Luchse sollen künftig auch in NRW heimisch werden

Für den Luchs bietet Nordrhein-Westfalen grundsätzlich gute Lebensbedingungen. Große zusammenhängende Waldgebiete wie beispielsweise das Rothaargebirge könnten geeignete Lebensräume darstellen.

Der BUND NRW und die NRW-Stiftung planen deshalb, innerhalb der kommenden Jahre erstmals einen Luchs in Nordrhein-Westfalen auszuwildern. Später könnten weitere Tiere folgen.

Ziel ist nicht nur, einzelne Luchse anzusiedeln. Vielmehr sollen die verschiedenen Luchsbestände in Deutschland besser miteinander verbunden werden. Derzeit liegen die einzelnen Vorkommen teilweise 50 bis 100 Kilometer auseinander. Für eine langfristig stabile Population ist diese Entfernung problematisch.

Besonders wichtig wäre es, dass sich die Tiere begegnen und fortpflanzen können.

Luchse sind ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems

Der Luchs ist in Deutschland ursprünglich heimisch und erfüllt eine wichtige Aufgabe im natürlichen Gleichgewicht unserer Wälder.

Als natürlicher Beutegreifer jagt er unter anderem Rehe und kann damit dazu beitragen, überhöhte Wildbestände zu regulieren. Dadurch profitieren auch andere Bereiche des Ökosystems.

Von einem erlegten Tier profitieren außerdem zahlreiche andere Lebewesen. Der Kadaver dient weiteren Tieren als Nahrung und führt dem Waldboden wichtige Nährstoffe zurück.

Ein gesunder Luchsbestand ist deshalb nicht nur ein Gewinn für die einzelne Tierart, sondern für das gesamte Ökosystem Wald.

Für Menschen ist der Luchs keine Gefahr

Viele Menschen begegnen der Rückkehr großer Beutegreifer zunächst mit Skepsis. Beim Luchs besteht dafür jedoch kein Grund.

Luchse meiden normalerweise den Menschen und stellen für ihn keine Gefahr dar. Auch Nutztiere sind nur selten betroffen. In Deutschland kommt es nach den vorliegenden Angaben nur zu wenigen entsprechenden Vorfällen pro Jahr.

Der Luchs ist ein scheues Wildtier, das sich dem Menschen normalerweise nicht freiwillig nähert.

Jedes Tier hat ein einzigartiges Fellmuster

Ob bei einer Luchssichtung tatsächlich immer dasselbe Tier zu sehen ist, lässt sich häufig anhand von Fotos feststellen.

Denn jeder Luchs besitzt ein individuelles Fellmuster. Die charakteristischen Flecken sind bei jedem Tier unterschiedlich – ähnlich wie die Fingerabdrücke eines Menschen.

Bei den aktuellen Aufnahmen aus dem Kreis Lippe konnte deshalb noch nicht eindeutig festgestellt werden, ob es sich um einen oder mehrere Luchse handelt.

Ein Hoffnungsschimmer für den Artenschutz

Die Rückkehr des Luchses nach Nordrhein-Westfalen wäre ein wichtiger Schritt für den Natur- und Artenschutz.

Dass einzelne Tiere bereits aus den etablierten Luchsgebieten nach NRW wandern, zeigt: Der Luchs findet seinen Weg zurück.

Damit aus einzelnen Besuchern wieder eine dauerhaft heimische Population entstehen kann, braucht es geeignete Lebensräume, miteinander verbundene Waldgebiete und vor allem die Akzeptanz der Menschen.

Für den Tierschutz und den Naturschutz ist die Entwicklung deshalb ein positives Zeichen: Eine Tierart, die in Deutschland jahrhundertelang verschwunden war, erhält die Chance, wieder einen festen Platz in unserer Natur einzunehmen.