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Schwere Katzenkrankheiten

Die folgenden Erkrankungen können für Katzen sehr ernst werden und teilweise lebensbedrohlich verlaufen. Bei einigen Erkrankungen ist eine schnelle Diagnose und Behandlung besonders wichtig.

Die einzelnen Krankheitsseiten erklären in verständlicher Form unter anderem mögliche Ursachen, typische Symptome, diagnostische Möglichkeiten, Behandlung und Nachsorge.

Auswahl schwerer Erkrankungen

  • CNI – Chronische Niereninsuffizienz
  • DKA – Diabetes mellitus mit Ketoazidose
  • FeLV – Felines Leukämievirus
  • FIP – Feline infektiöse Peritonitis
  • FIV – Felines Immundefizienzvirus
  • Peritonitis – Bauchfellentzündung
  • Tollwut
  • Vergiftungen

Bitte beachten

Eine Erkrankung aus dieser Kategorie bedeutet nicht automatisch, dass eine Katze keine Heilungs- oder Behandlungsmöglichkeiten hat. Prognose und Therapie hängen von der konkreten Diagnose, dem Krankheitsstadium, dem Allgemeinzustand und möglichen Begleiterkrankungen ab.

Bei einem Verdacht auf eine schwere Erkrankung sollte die Katze möglichst schnell tierärztlich untersucht werden.

Bei akuten Notfällen:
Tierärztlicher Notdienst Kreis Mettmann: 01806 220220

Aktuelle Informationen:
https://www.tieraerztekammer-nordrhein.de/informationen-zum-tieraerztlichen-notdienst/

 

Details
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DKA – Diabetische Ketoazidose bei Katzen

Krankheitsbeschreibung

DKA (diabetische Ketoazidose) ist eine schwere, lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisung bei Diabetes mellitus. Durch einen ausgeprägten Insulinmangel kann der Körper Glukose nicht ausreichend verwerten. Stattdessen werden vermehrt Fette abgebaut und Ketonkörper gebildet. Dadurch entstehen Übersäuerung, Flüssigkeitsverlust und Störungen des Elektrolythaushalts.

Vorbeugung

Bei bereits bekanntem Diabetes sind eine konsequente tierärztliche Betreuung, die korrekte Anwendung der verordneten Medikamente, regelmäßige Kontrollen und die Beobachtung von Fressen, Trinken, Gewicht und Allgemeinzustand wichtig.

Auch Begleiterkrankungen wie Infektionen, Bauchspeicheldrüsenerkrankungen oder Nierenerkrankungen müssen erkannt und behandelt werden.

Verursacher – Risikofaktoren – betroffene Katzen

Eine DKA entsteht meist im Zusammenhang mit einem Diabetes mellitus und ausgeprägtem Insulinmangel. Auslöser oder begünstigende Faktoren können unter anderem Infektionen, Pankreatitis, Nierenerkrankungen oder andere schwere Erkrankungen sein.

Betroffen sind sowohl neu diagnostizierte als auch bereits behandelte diabetische Katzen.

Symptome – frühe und fortgeschrittene Anzeichen – Übertragbarkeit auf Menschen

Mögliche frühe bzw. beginnende Anzeichen:

  • vermehrtes Trinken
  • vermehrter Urinabsatz
  • Gewichtsverlust
  • weniger Appetit
  • Schwäche

Bei DKA können hinzukommen:

  • Futterverweigerung
  • Erbrechen
  • starke Austrocknung
  • ausgeprägte Schwäche
  • Teilnahmslosigkeit
  • Störungen des Bewusstseins

Eine diabetische Ketoazidose der Katze ist nicht auf den Menschen übertragbar.

Futterverweigerung, Erbrechen und deutliche Schwäche bei einer diabetischen Katze sind ein dringender tierärztlicher Grund zur Untersuchung.

