten unterstützen möchte, kann ihnen vor allem einen sicheren und naturnahen Lebensraum bieten. Eine flache Schale mit frischem Wasser kann insbesondere bei trockener Witterung hilfreich sein.

Auf Milch sollte unbedingt verzichtet werden. Igel können Milch nicht richtig vertragen und können dadurch Durchfall bekommen.

Auch Brot, Süßigkeiten, gewürzte Speisen oder Speisereste sind kein geeignetes Igelfutter. Wenn eine zusätzliche Fütterung tatsächlich notwendig erscheint, sollte man sich vorher bei einer fachkundigen Igelhilfe beraten lassen.

Der Garten als Lebensraum

Ein naturnaher Garten kann Igeln Nahrung, Verstecke und Schutz bieten. Laub, Reisig- und Totholzhaufen sowie dicht bewachsene Bereiche können wertvolle Rückzugsorte sein.

Zäune sollten möglichst Durchgänge ermöglichen, damit Igel ihre Umgebung erreichen können. Bereits kleine Öffnungen am Boden können den Tieren helfen, zwischen verschiedenen Gärten zu wechseln.

Gefahren für Igel

Im menschlichen Umfeld lauern für Igel zahlreiche Gefahren. Dazu gehören beispielsweise ungesicherte Teiche und Schächte, Gartennetze, Mähroboter, Motorsensen und andere Gartengeräte.

Besonders bei der Gartenarbeit ist Vorsicht geboten. Bevor ein Laub- oder Reisighaufen bewegt oder ein dicht bewachsenes Grundstück bearbeitet wird, sollte kontrolliert werden, ob sich dort ein Igel versteckt.

Auch beim Einsatz von Mährobotern sollte darauf geachtet werden, dass Igel nicht gefährdet werden. Nachts sind die Tiere besonders aktiv.

Ein Garten für Igel

Wer Igeln helfen möchte, muss sie nicht unbedingt anfassen oder füttern. Am wirkungsvollsten ist häufig ein Garten, in dem Wildtiere ausreichend Rückzugsmöglichkeiten und natürliche Nahrung finden.

Laub liegen lassen, Verstecke schaffen, Gefahren vermeiden und den Garten möglichst naturnah gestalten – damit können wir Igeln helfen, selbstständig zu leben.

Bitte helfen Sie mit Bedacht

Der Igel ist ein Wildtier. Ziel der Hilfe sollte deshalb immer sein, ein tatsächlich hilfsbedürftiges Tier fachgerecht zu versorgen und es – wenn möglich – wieder in die Freiheit zu entlassen.

Wenn Sie unsicher sind, ob ein Igel Hilfe benötigt, holen Sie sich zunächst fachkundigen Rat. Eine kurze telefonische Beratung kann verhindern, dass ein gesundes Wildtier unnötig aus seiner natürlichen Umgebung genommen wird.