Schneckenkorn und Vergiftung bei Katzen

1. Krankheitsbeschreibung

Schneckenkorn ist ein Pflanzenschutzmittel gegen Schnecken. Für Katzen kann insbesondere der Wirkstoff Metaldehyd gefährlich sein. Eine Aufnahme kann zu einer schweren neurologischen Vergiftung führen.

In Deutschland werden auch Produkte mit Eisen-III-phosphat angeboten. Die Wirkstoffe sind deshalb nicht pauschal gleichzusetzen. Das Umweltbundesamt nennt Eisen-III-phosphat und Metaldehyd als unterschiedliche Wirkstoffe.

2. Vorbeugung

  • Schneckenkorn möglichst nicht in Bereichen verwenden, die Katzen erreichen.
  • Produkte nur entsprechend ihrer Zulassung und Gebrauchsanweisung verwenden.
  • Packungen sicher verschlossen aufbewahren.
  • Verschüttetes Granulat sofort entfernen.
  • Nach der Anwendung keinen Zugang der Katze zu behandelten Flächen zulassen, soweit dies nach Gebrauchsanweisung erforderlich ist.

3. Verursacher – Risikofaktoren – betroffene Katzen

Besonders gefährdet sind Freigängerkatzen, die Granulat direkt aufnehmen oder mit behandelten Flächen in Kontakt kommen.

4. Symptome und Übertragbarkeit

Bei Metaldehyd können unter anderem Speicheln, Erbrechen, Durchfall, Bewegungsstörungen, Muskelzittern, Überwärmung und Krampfanfälle auftreten. Die Symptome können rasch einsetzen und lebensbedrohlich werden.

Eine Vergiftung ist keine Zoonose. Metaldehyd kann jedoch auch für Menschen gefährlich sein und muss deshalb sicher verwahrt werden.

5. Fragen an den Tierarzt

  • Welches Produkt wurde aufgenommen?
  • Welcher Wirkstoff ist auf dem Etikett angegeben?
  • Wie viel könnte aufgenommen worden sein?
  • Wann war die Aufnahme?
  • Welche Symptome sind bereits vorhanden?

6. Diagnostik

Die Diagnose erfolgt anhand der Expositionsgeschichte, der klinischen Symptome und gegebenenfalls weiterer Untersuchungen. Bei Bedarf können toxikologische Untersuchungen durchgeführt werden.

7. Therapie

Die Behandlung besteht – je nach Zeitpunkt und Zustand – aus Dekontamination, Stabilisierung der lebenswichtigen Funktionen, Kontrolle von Muskelzittern und Krampfanfällen sowie Korrektur von Stoffwechselstörungen.

8. Medikamente und Therapiedauer

Die Medikamente werden nach den auftretenden Symptomen und dem Wirkstoff ausgewählt. Bei schweren Fällen kann eine intensive Behandlung über mehrere Tage notwendig sein.

9. Zuhause oder Klinik?

Bei Verdacht auf Metaldehyd-Aufnahme gehört die Katze unverzüglich in tierärztliche Behandlung. Eigenständiges Erbrechen-Auslösen ist nicht zulässig.

10. Behandlungskosten

Die Kosten hängen vom Schweregrad und vom Umfang der Überwachung und Behandlung ab. Im Notdienst gelten die besonderen Bestimmungen der GOT.
https://www.gesetze-im-internet.de/got_2022/__4.html

11. Prognose und Verlauf

Die Prognose hängt wesentlich von der aufgenommenen Menge, dem Wirkstoff und dem Beginn der Behandlung ab. Eine schnelle tierärztliche Versorgung verbessert die Aussichten.

12. Ernährung

Während einer akuten neurologischen Vergiftung steht die Stabilisierung im Vordergrund. Die weitere Ernährung richtet sich nach dem Zustand der Katze und der tierärztlichen Empfehlung.

13. Rechtliche Lage

Bei Pflanzenschutzmitteln müssen die jeweiligen Zulassungs- und Anwendungsvorschriften eingehalten werden. Zugelassene Produkte und aktuelle Informationen können über die Datenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit überprüft werden.
https://www.bvl.bund.de/

14. Quellen