Checkliste für den Besuch beim Tierarzt

  • Wann wurde Diabetes festgestellt?
  • Welche Medikamente erhält die Katze?
  • Wann wurde die letzte Dosis gegeben?
  • Wie viel hat die Katze zuletzt gefressen?
  • Wie viel trinkt und uriniert sie?
  • Gab es Erbrechen oder Durchfall?
  • Wurde das Gewicht kontrolliert?
  • Gab es Ketontests?
  • Welche anderen Erkrankungen sind bekannt?

Fragen an den Tierarzt:

  • Handelt es sich tatsächlich um DKA?
  • Wie schwer ist die Stoffwechselentgleisung?
  • Welche Begleiterkrankung könnte die DKA ausgelöst haben?
  • Ist eine stationäre Behandlung erforderlich?
  • Wie wird der Blutzucker kontrolliert?
  • Wie werden Kalium und andere Elektrolyte überwacht?
  • Wann kann die Katze wieder nach Hause?

Diagnostik durch den Tierarzt

Zur Diagnose werden unter anderem Blutzucker, Ketonkörper, Elektrolyte und der Säure-Basen-Haushalt beurteilt. Hinzu kommen je nach Situation Blutbild, Blutchemie, Urinuntersuchung und Untersuchungen auf mögliche Begleiterkrankungen.

Die 2026-AAHA-Leitlinie hebt besonders die Bestimmung von Beta-Hydroxybutyrat und die Beurteilung von Ketose und Azidose hervor.

Therapien in Deutschland und Europa

Eine DKA wird tierärztlich behandelt. Die Therapie besteht insbesondere aus Flüssigkeitsversorgung, Insulin, Ausgleich von Elektrolytstörungen und der Behandlung auslösender oder begleitender Erkrankungen.

Bei schwer erkrankten Katzen kann eine intensivmedizinische Behandlung in einer Klinik mit 24-Stunden-Überwachung erforderlich sein.

Behandlung – Medikamente – Therapiedauer

Insulin ist ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung. Zusätzlich können Infusionen, Elektrolyte, gegebenenfalls Glukose und weitere Medikamente erforderlich sein.

Die Behandlung dauert so lange, bis die Katze stabil, ausreichend hydriert und wieder in der Lage ist, selbstständig zu fressen und der Stoffwechsel kontrolliert werden kann. Danach erfolgt die Umstellung auf die langfristige Diabetesbehandlung.

Insulin darf niemals eigenständig in der Dosierung verändert oder abgesetzt werden.

Pflege zu Hause, Klinik oder Operation?

Eine akute DKA erfordert häufig eine stationäre Behandlung. Schwer erkrankte Katzen können eine intensive Überwachung benötigen.

Nach Stabilisierung wird die weitere Diabetesbehandlung normalerweise zu Hause durchgeführt. Eine Operation ist wegen der DKA selbst nicht erforderlich. Sie kann aber notwendig werden, wenn eine behandelbare Grunderkrankung dies erfordert.

Behandlungskosten

Die Kosten können bei einer DKA erheblich höher sein als bei einer normalen Diabeteskontrolle, weil Blutuntersuchungen, Infusionen, Elektrolytkontrollen, Insulin, Überwachung und gegebenenfalls eine stationäre Aufnahme erforderlich sind.

Eine verbindliche Pauschale gibt es nicht. Abgerechnet wird grundsätzlich nach der GOT.
https://www.gesetze-im-internet.de/got_2022/

Die GOT sieht grundsätzlich den einfachen bis dreifachen Gebührensatz vor. Im tierärztlichen Notdienst gelten besondere Gebührenregelungen.

Prognose und Verlauf

Eine DKA ist ein medizinischer Notfall. Die Prognose hängt unter anderem davon ab, wie schwer die Stoffwechselentgleisung ist und welche Begleiterkrankungen vorliegen.

Bei erfolgreicher Stabilisierung können Katzen anschließend häufig über längere Zeit mit Diabetes behandelt werden. Bei manchen Katzen ist sogar eine diabetische Remission möglich.

