Pica-Syndrom bei Katzen – Fressen unverdaulicher Stoffe
1. Krankheitsbeschreibung
Beim Pica-Syndrom nimmt eine Katze wiederholt Stoffe auf, die normalerweise nicht als Nahrung dienen, zum Beispiel Kunststoff, Wolle, Papier, Gummi oder Fäden.
Pica ist nicht automatisch eine Vergiftung. Das größere akute Risiko kann darin bestehen, dass der verschluckte Gegenstand einen Magen-Darm-Verschluss verursacht.
2. Vorbeugung
- Fäden, Bänder, Plastik und kleine Gegenstände sicher weglegen.
- Auf ein abwechslungsreiches, katzengerechtes Umfeld achten.
- Spielzeug regelmäßig kontrollieren.
- Verschluckbare Teile beschädigter Spielsachen entfernen.
3. Ursachen und Risikofaktoren
Pica kann mit Verhaltensproblemen, Umweltbedingungen oder körperlichen Erkrankungen zusammenhängen. Auch Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes müssen ausgeschlossen werden. Bestimmte Katzenrassen zeigen dieses Verhalten häufiger.
4. Symptome und Gefahr für Menschen
Typisch ist das wiederholte Kauen oder Fressen nicht essbarer Gegenstände. Gefährlich werden vor allem Erbrechen, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, fehlender Kotabsatz, Schwäche oder andere Zeichen eines möglichen Darmverschlusses.
Pica ist keine auf den Menschen übertragbare Erkrankung.
5. Fragen an den Tierarzt
- Welche körperlichen Ursachen müssen ausgeschlossen werden?
- Kann ein Fremdkörper verschluckt worden sein?
- Ist eine Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung sinnvoll?
- Welche Veränderungen der Umgebung sind empfehlenswert?
6. Diagnostik
Der Tierarzt beurteilt Verhalten, Ernährung, Haltung und Gesundheitszustand. Je nach Beschwerden können Blutuntersuchungen oder bildgebende Verfahren notwendig sein.
7. Therapie
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Körperliche Erkrankungen müssen behandelt und gefährliche Gegenstände aus der Umgebung entfernt werden.
8. Medikamente und Therapiedauer
Medikamente sind nicht grundsätzlich erforderlich. Sie kommen nur infrage, wenn eine konkrete körperliche oder verhaltensmedizinische Ursache dies rechtfertigt.
9. Zuhause, Klinik oder Operation?
Bei Verdacht auf einen verschluckten Fremdkörper oder Darmverschluss ist unverzüglich eine Tierarztpraxis oder Tierklinik erforderlich. Ein Fremdkörper kann eine endoskopische Entfernung oder Operation notwendig machen.
10. Behandlungskosten
Die Kosten reichen von einer Untersuchung bis zu aufwendiger Bildgebung, stationärer Behandlung oder einer Operation. Abgerechnet wird nach der GOT.
https://www.gesetze-im-internet.de/got_2022/
11. Prognose und Verlauf
Die Prognose hängt von der Ursache und davon ab, ob bereits ein Fremdkörper oder eine Darmverletzung entstanden ist. Wiederholtes Pica sollte tierärztlich abgeklärt werden.
12. Ernährung
Eine ausgewogene, für Katzen geeignete Ernährung ist wichtig. Eine spezielle Diät sollte nur nach tierärztlicher Empfehlung eingesetzt werden.
13. Rechtliche Lage
Tierhalter müssen für eine angemessene Versorgung und eine geeignete Haltung sorgen. Bei krankhaftem oder gefährlichem Verhalten sollte die notwendige tierärztliche Abklärung erfolgen.
https://www.gesetze-im-internet.de/tierschg/__2.html
14. Quellen
- Merck Veterinary Manual – Behavior Problems of Cats:
https://www.merckvetmanual.com/behavior/behavior-of-cats/behavior-problems-of-cats - Merck Veterinary Manual – Gastrointestinal Obstruction:
https://www.merckvetmanual.com/digestive-system/surgical-problems-of-the-gastrointestinal-tract-in-small-animals/gastrointestinal-obstruction-in-small-animals