Ernährung – Diät – vermeidbare Inhaltsstoffe

Die Ernährung wird nach der Stabilisierung individuell festgelegt. Bei Diabetes spielen unter anderem Energiezufuhr, Körpergewicht und der Kohlenhydratgehalt des Futters eine Rolle.

Eine Katze mit DKA darf nicht ohne tierärztliche Anleitung auf eine neue Diät gesetzt werden. Während einer akuten Erkrankung steht zunächst die Stabilisierung im Vordergrund.

Rechtliche Lage für Katzenhalter

Diabetes mellitus und DKA unterliegen für den privaten Katzenhalter grundsätzlich keinen besonderen Melde- oder Haltungsauflagen.

Für verschreibungspflichtige Medikamente gelten die Vorschriften des Tierarzneimittelgesetzes. Die Anwendung erfolgt nach tierärztlicher Verordnung und Behandlungsanweisung.

https://www.gesetze-im-internet.de/tamg/

Quellen

  • AAHA – 2026 Diabetes Management Guidelines for Cats:
    https://www.aaha.org/resources/2026-aaha-diabetes-management-guidelines-for-cats/
  • AAHA – Diabetic Ketoacidosis in Cats:
    https://www.aaha.org/resources/2026-aaha-diabetes-management-guidelines-for-cats/section-12-diabetic-ketoacidosis-in-cats/
  • MSD Veterinary Manual – Diabetes mellitus:
    https://www.msdvetmanual.com/endocrine-system/the-pancreas/diabetes-mellitus-in-dogs-and-cats
  • Tierärztliche Hochschule Hannover:
    https://www.tiho-hannover.de/
  • Bundestierärztekammer:
    https://www.bundestieraerztekammer.de/
  • GOT:
    https://www.gesetze-im-internet.de/got_2022/
  • Tierarzneimittelgesetz:
    https://www.gesetze-im-internet.de/tamg/

Diese Informationen ersetzen keine tierärztliche Notfallbehandlung.

Details
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Peritonitis – Bauchfellentzündung bei Katzen

Krankheitsbeschreibung

Peritonitis bezeichnet eine Entzündung des Bauchfells. Sie kann lokal begrenzt oder im gesamten Bauchraum auftreten und akut oder länger anhaltend verlaufen.

Eine Peritonitis ist keine einzelne Krankheit mit nur einer Ursache. Bei Katzen kommen unter anderem bakterielle Infektionen, Verletzungen oder der Austritt von Magen-, Darm- oder Harnblaseninhalt in die Bauchhöhle infrage.

Die Feline infektiöse Peritonitis (FIP) ist eine besondere, eigenständige Erkrankung und wird auf unserer FIP-Seite behandelt.

Vorbeugung

Eine vollständige Vorbeugung ist nicht möglich. Wichtig sind die Vermeidung von Verletzungen, eine schnelle tierärztliche Behandlung bei Bauchverletzungen und die rasche Untersuchung bei starken Bauchbeschwerden.

Verursacher – Risikofaktoren – betroffene Katzen

Mögliche Ursachen sind unter anderem Verletzungen von Magen oder Darm, verschluckte Fremdkörper mit Durchbruch, eine geplatzte oder verletzte Harnblase, Komplikationen nach Operationen, Erkrankungen der Bauchorgane oder bakterielle Infektionen.

Grundsätzlich kann jede Katze betroffen sein.

Symptome – frühe und fortgeschrittene Anzeichen – Übertragbarkeit auf Menschen

Mögliche Anzeichen sind:

  • Bauchschmerzen
  • angespannte Bauchdecke
  • gekrümmte Körperhaltung
  • Fieber
  • Appetitlosigkeit
  • Erbrechen
  • Teilnahmslosigkeit
  • Bauchumfangszunahme
  • Kreislaufstörungen

Bei einem schweren Verlauf können Schock und lebensbedrohliche Blutvergiftung auftreten.

Eine Peritonitis als solche ist nicht pauschal als übertragbare Erkrankung einzustufen. Die Übertragbarkeit hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab. Eine bakterielle Bauchfellentzündung durch einen Darmdurchbruch ist beispielsweise keine „ansteckende Peritonitis“.

Checkliste für den Besuch beim Tierarzt

  • Wann haben die Beschwerden begonnen?
  • Frisst die Katze noch?
  • Erbricht sie?
  • Gab es eine Verletzung oder einen Unfall?
  • Gab es kürzlich eine Operation?
  • Kann die Katze normal Urin und Kot absetzen?
  • Welche Medikamente erhält sie?

Fragen:

  • Welche Ursache wird vermutet?
  • Ist eine bakterielle Infektion wahrscheinlich?
  • Ist eine Operation notwendig?
  • Wie schwer ist der Kreislauf beeinträchtigt?
  • Wie lange muss die Katze voraussichtlich stationär bleiben?

Diagnostik durch den Tierarzt

Die Diagnostik umfasst in der Regel eine gründliche klinische Untersuchung. Je nach Verdacht können Blutuntersuchungen, Röntgen, Ultraschall und die Untersuchung von Flüssigkeit aus der Bauchhöhle erforderlich sein.

Bei Verdacht auf einen Darm-, Magen- oder Blasendurchbruch muss die Ursache möglichst schnell festgestellt werden.

Therapien in Deutschland und Europa

Die Therapie richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad.

Bei einer bakteriellen oder sogenannten septischen Peritonitis können Antibiotika, Infusionen, Schmerztherapie und häufig eine operative Versorgung notwendig sein.

Behandlung – Medikamente – Therapiedauer

Je nach Ursache können Antibiotika, Schmerzmittel, Infusionen und weitere intensivmedizinische Maßnahmen erforderlich sein.

Bei einer operativ behandelbaren Ursache wird die zugrunde liegende Verletzung oder Erkrankung möglichst schnell beseitigt.

Die Therapiedauer ist sehr unterschiedlich und hängt vom Auslöser und vom Heilungsverlauf ab.

Pflege zu Hause, Klinik oder Operation?

Eine schwere Peritonitis gehört in tierärztliche Behandlung und häufig in eine Tierklinik.

Bei einem Darm-, Magen- oder Blasendurchbruch kann eine Operation lebensrettend sein. Nach einer Operation können stationäre Überwachung, Infusionen, Schmerztherapie und Ernährungshilfe erforderlich sein.

Behandlungskosten

Die Kosten können bei einer schweren Peritonitis erheblich sein, insbesondere wenn Ultraschall, Röntgen, Blutuntersuchungen, Intensivtherapie, Narkose und Operation erforderlich werden.

Eine pauschale Preisangabe ist deshalb nicht seriös.
https://www.gesetze-im-internet.de/got_2022/

Prognose und Verlauf

Die Prognose hängt entscheidend von der Ursache, dem Zeitpunkt der Behandlung und dem Allgemeinzustand der Katze ab.

Eine frühzeitige Stabilisierung und die schnelle Beseitigung der Ursache verbessern die Behandlungsmöglichkeiten. Eine unbehandelte schwere Peritonitis kann lebensbedrohlich werden.

Ernährung – Diät – vermeidbare Inhaltsstoffe

Bei einer akuten Peritonitis steht zunächst die medizinische Stabilisierung im Vordergrund.

Wenn die Katze nicht selbstständig frisst, kann eine tierärztlich geplante Ernährungshilfe erforderlich werden. Nach der Stabilisierung wird die Ernährung an die zugrunde liegende Erkrankung und die Operation angepasst.

Rechtliche Lage für Katzenhalter

Eine Peritonitis unterliegt für den privaten Katzenhalter grundsätzlich keinen besonderen gesetzlichen Melde- oder Haltungsauflagen. Entscheidend ist die Ursache der Erkrankung.

Für verschreibungspflichtige Arzneimittel gelten die gesetzlichen Vorschriften des Tierarzneimittelrechts.

https://www.gesetze-im-internet.de/tamg/

Quellen

  • MSD Veterinary Manual – Peritonitis in Cats:
    https://www.merckvetmanual.com/cat-owners/disorders-affecting-multiple-body-systems-of-cats/peritonitis-in-cats
  • MSD Veterinary Manual – Peritonitis in Animals:
    https://www.merckvetmanual.com/digestive-system/peritonitis/peritonitis-in-animals
  • TiHo Hannover – Infektionsmedizin:
    https://www.tiho-hannover.de/kliniken-institute/kliniken/klinik-fuer-kleintiere/fachabteilungen/innere-medizin/infektionsmedizin
  • Bundestierärztekammer:
    https://www.bundestieraerztekammer.de/
  • GOT:
    https://www.gesetze-im-internet.de/got_2022/
  • TAMG:
    https://www.gesetze-im-internet.de/tamg/
  • Diese Informationen ersetzen keine tierärztliche Notfallbehandlung.
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Tollwut bei Katzen

Krankheitsbeschreibung

Tollwut (Rabies) ist eine durch Viren verursachte Erkrankung des zentralen Nervensystems. Sie betrifft Säugetiere einschließlich Katzen und Menschen.

Nach dem Auftreten klinischer Symptome verläuft die Erkrankung praktisch immer tödlich. Eine wirksame Behandlung erkrankter Tiere steht nicht zur Verfügung.

Vorbeugung

Die wichtigste Vorbeugung ist die Vermeidung von Kontakten mit tollwutverdächtigen Tieren sowie eine tierärztlich abgestimmte Tollwutimpfung.

Eine Impfung ist insbesondere bei Reisen ins Ausland von großer Bedeutung. Für Reisen gelten zusätzliche gesetzliche Anforderungen.

Verursacher – Risikofaktoren – betroffene Katzen

Verursacher ist das Tollwutvirus. Die Übertragung erfolgt vor allem über Speichel infizierter Tiere, insbesondere durch Bisse.

Das Risiko ist in Deutschland aufgrund des Tollwutfreiheitsstatus sehr gering. Es besteht jedoch weiterhin ein Risiko durch Reisen, importierte Tiere und Kontakte mit Tieren aus Regionen, in denen Tollwut vorkommt.

Symptome – frühe und fortgeschrittene Anzeichen – Übertragbarkeit auf Menschen

Die ersten Anzeichen können unspezifisch sein und beispielsweise Verhaltensänderungen oder ungewöhnliche Unruhe umfassen.

Später können unter anderem auftreten:

  • auffällige Verhaltensänderungen
  • Bewegungsstörungen
  • Schluckstörungen
  • starker Speichelfluss
  • Lähmungen
  • Krämpfe
  • Bewusstseinsstörungen

Tollwut ist eine Zoonose und kann auf Menschen übertragen werden.

Nach einem Biss oder einer anderen möglichen Exposition durch ein tollwutverdächtiges Tier muss der betroffene Mensch unverzüglich ärztlich beraten werden.

Checkliste für den Besuch beim Tierarzt

  • Hat die Katze Kontakt zu einem fremden oder wild lebenden Tier gehabt?
  • Gab es einen Biss oder eine Kratzverletzung?
  • Kommt die Katze aus dem Ausland?
  • War die Katze im Ausland?
  • Wann wurde zuletzt gegen Tollwut geimpft?
  • Ist die Impfung im Impfpass dokumentiert?

Fragen an den Tierarzt:

  • Besteht ein Tollwutverdacht?
  • Welche Maßnahmen sind sofort erforderlich?
  • Ist die Katze wirksam gegen Tollwut geimpft?
  • Muss die zuständige Veterinärbehörde eingeschaltet werden?

Diagnostik durch den Tierarzt

Bei einem Verdacht auf Tollwut gelten besondere amtliche Verfahren. Eine sichere Diagnose kann nicht einfach durch einen normalen Schnelltest beim Haustierarzt gestellt werden.

Bei Verdachtsfällen müssen die zuständigen Veterinärbehörden einbezogen werden.

Therapien in Deutschland und Europa

Für eine klinisch erkrankte Katze mit bestätigter Tollwut gibt es keine heilende Therapie.

Die Bekämpfung der Erkrankung erfolgt deshalb vor allem durch Prävention, Impfung, behördliche Überwachung und Maßnahmen bei Verdachts- oder Kontaktfällen.

Behandlung – Medikamente – Therapiedauer

Eine therapeutische Behandlung einer klinisch ausgebrochenen Tollwut bei der Katze ist nicht möglich.

Bei einem Verdachtsfall entscheidet die zuständige Veterinärbehörde über die erforderlichen Maßnahmen.

Pflege zu Hause, Klinik oder Operation?

Bei Verdacht auf Tollwut darf die Katze nicht eigenmächtig zu Hause behandelt oder frei weitergegeben werden.

Die zuständige Veterinärbehörde legt die erforderlichen Schutz- und Beobachtungsmaßnahmen fest.

Behandlungskosten

Normale Kosten einer Tollwutimpfung oder tierärztlichen Untersuchung richten sich nach der GOT.

Bei einem amtlichen Verdachtsfall können besondere behördliche Maßnahmen greifen. Kostenfragen sollten deshalb mit der zuständigen Behörde geklärt werden.
https://www.gesetze-im-internet.de/got_2022/

Prognose und Verlauf

Nach dem Auftreten klinischer Symptome ist Tollwut praktisch immer tödlich.

Die entscheidende Bedeutung hat deshalb die Vorbeugung. Deutschland ist seit 2008 offiziell frei von terrestrischer Tollwut; einzelne importierte Fälle und das Risiko durch Tiere aus betroffenen Regionen bleiben jedoch relevant.

Ernährung – Diät – vermeidbare Inhaltsstoffe

Eine spezielle Ernährung kann Tollwut nicht verhindern oder behandeln.

Bei einem Tollwutverdacht sollte die Katze nicht eigenständig versorgt oder angefasst werden. Die Anweisungen der zuständigen Veterinärbehörde sind zu befolgen.

Rechtliche Lage für Katzenhalter

Für Tollwut gelten in Deutschland besondere tierseuchenrechtliche Vorschriften.

Die Tollwut-Verordnung enthält unter anderem Regelungen zu Impfungen, Verdachtsfällen, behördlicher Beobachtung und Schutzmaßnahmen. Bei bestimmten Verdachts- und Kontaktlagen kann die Behörde einschneidende Maßnahmen anordnen.
https://www.gesetze-im-internet.de/tollwv_1991/

Für Reisen mit Katzen innerhalb der EU gelten zusätzlich die europäischen Heimtierregelungen. Dazu gehören insbesondere Kennzeichnung und gültiger

Tollwutimpfschutz.
https://food.ec.europa.eu/animals/live-animal-movements/dogs-cats-and-ferrets/travelling-pet-within-eu_en

Deutsche Informationen zu Reisen mit Katzen:
https://www.bmel.de/DE/themen/tiere/haus-und-zootiere/heimtierausweis.html

Quellen

  • BMLEH – Tollwut:
    https://www.bmel.de/DE/themen/tiere/tiergesundheit/tierseuchen/tollwut.html
  • RKI – Tollwut, Stand 02.07.2026:
    https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/T/Tollwut/Tollwut-node.html
  • Friedrich-Loeffler-Institut:
    https://www.fli.de/
  • WOAH – Deutschland, Rabies Free Status:
    https://www.woah.org/
  • WHO – Rabies:
    https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/rabies
  • EU-Kommission – Reisen mit Katzen:
    https://food.ec.europa.eu/animals/live-animal-movements/dogs-cats-and-ferrets/travelling-pet-within-eu_en
  • Tollwut-Verordnung:
    https://www.gesetze-im-internet.de/tollwv_1991/
  • GOT:
    https://www.gesetze-im-internet.de/got_2022/

Bei einem konkreten Tollwutverdacht ist unverzüglich die zuständige Veterinärbehörde einzuschalten.

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FIV – Feline Immundefizienzvirus-Infektion

Krankheitsbeschreibung

FIV (Felines Immundefizienzvirus) ist ein Retrovirus, das das Immunsystem der Katze beeinträchtigen kann. Umgangssprachlich wird die Erkrankung manchmal als „Katzen-AIDS“ bezeichnet.

Eine FIV-Infektion bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine Katze schwer krank ist. Infizierte Katzen können über viele Jahre eine gute Lebensqualität haben.

Vorbeugung

Die wichtigste Vorbeugung besteht darin, das Risiko von Bissverletzungen und Kämpfen zu reduzieren. Eine sichere Haltung im Haus oder ein kontrollierter Freigang kann das Infektionsrisiko senken.

Bei neu aufgenommenen Katzen oder Katzen mit erhöhtem Risiko kann ein FIV-Test sinnvoll sein.

Verursacher – Risikofaktoren – betroffene Katzen

Verursacher ist das Feline Immundefizienzvirus. Die wichtigste Übertragungsart ist der Biss während aggressiver Auseinandersetzungen.

Freilaufende, unkastrierte Kater mit häufigen Revierkämpfen haben deshalb ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Symptome – frühe und fortgeschrittene Anzeichen – Übertragbarkeit auf Menschen

Nach einer Infektion können zunächst unspezifische Beschwerden auftreten. Danach kann eine lange symptomarme Phase folgen.

Bei fortschreitender Immunschwäche können unter anderem auftreten:

  • wiederkehrende Infektionen
  • chronische Entzündungen im Maul
  • Gewichtsverlust
  • Fieber
  • vergrößerte Lymphknoten
  • chronische Haut-, Atemwegs- oder Magen-Darm-Erkrankungen
  • neurologische Veränderungen
  • Tumorerkrankungen

FIV ist nicht auf den Menschen übertragbar. FIV ist ein katzenspezifisches Virus und keine Form von HIV beim Menschen.

Checkliste für den Besuch beim Tierarzt

  • Ist die Katze Freigänger?
  • Kommt es zu Kämpfen mit anderen Katzen?
  • Wann wurde zuletzt getestet?
  • Gab es wiederkehrende Infektionen?
  • Hat die Katze Gewicht verloren?
  • Bestehen chronische Zahnfleisch- oder Maulentzündungen?

Fragen:

  • Wie zuverlässig ist das Testergebnis?
  • Sollte ein positives Ergebnis bestätigt werden?
  • Müssen weitere Katzen getestet werden?
  • Wie kann das Infektionsrisiko reduziert werden?
  • Welche Kontrolluntersuchungen sind sinnvoll?

Diagnostik durch den Tierarzt

FIV wird häufig durch den Nachweis von Antikörpern untersucht. Ein positives Ergebnis muss je nach Situation bestätigt bzw. fachlich eingeordnet werden.

Bei jungen Katzen können mütterliche Antikörper die Beurteilung erschweren. Deshalb kann eine Wiederholung des Tests erforderlich sein.

Therapien in Deutschland und Europa

Eine allgemein verfügbare Therapie, die FIV zuverlässig aus dem Körper entfernt, steht nicht zur Verfügung.

Die Behandlung konzentriert sich deshalb auf die Erhaltung der Lebensqualität, die Behandlung von Folgeerkrankungen und die Verringerung vermeidbarer Belastungen.

Behandlung – Medikamente – Therapiedauer

Je nach Folgeerkrankung können Antibiotika, Schmerzmittel, entzündungshemmende Medikamente oder andere Therapien notwendig sein.

Die Behandlung erfolgt entsprechend der jeweiligen Erkrankung und kann bei chronischen Problemen langfristig notwendig sein.

Eine FIV-positive Katze sollte nicht allein wegen eines positiven Tests eingeschläfert werden. Entscheidend sind Gesundheitszustand und Lebensqualität.

Pflege zu Hause, Klinik oder Operation?

Viele FIV-positive Katzen können dauerhaft zu Hause leben. Eine möglichst stressarme Haltung, gute Ernährung und regelmäßige tierärztliche Kontrollen sind wichtig.

Bei schweren Sekundärinfektionen oder Tumorerkrankungen kann eine stationäre Behandlung oder Operation erforderlich sein.

Behandlungskosten

Die Kosten richten sich nicht nach dem FIV-Status allein, sondern nach den tatsächlich erforderlichen Untersuchungen und Behandlungen.

Regelmäßige Kontrollen können Blutuntersuchungen und weitere diagnostische Maßnahmen umfassen. Bei Folgeerkrankungen können zusätzliche Medikamenten- oder Klinikkosten entstehen.
https://www.gesetze-im-internet.de/got_2022/

Prognose und Verlauf

Der Verlauf ist sehr unterschiedlich. Viele FIV-positive Katzen bleiben lange klinisch stabil.

Eine gute Betreuung, frühzeitige Behandlung von Sekundärerkrankungen und die Vermeidung von Stress können dazu beitragen, die Lebensqualität zu erhalten.

Ernährung – Diät – vermeidbare Inhaltsstoffe

Eine ausgewogene, bedarfsgerechte Ernährung ist wichtig. Die Katze sollte ausreichend Energie und Flüssigkeit aufnehmen.

Bei immungeschwächten Katzen sollten unnötige Infektionsrisiken vermieden werden. Die Fütterung von rohem Fleisch sollte deshalb mit dem behandelnden Tierarzt besprochen werden.

Rechtliche Lage für Katzenhalter

Für eine FIV-positive Katze bestehen im privaten Haushalt grundsätzlich keine besonderen gesetzlichen Haltungsverbote.

Bei mehreren Katzen sollte gemeinsam mit dem Tierarzt entschieden werden, wie das individuelle Infektionsrisiko bewertet wird. Da FIV vor allem durch Bisse übertragen wird, ist das Risiko in stabilen, konfliktfreien Katzengruppen deutlich anders einzuschätzen als bei aggressiven Freigängern.

https://www.gesetze-im-internet.de/tamg/

Quellen

  • ABCD – FIV-Leitlinie:
    https://www.abcdcatsvets.org/guideline-for-feline-immunodeficiency-virus/
  • ABCD – FIV Fact Sheets:
    https://www.abcdcatsvets.org/portfolio-item/factsheets-tools-for-feline-immunodeficiency-virus-fiv/
  • TiHo Hannover – Infektionsmedizin:
    https://www.tiho-hannover.de/kliniken-institute/kliniken/klinik-fuer-kleintiere/fachabteilungen/innere-medizin/infektionsmedizin
  • MSD Veterinary Manual:
    https://www.msdvetmanual.com/
  • Bundestierärztekammer:
    https://www.bundestieraerztekammer.de/
  • GOT:
    https://www.gesetze-im-internet.de/got_2022/
  • TAMG:
    https://www.gesetze-im-internet.de/tamg/
  • Diese Informationen ersetzen keine tierärztliche Untersuchung.
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  1. FeLV - Felines Leukämievirus
  2. CNI – Chronische Niereninsuffizienz
  3. Peritonitis - Bauchfellentzündung
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